Dolk H., Elliott P., Shaddick G., Walls P., Thakrar B.: Cancer incidence near radio and television transmitters in Great Britain. 2. All high power transmitters. American Journal of Epidemiology 1997: 145 (1), 10-17.
Ziel:
Ausweitung der Sutton Coldfield I Studie auf 20 Fernseh- und Radioantennen.
Kollektiv:
Alle Leukämie-, Hirntumor-, Kinderleukämie-, Hautkrebs- und Blasenkrebsfälle im Umkreis von 10 km um 20 Sendemasten in Grossbritannien. In der Studienregion lebten insgesamt 3.39 Millionen Menschen.
Exposition:
Es wurden vier (überlappende) Gruppen von Antennen gebildet: Gruppe 1: stark strahlende TV-Antennen mit einer effketiven Strahlungsleistung von 870 bis 100 kW; Gruppe 2: TV-Antennen mit Strahlungsleistung von 500-1000 kW; Gruppe 3: alle Radioantennen mit 250 kW. und Gruppe 4: TV- und Radioantennen kombiniert mit TV-Leistung>500 kW und Radioleistung 250 kW. Keine der Antennen besass exakt die gleiche Charakteristik wie Sutton Coldfield.
Methode:
Die beobachteten Anzahl Krebsfälle wurde mit der erwarteten Anzahl verglichen und das standardisierte Inzidenzverhältnis berechnet (SIR). Statistische Signifikanz wurde mittels Stone's Test überprüft. Dieser Test berücksichtigt, dass bei mehreren Einzelquellen die Risiken der einzelnen Quellen verschieden sein können.
Resultate:
Im Umkreis von 2 km um die Sendeantennen traten Leukämien nicht gehäuft auf (SIR=0.97; CI=0.78-1.21). Jedoch wurde eine minim erhöhte Rate im Umkreis von 10 km gefunden (SIR=1.03; CI=1.00-1.07). Die Inzidenz für alle Leukämien zusammen in Abhängigkeit von der Distanz war sowohl für alle Antennen kombiniert als auch für die 4 einzelnen Gruppen im Bereich von ca. 1 bis 7 km erhöht. Bei den stärksten Antennen waren die Befunde am stabilsten. Für 3 der 20 Antennen wurde eine signifikante Abnahme der Leukämien mit zunehmnder Distanz gefunden. Im Umkreis der Antenne von Gruppe 1 und 2 war die SIR signifkant erhöht im Umkreis von 10 km. Keine der einzelnen Leukämiearten war signifikant mit der Exposition assoziert. Die statistisch signifikanten Ergebnisse bei allen Leukämien zusammen sind verursacht durch akute, akute myeloide und chronisch lymphatische Leukämien. Hautkrebs trat signifkant weniger häufig auf im Umkreis von 10 km. Blasenkrebs hingegen signifkant häufiger. Kinderleukämien und Hirntumoren wurden nicht signifkant häufiger beobachtet.
Schlussfolgerung:
Bemerkung:
Bei diesem Studiendesign kann für andere Risikofaktoren als Hochfrequenzstrahlung nicht kontrolliert werden. Dass solche Einflüsse auf das Ergebnis nicht auszuschliessen sind, folgt aus den Ergebnissen für Blasen- und Hautkrebs. Generell fehlen Strahlungsmessungen. Auffällig sind die konsistent erhöhten Risiken im Bereich von 1-7 km um die Antenne mit einem Maximum bei 2-3 km. Es scheint sehr plausibel, dass in unmittelbarer Nähe der Antenne die Strahlungsbelastung relativ gering ist (Höhe der Masten, horizontale Abstrahlung, siehe N. Cherry). Da die statistische Analyse diesen Bereich immer miteinschloss, führte dies zu einer Reduzierung des Befundes. Interessant ist auch, dass bei den Gruppen mit den leistungsstärksten Antennen die SIR auch im 10 km Ring noch erhöht waren, im Gegensatz zu den schwächeren Antennen, für die sich in diesem Gebiet SIR-Werte <1 ergaben; ein deutliches Indiz, dass der Einfluss der leistungsstarken Antennen weiter als 10 km reicht. Da im Abstand von 10 km ein Einfluss der Antennen immer noch anzunehmen ist, kann dieses Gebiet auch nicht als Referenzgebiet benützt werden. Siehe auch: Dolk H., Shaddick G., Walls P., Grundy C., Thakrar B., Kleinschmidt I., Elliott P.: Cancer incidence near radio and television transmitters in Great Britain.1. Sutton Coldfield transmitter. American Journal of Epidemiology 1997: 145 (1), 1-9. (Art. 1131). Kommentare zur Studie von Cooper et al (1472), sowie Cherry (1473).
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