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Abdel-Rassoul G.;El-Fateh O.A.;Salem M.A.;Michael A.;Farahat F.;El-Batanouny M.;Salem E.: Neurobehavioral effects among inhabitants around mobile phone base stations. Neurotoxicology 2007: 28 (2), 434-440.
Abstract der Originalpublikation
Kurzfassung der Publikation:
Ziel:
Querschnittsstudie zur Untersuchung neurologischer Symptome und Veränderungen der kognitiven Leistungen von Anwohnern einer Mobilfunkbasisstation in Menoufiya, Ägypten.
Kollektiv:
Die exponierte Gruppe bestand aus 85 Erwachsenen, von denen 37 in einem zwölfstöckigen Gebäude wohnten, auf dem sich seit 1998 eine Mobilfunkbasisstation befand. Die übrigen 48 Personen arbeiteten in einem gegenüber liegenden, etwa 10 Meter entfernten Haus als Angestellte des landwirtschaftlichen Direktorats. Als Kontrollgruppe wurden 80 Angestellte und Ingenieure ausgewählt, die in einem anderen Gebäude der Landwirtschaftsverwaltung in ungefähr 2 km Entfernung arbeiteten. Aus beiden Teilnehmergruppen wurden Paare mit passendem Alter, Geschlecht, Berufsstand (Angestellte resp. Ingenieure), Bildungsniveau, Rauchverhalten und Mobiltelefonbenutzung gebildet.
Exposition:
Die Basisstation bestand aus drei Antennen. Als Expositionsmass dienten die Messungen des nationalen Telekommunikationsinstituts aus dem Jahr 2000. Die Leistungsflussdichten der drei Antennen lagen zwischen 0.0020 und 0.0067 mW/cm². In der Wohnung unter Antenne 1 wurde eine Flussdichte von 0.0001 mW/cm² gemessen. Der in Ägypten geltende Grenzwert liegt bei 0.4 mW/cm² für intermittierende Exposition und 0.008 mW/cm² für kontinuierliche Exposition.
Methode:
Zwischen März und Dezember 2003 wurden die Teilnehmer zu neurologischen und psychiatrischen Beschwerden befragt und ärztlich untersucht. Es wurden zehn neuropsychologische Tests durchgeführt zur visuell-motorischen Geschwindigkeit, zur Problemlösung, zur Aufmerksamkeit, zum auditiven Kurzzeitgedächtnis sowie zur Gedächtnisleistung. Ausserdem beantworteten die Probanden einen Fragebogen zur Persönlichkeitsstruktur. Die statistischen Vergleiche erfolgten mittels Chi-Quadrat-Test, Student-t-Test und Kovarianzanalyse (ANCOVA).
Resultate:
Verglichen mit der Kontrollgruppe gaben die exponierten Personen statistisch signifikant häufiger Kopfschmerzen, Gedächtnisprobleme, Tremor, Schwindel, depressive Symptome und Schlafstörungen an. Der einzige signifikante Unterschied zwischen den beiden exponierten Gruppen war eine höhere Schlafstörungsprävalenz bei Personen in dem gegenüber der Basisstation liegenden Gebäude. In einem Test zu Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnis erzielten die Exponierten im Durchschnitt ein signifikant schlechteres Ergebnis als die Kontrollpersonen (p<0.001), in zwei Tests zur visuell-motorischen Geschwindigkeit und in einem weiteren Aufmerksamkeitstest erzielten sie signifikant bessere Resultate (p<0.01 resp. <0.001). Anhand des Persönlichkeitsfragebogens ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Der Vergleich zwischen den beiden exponierten Gruppen zeigte nur in einem Problemlösungstest einen signifikanten Unterschied: Personen aus dem gegenüber liegenden Haus schnitten schlechter ab als die Bewohner des Basisstation-Gebäudes.
Schlussfolgerung:
Die Autoren sehen in den Ergebnissen Hinweise auf häufigere neurologische Beschwerden bei Personen in der Umgebung von Mobilfunkbasisstationen und auf Veränderungen der kognitiven Leistung. Sie empfehlen ein besseres Monitoring und weitere Studien.
Bemerkung:
Das Hauptproblem der Studie ist die Expositionsabschätzung: Messungen der Leistungsflussdichte liegen nur für das Gebäude mit der Mobilfunkantenne vor, nicht für das gegenüberliegende Haus oder das Kontrollgebäude. Die Messwerte stammen aus dem Jahr 2000 und zeigen schon in der ersten Wohnung unter dem Dach eine sehr geringe Belastung (0.0001 mW/cm²). Der Expositionsstatus aller drei Teilnehmergruppen ist also völlig unklar. Ebenfalls nicht bekannt ist, seit wann die Probanden in den jeweiligen Häusern lebten resp. arbeiteten, und ob die berichteten Beschwerden erst nach diesem Zeitpunkt aufgetreten sind. Die Resultate der Hirnleistungstests wurden offensichtlich mittels t-Tests verglichen, es erfolgte aber keine Korrektur für multiple Testung. Insgesamt lassen sich aus diesen Daten keine Schlussfolgerungen bezüglich Effekten der Mobilfunkexposition ableiten.
Finanzierung:
keine Angaben
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