| Bei den meisten Airlines ist die Nutzung von Handys während des gesamten
Aufenthalts an Bord derzeit noch verboten und während Start und Landung sollen auch
andere mitgebrachten elektronischen Geräte ausgeschaltet sein. In Deutschland ist dies sogar Gesetz, hier erließen die Behörden Anfang 1999 die Luftfahrt-Elektronik-Betriebs-Verordnung (kurz LuftEBV), nach welcher Handys vom Betreten eines Flugzeugs bis zum Verlassen vollständig ausgeschaltet müssen. Bei Zuwiderhandlung drohen Passagieren empfindliche Geldbußen und bis zu zwei Jahre Haft. |
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Mobiltelefone, aber auch CD-Spieler, Notebooks oder Gameboys senden unterschiedlich starke elektromagnetische Felder aus, welche die empfindliche Bordelektronik stören können. Insbesonders die Navigationssysteme gelten dank ihrer Antennen als anfällig, zumal auch deren Zuleitungen oft in der Nähe der Sitzreihen verlaufen.
Diese Probleme konkret nachzuweisen ist sehr schwierig und bisher noch nicht nachvollziehbar gelungen. Die Störungen können zu unterschiedlich wirken und z. B. auch von der Position und Art des störenden Gerätes oder deren Anzahl abhängen. Selbst die Zahl der Passagiere spielt dabei noch eine Rolle, da auch sie die Abstrahlungen durch Dämpfung mit beeinflussen. Zudem treffen besonders in Flughafennähe sehr vielfältige Funksignale wie von Instrumentelandesystemen, Radaranlagen oder Sprechfunk aufeinander, die vielleicht alle erst in einem bestimmten Zusammenspiel mit dem Störer eine jeweilige Beeinflussung verursachen können.
Doch mit zunehmender Verbreitung mitgebrachter elektronischer Geräte häufen sich eben Berichte über ungeklärte Störungen wie etwa falsche Richtungsanzeigen und eine Studie der britischen Luftfahrtbehörde CAA (Civil Aviation Authority) zeigte Anfang 2000 erkennbare Zusammenhänge zwischen der Nutzung von Handys und solchen Phänomenen.
Aus diesem Grund geht man den einfachen (bzw. sichereren) Weg und verringert die Zahl der möglichen Störquellen durch entsprechende Verbote so weit es geht.
...Es geschah 1993 auf dem Flug einer Linienmaschine von Denver, Colorado, nach Newark, New Jersey. Zwei Stunden nach dem Start, die reguläre Flughöhe war längst erreicht, bemerkte die Crew, wie binnen weniger Augenblicke die Maschine um 30 Grad vom vorgegebenen Kurs abwich. Eines der Navigationssysteme spielte verrückt.
Der Pilot, der von ähnlichen unerklärlichen Vorfällen schon gehört hatte, schickte eine Stewardess los. Sein Verdacht bestätigte sich: Etliche Passagiere beschäftigten sich mit ihren Laptops oder lauschten Musik aus tragbaren CD-Playern. 90 Sekunden nach dem Abschalten der Geräte lag der Jet wieder auf Kurs.
...Nach einem Bericht eines deutschen Nachrichtenmagazins hätten Piloten gemeldet, dass die Steuerung von Lufthansa-Flugzeugen des Typs Boeing 737 durch eingeschaltete Mobiltelefone beeinflusst worden sei. Einem weiteren Bericht zufolge, soll beim Anflug einer Maschine auf den Frankfurter Flughafen ein Instrument auf der Pilotenseite "Durchstarten" angezeigt haben, beim Co-Piloten jedoch nicht. Die deutsche Airline wollte in diesen Fällen einen Zusammenhang zwischen den elektronischen Systemen an Bord und Mobiltelefonen nicht bestätigen.
...musste ein Flugzeug in Sarajevo notlanden, weil ein aktiviertes Handy im Gepäckraum eine Brandwarnung auslöste.
...Gemeldete Störfälle konnten nicht nachgestellt werden. In einem Fall kaufte Boeing einem Passagier vergeblich dessen Notebook ab, das auf einem Flug für Interferenzen gesorgt haben soll.
Es gibt verschiedene Programme und Aktivitäten, um Passagieren auch während des Fluges drahtlose Kommunikation ohne Störung der Bordgeräte anzubieten, z. B. das Projekt Wireless Cabin. Im Laufe des Jahres 2005 wurden auch mehrere Mobilfunksysteme vorgestellt, welche die Nutzung herkömmlicher Mobilelefone an Bord ermöglichen sollen. Diese Systeme erstellen an Bord ein eigenes kleines Funknetz, mit welchem die Mobiltelefone der Passagiere in Kontakt treten, die Gespräche werden dann per Satellitenverbindung weitergeleitet.
Zu diesem und weiteren Funksystemen für Passagiere eine kleine Übersicht neuerer Presseberichte:
- Welche Fluggesellschaften bieten Internet an Bord? (Teltarif vom 24.02.06)
Weltweit sind bereits 100 Jets bei 9 Gesellschaften mit dem WLAN-System des amerikanischen Herstellers Boeing ausgerüstet.
- Telefonate an Bord eines Flugzeugs sind längst Realität (FAZ vom 20.02.06)
Zur Zeit laufen in vielen Ländern Gesetzgebungsverfahren, um die Handynutzung an Bord zu erlauben. "Mobiltelefone stören die Bordelektronik nicht. Primär muß somit die Frage gelöst werden, daß Telefonierer nicht die Ruhe der Mitreisenden stören", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.
- Siemens und Airbus bringen GSM in Flugzeuge (Heise Newsticker vom 11.07.05)
- Ministerium prüft Genehmigung für Mobiltelefonieren im Flugzeug (Heise Newsticker vom 03.07.05)
Moderne Flugzeuge haben mehr hochfrequenztechnische Geräte an Bord, als sich die meisten Flugpassagiere bewusst sind. Als beispielhafte Übersicht zur Lage und Frequenzen der zugehörigen Antennen dazu Ausschnitte aus dem Beitrag "Do Portable Electronics Endanger Flight?" im Fachmagazin IEEE Spectrum vom September 1996 (Abstract).
Viele dieser Anlagen senden selbst elektromagnetische Wellen aus, können natürlich aber auch gegenüber äusseren Einflüssen empfindlich sein.
Ende einer Ballonfahrt
Die Untersuchung eines Ballonabsturzes im September 1997 ergab elektromagnetische Induktion durch einen Kurzwellensender als Ursache.Astronomen kritisieren Handys in Jets
Amerikanische Astronomen haben sich gegen Überlegungen ausgesprochen, die Nutzung von Handys während des Fluges zu erlauben. Sie weisen darauf hin, dass die Handys die ohnehin schwache Radiostrahlung aus dem All beeinträchtigen könnten. Eine »Picocell« an Bord ist nach Meinung der Forscher jedoch geeignet, das Problem zu entschärfen. CAA PAPER 2003/3 Effects of Interference from Cellular Telephones on Aircraft Avionic Equipment
Diese Studie der britischen Luftfahrtbehörde aus dem Jahr 2003 kam zu dem Ergebnis, dass Störungen von Navigationsgeräten durch Handys sehr wohl denkbar sind, dazu müssten sie aber in dichtem Abstand zu den zu störenden Instrumenten betrieben werden (614 kB).
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