Hierzu die Zusammenfassung aus dem EMF Brief des WIK, Ausgabe 62 vom 26.10.11:
Gesondheidsraad: Keine Gefahr für Kinder durch hochfrequente EMF-Exposition − dennoch Senkung der Referenzwerte in den Niederlanden bei Funkfrequenzen über 400 MHz
Der Niederländische Gesundheitsrat, ein unabhängiges Wissenschaftsgremium, das Regierung und Parlament in Gesundheitsfragen berät und verbindliche Empfehlungen ausspricht, hat am 18.10.2011 seinen Bericht „Influence of radiofrequency telecommunication signals on children’s brains“ („Wirkung von Telekommunikations-Funksignalen auf das Gehirn von Kindern“) veröffentlicht. Wie in früheren Berichten kam der Gesundheitsrat auf Grund der Auswertung neuerer Forschungsergebnisse zu dem Hauptergebnis, dass „es keine wissenschaftlichen Beweise für einen negativen Einfluss der Exposition gegenüber EMF von Mobiltelefonen, Basisstationsantennen oder WLAN-Geräten auf Entwicklung und Funktion des Gehirns sowie die Gesundheit von Kindern gibt“. Weil es aber „relativ wenig Informationen zu dem Thema gebe“, sei weitere Forschung nötig, „insbesondere zu Effekten bei jungen Kindern und zu Langzeiteffekten“, so der Gesundheitsrat.
Das Komitee sieht mit Hinweis auf den 50-fachen Sicherheitsfaktor, den die geltenden Grenzwerte für die Bevölkerung hinsichtlich möglicher körperlicher Wirkungen durch die Feldexposition bieten keinen Anlass, für Kinder schärfere Grenzwerte einzuführen als für Erwachsene. Der möglichen höheren Empfindlichkeit von Kindern und anderen schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen werde durch diesen Sicherheitsfaktor ausreichend Rechnung getragen.
Dennoch sieht sich der Gesundheitsrat zu der Empfehlung veranlasst, die Referenzwerte in den Niederlanden allgemein für Funkfrequenzen über 400 MHz um etwa die Hälfte auf 28 Volt pro Meter (V/m) zu senken. Referenzwerte sind messbare Feldgrößen, die bei der praktischen Expositionsbewertung dazu dienen, die sichere Einhaltung der Basisgrenzwerte – also der maximal erlaubten Erwärmung im Körperinneren – zu beurteilen. Dies sind bei Funkanwendungen die zulässigen SAR-Werte. Zur Begründung der Referenzwert-senkung gibt das Komitee neuere Forschungsergebnisse (z.B. Dimbylow & Bolch, 2007) an, nach denen im Frequenzbereich der Drahtloskommunikation um 2 GHz „für junge Kinder (und daher auch für kleine Individuen) an den Referenzwerten ein SAR-Wert über dem maximal erlaubten Wert ermittelt wurde“. Dies trifft sowohl für die ICNIRP-Referenzwerte als auch für die bislang höheren niederländischen Werte für die Ganzkörperexposition unter Fernfeld-Bedingungen zu. Praktisch hätte die empfohlene Grenzwertsenkung „wenig Konsequenzen, weil Feldstärken über 28 V/m in den Niederlanden in öffentlich zugänglichen Bereichen nicht vorkommen“, so der Gesundheitsrat.
In dieser Ausgabe gibt der Gesundheitsrat eine kurzen Überblick über die Beratungsreports, die im Betrachtungszeitraum veröffentlicht worden sind und zeigt auf, mit welchen Methoden er die wissenschaftliche Daten für diesen Bericht auswertet. Dazu wird der Einfluss hochfrequenter EMF auf die Hirnaktivitäten und das Verhältnis von Exposition in solchen Feldern zum Auftreten von Symptomen näher diskutiert, hinzu kommt eine Bewertung des Reports der "BioInitiative Working Group" von 2007.
Dieser Jahresbericht vom November 2005 befasst sich neben einem kleineren Abschnitt zur Elektrosensibilität mit epidemiologischen Untersuchungen zu Krebs durch Mobilfunk- und Radio- bzw. Fernsehsender sowie niederfrequente Felder und einer Zusammenfassung des REFLEX-Projekts.
Insgesamt wird dabei festgestellt, dass es keine Nachweise für Schädigungen durch Felder der genannten Funkanwendungen gibt, gleichwohl wird noch weitere Forschung angemahnt.
Dieser Bericht befasst sich sowohl mit niederfrequenten- als auch hochfrequenten Feldern und gibt nach einer Zusammenfassung der technischen Entwicklung, wie etwa der Einführung von UMTS oder der zunehmenden Verbreitung von drahtlosen Netzwerken, einen Überblick über im Zeitraum Mai 2001 bis Mai 2003 neu entstandene Forschungsarbeiten. Diese werden mit einer abschliessenden Bewertung jeweils kurz vorgestellt.
Als Grundlage für diesen Report analysierte ein wissenschaftliches Kommittee die existierende wissenschaftliche Literatur. Es unterschied dabei deutlich zwischen den Beschreibungen biologischer Effekte und jenen von gesundheitlichen Wirkungen. Der Report nimmt Stellung zu den einzelnen zu untersuchenden Bereichen, wie etwa Gehirnfunktionen oder Krebsentstehung und beschreibt auch seine Haltung zu Vorsorgewerten oder die Nutzung von Mobiltelefonen durch Kinder.
Insgesamt kommt es zu dem Schluß, daß derzeit zwar keinerlei Gesundheitsgefährdungen zu erkennen sind, aber daß verschiedene Effekte noch einer weiteren Erforschung bedürfen.
Download des Reports
(246 KB, 96 Seiten in englischer Sprache)
Der Rat für Gesundheit der Niederlande erkennt in seiner Aktualisierung seines Reports GSM Base Stations aus dem Jahr 2000 auch 2001 keine wissenschaftlichen Gründe für eine Senkung der ICNIRP-Grenzwertempfehlungen. Er sieht dabei zwar die Existenz biologischer Wirkungen, kennt jedoch keine Fälle von tatsächlich darauf zurückzuführenden Gesundheitsschäden.
In dem Report werden aktuelle Untersuchungen elektromagnetischer Felder aller Art betrachtet und im Frequenzbereich des Mobilfunks zwischen den potentiellen Auswirkungen (nicht-thermischer Art) bei Basisstationen und Mobilgeräten unterschieden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier bei Untersuchungenen des Zusammenhangs von Hirntumoren mit der Nutzung von Handys, wo keine signifikanten Ergebnisse gefunden werden.
Bei Basissationen wird etwas auf die deutsche "Rinderstudie" eingegangen, ansonsten wird bis auf einige allgemeine Bemerkungen auf den Report aus dem Jahr 2000 verwiesen.
GSM Base stations (2000) (206 KB, in englischer Sprache)
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