Ein Hochfrequenzsignal wird dann als "gepulst" bezeichnet, wenn es
nicht kontinuierlich besteht, sondern in einem bestimmten Rhythmus an- und abgeschaltet
wird. Die dabei zugrundeliegende Regelmäßigkeit der "Pulse" unterscheidet
es von dem amplitudenmodulierten Sendesignal z. B. eines Mittelwellen-Rundfunksenders.
Ein gepulstes Sendesignal ist ein charakteristisches Merkmal verschiedener
Übertragungsverfahren der Telekommunikationstechnik und es wird ihm eine
besondere sowohl technische wie eventuell auch biologische Wirksamkeit zugeschrieben.
Hier ist eine tabellarische Übersicht der Pulscharakteristika der verbreitesten damit arbeitenden Übertragungsverfahren:
| System |
Pulsdauer
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Wiederholfrequenz
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Bemerkung
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Mehr Info |
| Analoges Fernsehen |
ca. 5 µs
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15.625 Hz
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= Zeilensynchronimpuls
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| Digitales Fernsehen |
ungepulst
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| DECT-Telefon |
367 µs
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100 Hz
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| WLAN | 0,46 ms |
10 Hz |
Erkennungssignal des Access Points im Ruhezustand |
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| GSM-Mobilfunk |
577 µs
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217 Hz
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Beim Mobilgerät
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| UMTS-Mobilfunk |
FDD-mode ungepulst, TDD-mode mit 100 Hz gepulst
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| LTE | Diese offenen Standards erlauben sowohl einen ungepulsten als auch einen gepulsten Betrieb. Die Rahmenlängen können bei WiMAX zwischen 2 und 20ms betragen, das Puls-Pausenverhältnis zwischen 25 und 75%. | |||
| WiMAX | ||||
Zur Kurzdarstellung eventueller besonderer Wirkungen gepulster hochfrequenter Felder die Zusammenfassung aus der Broschüre "Gepulste Funkwellen - Wirkungsmechanismen niederfrequent gepulster Mikrowellen im Organismus" Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg vom Dezember 2004:
Elektromagnetische Felder üben Kräfte auf Träger elektrischer Ladungen und elementare Magnete aus, welche im Körper zahlreich vorhanden sind. Sie führen unter dem Ein- . uss dieser Felder synchrone Schwingungen um ihre Ruhelage aus. Wegen der Trägheit der Partikel nimmt die Amplitude der Schwingung mit zunehmender Frequenz des Feldes ab. Bei Resonanzsystemen findet bei Übereinstimmung der Feld- und Resonanzfrequenz eine Anregung statt, wobei sich die Amplitude der Schwingung erhöht. Das elektromagnetische Feld überträgt in das biologische System Energie, die zum größten Teil die „Reibungsverluste“ der zu Schwingungen angeregten Partikel deckt. Der Energieverlust wird in Wärme umgewandelt. Auf nicht thermischem Wege können elektromagnetische Felder biologische Prozesse nur dann beeinflussen, wenn ihre Periodendauer vergleichbar (bei Resonanzsystemen) oder wesentlich länger ausfällt als die Dauer der biologischen Reaktion. Die Periodendauer von Mikrowellen des Mobilfunks und anderer Systeme der neuen Technologien ist aber z. T. um mehrere Zehnerpotenzen kürzer als die Dauer der meisten physiologischen Prozesse, weshalb ihre direkte Beeinflussung durch diese Felder sehr unwahrscheinlich erscheint. An nicht linearen Strukturen wie z. B. Zellmembranen können elektromagnetische Felder gleichgerichtet werden. Dabei entstehen niederfrequente Signale, die bei wesentlich niedrigeren Schwellen Effekte erzeugen als es bei der nicht gepulsten hochfrequenten Welle der Fall ist. Von diesem so genannten Gleichrichtereffekt wird eine besondere Wirkung der niederfrequent pulsmodulierten Mikrowellen abgeleitet. Die Voraussetzung dafür ist, dass die einzelnen positiven und negativen Halbwellen des elektromagnetischen Feldes einen unterschiedlichen Einfluss auf die im Körper aulaufenden Prozesse haben. Da die Dauer der Halbwellen im Bereich der Mikrowellen wesentlich kürzer ist als die Dauer der biologischen Prozesse, ist die Existenz eines Gleichrichtereffektes für Mikrowellen ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Für eine besondere Wirkung der in den neuen Kommunikationssystemen angewandten niederfrequent gepulsten Mikrowellen auf den Organismus fehlen plausible biophysikalische Mechanismen, die eine Hypothese über nicht thermische Wirkungen dieser Felder im Organismus stützen würden. |
Monografie: Gepulste Felder eine besondere Gefahr für die Gesundheit?
Diese 159-seitige, von der Forschungsgemeinschaft Funk verfasste Veröffentlichung beleuchtet umfassend und und aus wissenschaftlicher Sicht die Thematik möglicher biologischer und gesundheitlicher Wirkungen gepulster elektromagnetischer Wellen. Die einzelnen Kapitel des Buches (1.9 MB) sind:
- Grundlagen und Anwendungen der Nachrichtentechnik
- Biologische Hintergründe und Stand der Forschung
- Wie objektiv ist die öffentliche Wahrnehmung?
- Forschungsergebnisse, Normung und Schutz, Perspektiven
- Ist die Pulsung nun erkannt als die wahre Ursache schädlicher Effekte?
Vorgeschlagene Mechanismen für die Wechselwirkung hochfrequenter Felder mit lebender Materie – Demodulation in biologischen Systemen
Zusammenfassung eines Workshops der Forschungsgemeinschaft Funk im September 2006, aus deren Newsletter 4/2006 (62 KB)Warum wird gepulsten Signalen eine höhere biologische Relevanz zugemessen? (biophysikalische Sicht)
Ein Auszug aus dem Newsletter 2/2005 der Forschungsgemeinschaft Funk (4 Seiten, 75 kB)Spielen Modulationen eine Rolle bei biologischen Effekten hochfrequenter Felder?
Die Zusammenfassung einer Stellungnahme aus Sicht der WHO (K. R. Foster und M.H. Repacholi, Radiation Research 162,
219-225, 2004), aus dem Newsletter 4/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk (pdf, 93 kB)Gepulste Funkwellen — Fakten und Fiktionen
In diesem Papier werden 14 kursierende Thesen in gegenübergestellten Antworten zweier Fachleute bewertet (394 KB)Eine Analyse zur häufig behaupteten Schädlichkeit digital modulierter Mobilfunkstrahlen
In diesem Beitrag von Prof. Dr. Ing. Bernhard Liesenkötter (FH Augsburg) werden die Impulsflankensteilheiten der GSM-Signale mit denen der Fernsehsignale verglichen (10 Seiten, 190 KB)Angst vor steilen Flanken?
Ein kleiner Vergleich zwischen dem GSM- und Fernsehsignal, aus dem Newsletter 2/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk (2 Seiten, 73 kB)
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