Report der "BioInitiative Working Group (2007)


Im August 2007 legte die zuvor noch nicht in Erscheinung getretene internationale "BioInitiative Working Group", die sich nach eigenen Angaben aus 14 Wissenschaftlern und Experten sowie weiteren externen Fachleuten zusammensetzt, ein mehrteiliges Grundlagenpapier vor, das Argumente für tiefere Grenzwerte für niederfrequente Magnetfelder sowie die Immissionen von Mobilfunkanwendungen liefern soll.
Auf zwei Zahlenwerte reduziert, sieht die "BioInitiative Working Group" Gründe gegeben, für die Immissionen von Mobilfunkanlagen einen Grenzwert von 1 mW/m² im Freien und für niederfrequente Magnetfelder im Wohnbereich einen Grenzwert von 0,1 µT einzuführen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bewertet in seiner Zusammenstellung der Studien, die öffentliches Interesse erweckt haben, und deren Bewertung durch das BfS vom September 2008 diesen Report wie folgt:

Der Bericht der "BioInitiative Working Group" weist deutliche wissenschaftliche Schwächen auf: Insbesondere werden Vermischungen der gesundheitlichen Wirkungen von niederfrequenten und hochfrequenten Feldern vorgenommen, die fachlich wegen unterschiedlicher Wirkmechanismen nicht zulässig sind. Die überwiegende Mehrzahl der dem Bericht zugrunde liegenden Studien war nicht neu. Die Auswahl ist jedoch in mehreren Themenbereichen einseitig, sodass die Gruppe bei der Bewertung zu anderen Schlussfolgerungen kommt als das BfS und
nationale und internationale Gremien. Die meisten zitierten Studien waren bekannt und wurden bei der Festlegung der derzeit gültigen Grenzwerte und bei den regelmäßigen Überprüfungen durch nationale Gremien bereits berücksichtigt. Auch im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (s.u.) wurden die dem Report zugrunde liegenden Studien berücksichtigt und sind in die Gesamtbewertung eingeflossen.

 
Ergänzung des Reports der "BioInitiative Working Group"

In einer Veröffentlichung in einem Fachmagazin im Sommer 2008 haben zwei Mitherausgeber des Reports, David Carpenter und Cindy Sage, eine Wiederholung und Aktualisierung ihrer Vorsorgebetrachtungen gemacht, ohne die von ihnen bereits vorgeschlagenen Grenzwerte zu verändern. Sie beschreiben dabei u. A. ihre Ansichten zu der je nach Themengebiet unterschiedlichen notwendigen Sicherheit der wissenschaftlichen Beurteilung als Grundlage für weitere Maßnahmen, die z. B. in der Mathematik 100% betragen müsse und bei bei Gerichtsverfahren 50%, wogegen bei der öffentlichen Gesundheit dieser Faktor zwischen 10 und 40% betragen sollte.
Carpenter DO, Sage C. Setting prudent public health policy for electromagnetic field exposures. Rev Environ Health. 2008 Apr-Jun;23(2):91-117
Abstract


 
Mehr Information

Homepage der BioInitiative Working Group
Von hier kommt man zur Übersichtsseite des Reports.
Summary for the Public and Conclusions
Dieser Teil aus dem Gesamtreport liefert auf 45 Seiten eine Zusammenfassung für alle, welche nicht den gesamten Report durcharbeiten wollen (316 KB).
Pressemitteilung der EAA vom 17.09.07
Die Europäische Umweltagentur (EAA) besitzt nach eigener Aussage zwar keine eigene Kompetenz in der Beurteilung elektromagnetischer Felder, hat zu dem Report der BioInitiative Working Group jedoch mit einem eigenen Kapitel zum Vorsorgeprinzip beigetragen. In diesem Beitrag weist sie auf die Bedeutung des Reports hin hin und möchte die darin beschriebenen Forderungen stärker berücksichtigt sehen.
Kommentar des Niederländischen Gesundheitsrats
Der niederländische Gesundheitsrat hat auf Wunsch des dortigen Umweltministeriums den im August 2007 erschienenen Report der BioInitiative einer Begutachtung unterzogen und im September 2008 eine entsprechende Stellungnahme abgegeben (35 KB).
Anhand mehrerer Beispiele und weiterer Erläuterungen wird der Report der BioInitiative als selektiv und nicht als eine objektive Betrachtung des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes beschrieben und in ihm keinerlei Grundlage dafür gesehen, die derzeitige Beurteilung der Gefahren elektromagnetischer Felder zu überarbeiten.
Davon eine Zusammenfassung durch das österreichische Forum Monilkommunikation (FMK)
Comments on the BioInitiative Working Group Report
Diese Kritik an dem Report stammt vom EMF-NET, ein von der Europäischen Kommission eingerichtetes Wissenschaftsnetzwerk zu Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf die Umwelt.
Stellungnahme des "Australian Centre for RF Bioeffects Research"
Die Publikationen der Gruppe "Bioinitiative" in der Zeitschrift "Pathophysiology" 2009
In desem Beitrag aus dem Newsletter 2/2009 der Forschungsgemeinschaft Funk bewertet der Biophysiker Prof. Roland Glaser verschiedene Veröffentlichungen von Mitwirkenden der BioInitiative Working Group in der Zeitschrift Pathophysiology (188 KB)

 


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Zuletzt geändert: 13.08.09