Im März 2001 legte der britische Biophysiker Dr. G. Hyland diesen Report dem Europäischen Parlament vor (genauer gesagt der Wissenschaftredaktion, dem Scientific and Technological Options Assessment Unit, STOA). Darin beschreibt er in sehr kritischer Weise die Einflüsse elektromagnetischer Felder auf biologische Organismen sowie den Umgang mit diesem Wissen.
Vollfassung in englischer Sprache (176 KB) Gekürzte Fassung in deutscher Sprache (54 KB)
Auf Anfrage der irischen Regierung hat eine internationale Expertengruppe
(COST 281) diesen Report allerdings zwischenzeitlich
analysiert und gravierende Fehler festgestellt. Die Zusammenfassung der Analyse
wurde im Oktober 2001 vorgestellt.
Schwerpunkt der Kritik ist dabei die sowohl unausgewogene wie unkritische Auswahl
von teilweise veralteter Literatur sowie der unwissenschaftliche Umgang mit
Forschungsergebnissen sowie physikalischen Gesetzmäßigkeiten.
Im Februar 2002 reagierte G. Hyland auf diese Kritik mit einer Gegendarstellung,
in welcher er auf die von COST vorgebrachten Vorwürfe im Einzelnen eingeht.
Download der Analyse (76 kB, in Englisch) Download der Gegendarstellung (23 KB, in Englisch).
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) äußerte sich im März 2004 anlässlich eines Berichts über DECT-Telefone in der Zeitschrift ÖKO-TEST, in dem dieser Report von Hyland als Referenz herangezogen wird, in folgender Weise (Auszug):
Nach eigenen Aussagen stützt sich Öko-Test dabei auf „einen Vorsorgewert, den Professor Gerard Hyland, University of Warwick, in einem von der Wissenschaftsdirektion des Europäischen Parlaments veröffentlichten Papier formuliert hat“.
Bei der von Öko-Test zitierten Arbeit handelt es sich jedoch nicht um ein offizielles Papier des Europäischen Parlaments. Die Generaldirektion Wissenschaft, Direktion A, Abteilung Industrie, Forschung, Energie und Umwelt (STOA) hat die Aufgabe, den Mitgliedern des Europäischen Parlaments wissenschaftliche Publikationen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck lässt STOA z. B. schriftliche Studien zu bestimmten Fragestellungen erarbeiten. Die Ergebnisse solcher Projekte werden von STOA veröffentlicht, sie werden laut Geschäftsordnung aber nicht verabschiedet, zur Abstimmung gestellt oder als STOA-Bericht bzw. parlamentarischer Bericht betrachtet.
Die von Öko-Test zitierte Studie ist der Ergebnisbericht eines solchen Projektes mit dem Titel „Die physiologischen und umweltrelevanten Auswirkungen nicht ionisierender elektromagnetischer Strahlung“, das von Prof. G. Hyland bearbeitet wurde. Die Aussagen zu den gesundheitlichen Risiken hochfrequenter elektromagnetischer Felder in diesem Bericht sind größtenteils spekulativ, in sich widersprüchlich und interpretieren Forschungsergebnisse falsch bzw. berücksichtigen nur einen Teil der Ergebnisse zu einer bestimmten Fragestellung. So wird z. B. behauptet, dass die biologischen Effekte bei niedrigen Feldintensitäten nicht von der im biologischen Gewebe absorbierten Energie, sondern vom „Informationsgehalt“ der Strahlung abhängen. Daher seien die Effekte stark frequenzabhängig und nur innerhalb bestimmter Intensitätsfenster zu beobachten. Gleichzeitig werden aber als Beweise für die gesundheitsschädliche Wirkung der hochfrequenten Felder des Mobilfunks Studien herangezogen, bei denen ganz andere Frequenzen und teilweise auch Intensitäten oberhalb der Grenzwerte angewandt wurden.
Den geforderten Vorsorgegrenzwert von 100 µW/m2 leitet Prof. Hyland nicht aus wissenschaftlichen Studien ab, sondern weist darauf hin, dass Leistungsflussdichten von einigen mW/m2 in Entfernungen von 150-200 m von Basisstationen und im Bereich der lokalen Nebenkeulen in der Nähe der Basisstation üblich seien und dass Berichte über schädliche Effekte in diesen Bereichen existierten. Unter Einbeziehung eines Sicherheitsfaktors von 10 ergebe sich daraus ein Vorsorgewert von 100 µW/m2.
Einzelne Erfahrungsberichte über gesundheitliche Beeinträchtigungen und widersprüchliche und spekulative Aussagen von Einzelpersonen können jedoch nicht zur Grundlage von Grenzwertfestlegungen gemacht werden.
Komplettes Original: http://www.bfs.de/elektro/papiere/stell_dect_feb04.html
Physics and biology of mobile telephony
Eine Veröffentlichung aus der Zeitschrift "The Lancet" vom November 2000 (78 KB)
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