Die Kritik an den Arbeiten aus Wien zu Genschädigungen durch EMF

Seitdem der Biologe Prof. Alexander Lerchl von der Jacobs-University in Bremen einen wissenschaftlichen Kommentar zu einer Anfang 2008 veröffentlichten Nachfolgestudie zum Reflex-Projekt vorgelegt hat, iin dem er auf Widersprüche sowie statistische Mängel und Fehler darin hinweist und insgesamt den Vorwurf der Fälschung formuliert, ebbt die Folge von zugehörigen Veröffentlichungen der Beteiligten nicht mehr ab.

Auf dieser Seite werden in chronologischer Reihenfolge diese Veröffentlichungen der Beteiligten aufgelistet, dazu eine kleine Auswahl von Medienberichten sowie Verweise zu der kritisierten Studie selbst und eine der weiteren, ebenfalls im Fokus der Kritik stehenden Studien der Gruppe aus Wien um Prof. Hugo W. Rüdiger mit der im Mittelpunkt stehenden Assistentin Elisabeth Kratochvil, vormals Diem.
 

Veröffentlichungen der Beteiligten

26.11.10

Stellungnahme der Kommission für Wissenschaftliche Integrität zum Fall 2009/01
Ein Bericht der Kommission bezüglich des Verdachts auf Fälschung in zwei Studien der Wiener Arbeitsgruppe. Siehe dazu auch die Kommentare der Beteiligten:

April 2010
Mehrteilige Beweisführung zum Fälschungsvorwurf von Prof. A. Lerchl: "Komische Kometen und die Selbstreinigung der Wissenschaft"
06.11.09
Der Fälschungsskandal von Wien
Eine Stellungnahme von Prof. Franz Adlkofer und Prof. Hugo Rüdiger
28.10.09
Unverantwortliche Fälschungen oder unverantwortliche Fälschungsvorwürfe?
Eine Beitragssammlung der Professoren Adlkofer und Mosgöller anlässlich des FGF/FMK-Workshop "Seriöse Forschung oder ‚Junk Science’?" am 11.09.09 in Wien. Siehe dazu auch: SCHLECHT: Mobilfunkkritiker mauern weiter
01.10.09
REFLEX - Gutachten und Endbericht
In diesem derzeit nicht verfügbaren Forumsbeitrag auf der Homepage des mobilfunkkritischen IZgMF stellt Prof. A. Lerchl das Gutachten eines Statistik-Professors vor, dazu findet sich darin ein Link zum Download des Endbericht des Rates für WissenschaftsETHIK vom 13.11.2008.
25.09.09
Comet-Assay (1), (2), (3) und (4) sowie Versteckte Daten
Eine derzeit ebenfalls nicht verfügbare Beitragsreihe von Prof. A. Lerchl im Forum der Homepage des mobilfunkkritischen IZgMF mit Kritiken an den Auswertungen der Gruppe um Prof. Rüdiger.
02.07.09
Keinen Grund an REFLEX zu zweifeln
Ein Interview mit Prof. Dr. F. Adlkofer bei Diagnose-Funk.
01.07.09
Cui bono? Adlkofer zur Rezension des Lerchl-Buchs
26.06.09
GAU in Wien
Ein Editorial im Laborjournal Online von Prof. A. Lerchl.
März 2009
Rezension des Buchs von Prof. A. Lerchl
Ein Beitrag von Anja zur Nieden in Umweltmed Forsch Prax 14 (1) 38 (2009)
11.03.09
Eine falsche Fälschung?
Ein Interview mit Professor Dr. Franz Adlkofer im Online-Flyer 188 der "Neue Rheinische Zeitung"
19.11.08
Replik zur Stellungnahme von H.W. Rüdiger und F. Adlkofer
A. Lerchl in Umweltmed Forsch Prax 13 (6) 2008
19.11.08
Kommentar zur Stellungnahme von H.W. Rüdiger und F. Adlkofer
C. Wolf in Umweltmed Forsch Prax 13 (6) 2008
19.11.08
Stellungnahme zu Fälschungsvorwürfen von A. Lerchl sowie zum Leserbrief von H. Drexler und K.H. Schaller betreffend unsere Publikation in International Archives of Occupational and Environmental Health
H.W. Rüdiger und Franz Adlkofer in Umweltmed Forsch Prax 13 (6) 2008
19.11.08

Leserbrief zum Addendum von H. Drexler, K.H. Schaller betreffend den Kommentar zu A. Lerchl „Umgang mit kritischen Kommentaren zu veröffentlichten Daten“
C. Wolf in Umweltmed Forsch Prax 13 6) 2008

Oktober 2008
Fälscher im Labor und ihre Helfer: Die Wiener Mobilfunk-Studien - Einzelfall oder Symptom?
Ein zum Thema erschienenes Buch von Prof. A. Lerchl
09.10.08
Comment on the Brief Communication ''Security Considerations in Blinded Exposure Experiments Using Electromagnetic Waves'' by Christian Wolf
Niels Kuster in Bioelectromagnetics, Volume 29 Issue 8, Pages 660 - 661
08.09.08

Wissenschaft und Wahrheit in der Mobilfunkforschung
Pressemitteilung von Prof. Dr. med. Franz Adlkofer als Reaktion auf die Mitteilung der Medizinischen Universität Wien vom 01.09.08

05.09.08
Leserbrief zum Addendum von H. Drexler, K.H. Schaller betreffend den Kommentar zu A. Lerchl „Umgang mit kritischen Kommentaren zu veröffentlichten Daten“
C. Wolf in Umweltmed Forsch Prax 13 (4) (2008)
01.09.08
Wissenschaft und Wahrheit
Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien
18.08.08
Replik zum Kommentar von H. Drexler und K.H. Schaller
A. Lerchl in Umweltmed Forsch Prax 13 (4) (2008)
18.08.08
Addendum von H. Drexler, K.H. Schaller - Sind die von Schwarz et al. 2008 publizierten Ergebnisse glaubhaft?
Umweltmed Forsch Prax 13 (4) (2008)
08.08.08
Kommentar zu A. Lerchl "Umgang mit kritischen Kommentaren zu veröffentlichten Daten"
H. Drexler, K. H. Schaller in Umweltmed Forsch Prax 13 (4) (2008)
31.07.08
Security considerations in blinded exposure experiments using electromagnetic waves
C. Wolf in Bioelectromagnetics, Volume 29 Issue 8, Pages 658 - 659
29.07.08
Prof. Hugo Rüdiger zog offensichtlich inkorrekte Mobilfunkstudie zurück
Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien
26.06.08
Umgang mit kritischen Kommentaren zu veröffentlichten Daten
A. Lerchl in Umweltmed Forsch Prax 13 (3) 143 (2008)
01.06.08
Überarbeitete Chronologie Datenmanipulation - UMTS - Studie
Ein Beitrag von H.W. Rüdiger im h.e.s.e-Forum
28.05.08
Forscher bestätigen Richtigkeit publizierter Daten
Stellungnahme von Prof. Adlkofer und Prof. Rüdiger zur Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien vom 23.05.08
23.05.08
MedUni Wien: Verdacht auf fehlerhafte Studie der ehemaligen Abteilung für Arbeitsmedizin
Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien
15.05.08
Answer to comments Radiofrequency electromagnetic fields (UMTS, effects in vitro in human fibroblasts published by Schwarz C et al. 2008
H. W. Rüdiger in International Archives of Occupational and Environmental Health, doi: 10.1007/s00420-008-0330-4
25.04.08
Wer wird hier von der Industrie bezahlt?
A. Lerchl im Laborjournal Online (Dazu ein Interview und Kommentar)
15.04.08
Comments on "Radiofrequency electromagnetic fields (UMTS, 1,950 MHz) induce genotoxic effects in vitro in human fibroblasts but not in lymphocytes" by Schwarz et al.
A. Lerchl in International Archives of Occupational and Environmental Health, doi 10.1007/s00420-008-0305-5

 

Auswahl von Medienberichten

17.04.10 Die manipulierte Handy-Gefahr (profil.at)
22.06.09 Mobilfunk: Mauschelei um Mogelstudien (Der Spiegel)
24.11.08
Rufunterdrückung: Das Sittenbild hinter den angeblich gefälschten Handystudien (profil.at)
28.06.08 Strahlenschmutz (profil.at)
25.08.08 Die Favoritin des Professors (Der Spiegel)
26.05.08 Beim Tricksen ertappt (Der Spiegel)


Betroffene Studien

 

Replikations- und Nachfolgestudien

Günter Speit, Richard Gminski, Rudolf Tauber
Genotoxic effects of exposure to radiofrequency electromagnetic fields (RF-EMF) in HL-60 cells are not reproducible

Zusammenfassung der Resultate im EMF-Portal:

Die Versuche, die Induktion genotoxischer Wirkungen durch hochfrequente elektromagnetische Felder in HL-60-Zellen zu reproduzieren, schlugen fehl. Es wurden keine genotoxischen Wirkungen gefunden. Die Autoren konnten keine Erklärung für die widersprüchlichen Ergebnisse finden. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die biologische Signifikanz der genotoxischen Wirkungen durch hochfrequente elektromagnetische Felder, wie sie im REFLEX-Projekt dargestellt wurden, neu bewertet werden sollten.

 

Layer, Paul G.; Heselich, Anja; Waldmann, Petra; Volkmer, Beate; Pollet, Dieter; Blettner, Maria; Kuster, Niels
Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder des Mobilfunks auf menschliche Fibroblasten (Gentoxizität)

Zusammenfassung:

In dieser Studie sollte im EU-Forschungsprogramm REFLEX beschriebenen Hinweisen auf mögliche gentoxische Effekte hochfrequenter elektromagnetischer Felder in humanen dermalen Fibroblasten nachgegangen werden. Entsprechend wurden die Parameter der Studie an diejenigen der REFLEX-Studie angelehnt. Es wurden humane dermale Fibroblasten von 10 juvenilen (Alter 18-19) und 10 adulten (Alter 50-59) Spendern verwendet und mit hochfrequenten, elektromagnetischen Feldern von 1800 MHz (GSM-1800, intermittierend 5 min an, 10 min aus) mit SAR-Werten von 0 (Sham-Kontrolle), 0.2, 2 und 10 W/kg befeldet. Parallel wurden Positivkontrollen mit entsprechenden chemischen Toxien mitgeführt. Als analytische Endpunkte wurden Comet-Assays, Mikrokerntests mit CREST-Markierung, numerische Chromosomen-Aberrationen, Zellzyklusanalysen und TUNEL-Assays durchgeführt. Die gesamte Studie wurde verblindet durchgeführt; ohne Zugang zu den Befeldungsdaten vor Abschluss der Auswertungen und der statistischen Analyse. Die statistischen Analysen zeigten für keinen der analysierten Endpunkte Hinweise auf statistisch signifikante gentoxische oder dosis-abhängige Effekte, induziert durch hochfrequente EMF-Exposition in primären humanen dermalen Fibroblasten in vitro.

 

Franzellitti S; Valbonesi P; Ciancaglini N; Biondi C; Contin A; Bersani F; Fabbri E, Mutuation Research, in press October 2009:
Transient DNA damage induced by high frequency electromagnetic fields (GSM 1.8 GHz) in the human trophoblast HTR_8/ SVneo cell line evaluated with the alkaline comet assay

Zusammenfassung im FGF-Newsletter 4/2009:

Bei gepulsten (217 Hz, 2 W/kg) GSM-Feldern (1,8 GHz), nicht hingegen bei ungepulsten, konnten bei längerer Exposition (16 und 24 Stunden) signifikante Änderungen gefunden werden. Die Autoren fragen sich selbst, warum nicht bereits nach 4 Stunden Exposition? Vielleicht ist nicht die DNA direkt betroffen sondern Reparaturprozesse? 2 Stunden nach der Exposition ist der Effekt wieder verschwunden. Änderungen der Zell-Vitalität traten in keinem Fall auf. Offen bleibt auch die Frage nach der besonderen Wirkung der gepulsten Felder. Obgleich summarische Temperaturmessungen durchgeführt wurden, sind mikrothermische Temperaturschwankungen (bei immerhin 2 W/kg SAR im Zeitmittel!) nicht auszuschließen. In Einleitung und Diskussion geht man sehr unkritisch mit den Zitaten um. Wenn beispielsweise behauptet wird: „However, some laboratory investigations on non-thermal effects of HF-EMF provided positive findings (e.g., Refs. [11-13])“, dann bedeuten: 11 = Lai und Singh (1995) - nicht reproduzierbare Resultate, 12 = Maes et al. (1997), die eigentlich nichts gefunden haben, und 13 = Phillips, Singh und Lai (2009), die ohne neue Experimente ihre alten Sachen referieren! Auch die Rüdiger-Publikationen dienen (wenn auch mit gewissem Vorbehalt) als Kronzeugen. Der unbefangene Leser könnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, DNA-Effekte seien mehrfach nachgewiesen.

  

Speit G, Schütz P, Hoffmann H, Mutat Res 2007; 626 (1-2): 42 - 47:
Genotoxic effects of exposure to radiofrequency electromagnetic fields (RF-EMF) in cultured mammalian cells are not independently reproducible

Zusammenfassung der Resultate im EMF-Portal:

Für beide Testsysteme (Comet-Assay und Mikronukleus-Assay) und für beide Zelllinien wurden in unabhängig wiederholten Experimenten klar negative Ergebnisse erhalten. Die Autoren waren nicht in der Lage, die genotoxischen Wirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, von denen im REFLEX-Projekt berichtet wurde, zu bestätigen. Die Gründe für den Unterschied zwischen den Daten aus dem REFLEX-Projekt und diesen vorliegenden Experimenten bleibt unklar.

In einem Beitrag des Forums der mobilfunkkritischen Homepage IZgMF findet sich ein kleines Schriftstück, das deutlich aufzeigt, wie fragwürdig die Ergebnisse von Reflex und die Verhaltensweisen ihrer Urheber sind.

 

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Zuletzt geändert: 06.01.13