Die Erforschung der Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen ist
zu vielfältig, um deren Ergebnisse in einfachen und wenigen Sätzen
zusammenzufassen. Den verständlichen Wunsch des Bürgers nach kurzen
und plakativen Erklärungen erfüllen daher in aller Regel nur Bauernfänger
und selbsternannte "Elektrosmog-Experten", wogegen der verantwortungsbewußte
Wissenschaftler mit seinen einschränkenden Aussagen von diesen oft als
unglaubwürdig dargestellt wird.
Für den Laien ist es schwierig, die ihm angebotenen Informationen sinnvoll zu unterscheiden. Dennoch gibt es für ihn auch ohne Fachkenntnisse einige Möglichkeiten, dafür brauchbare Ansatzpunkte zu finden:
| Verlassen Sie sich bei Ihrer Informationsbeschaffung nicht auf die Aussagen einer einzelnen Partei, sei es eine Bürgerinitiative oder ein Mobilfunkunternehmen. Jede von ihnen stellt bevorzugt nur diejenigen Erkenntnisse dar, die ihren Interessen entgegenkommen. | |
| Hinterfragen Sie bei Vorträgen oder Veröffentlichungen die Fachkompetenz
des Auskunftgebers. Besonders "Baubiologen"
sind hier ein kritisches Feld, da sich in diesem nicht-geschützten
Berufszweig ohne notwendigem Fähigkeitsnachweis sowohl qualifizierte
Fachleute wie völlig inkompetente Quacksalber tummeln. Auch bei Internetseiten muss deren professionelle Aufmachung nicht mit der Qualität des eigentlichen Inhaltes in Einklang stehen. |
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| Prüfen Sie die Richtigkeit von Aussagen durch Vergleich mit anderen Informationsquellen. Viele selbsternannten oder hochstilisierten "Experten" nutzen gerne die Unwissenheit ihrer Zuhörer für falsche Behauptungen durch fehlerhafte oder verzerrte Darstellung der technischen und biologischen Gegebenheiten (entweder durch eigene Unkenntnis oder auch in voller Absicht). | |
| Versuchen Sie immer auch die Originalquelle der Zitate von wissenschaftlichen
Ergebnissen zu lesen bzw. fragen Sie nach mehr Details. Sie werden feststellen,
daß oftmals wesentliche Teile einfach weggelassen, andere dafür
umformuliert oder mit eigenen Interpretationen ergänzt werden. Oft stellt sich dadurch auch heraus, dass nur Aussagen von Boulevardblättern oder anderen drittklassigen Quellen wiedergegeben wurden. |
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| Bewerten Sie, ob die zitierten Ergebnisse überhaupt anzuwenden sind.
Eine Untersuchung des Einflusses z. B. von |
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| Hinterfragen Sie die Seriosität von zitierten Untersuchungen oder
Entdeckungen. Meist genügt es nachzusehen, in welchen wissenschaftlichen
Kreisen diese veröffentlicht wurden. Esoterische Zirkel oder populistische
Boulevardblätter sind keine Quellen ernstzunehmender Fachinformation. Kompetente Wissenschaftler stellen sich der Kritik anderer Experten, zum Beispiel bei internationalen Tagungen und veröffentlichen ihre Ergebnisse in internationalen Fachzeitschriften. Institute oder Einzelpersonen, die ihre Ergebnisse überwiegend im Eigenverlag herausgeben oder nur auf passenden Veranstaltungen präsentieren, sind dagegen oft nur um die Erregung von Aufmerksamkeit bemüht, um ihre wie "zufällig" vorhandenen anderen Angebote wie Dienstleistungen, Produkte oder Druckschriften damit besser vermarkten zu können. |
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| Verfolgen Sie bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch deren weiterer Werdegang. Es stellen sich immer wieder Irrtümer oder neue Erkenntnisse heraus, oder der Urheber wehrt sich selbst gegen Fehlinterpretationen. Derartige, nichts ins Bild der jeweiligen Interessengruppe passenden Entwicklungen werden von diesen gerne verschwiegen, dafür werden immer wieder längst widerlegte oder überholte Forschungsergebnisse ins Feld geführt. | |
| Sehen Sie sich die Urheber von "warnenden" Aussagen etwas genauer an. Sie werden immer wieder auf die gleichen Namen stoßen, oft Amateure oder sich selbst als "unabhängige Wissenschaftler" bezeichnende Experten, die aber genau damit ihr Geld verdienen oder öffentliche Beachtung suchen. Die Fachwelt besteht jedoch aus weitaus mehr Wissenschaftlern, welche ihre Kenntnisse eben nur weniger öffentlichkeitswirksam ausschlachten und ihre eigentliche Arbeit der Medienpräsenz vorziehen. | |
| Mißtrauen Sie Erfahrungsberichten, wenn sie keine Details kennen. Durch entsprechende Einstimmung des Auskunftgebers kann nahezu jedes gesundheitliche Problem scheinbar auf den Mobilfunk zurückgeführt werden. |
In der öffentlichen Diskussion um den Mobilfunk vertritt jede der beteiligten
Parteien ihre eigenen Interessen, entweder geschäftliche an beiden Polen
oder menschliche, seien sie berechtigt oder nicht. Niemand sollte daher den
Fehler machen, sich kritiklos der selektiven Wahrnehmung einer bestimmten Gruppe
anzuschließen.
Wer kritisch gegenüber den Mobilfunkunternehmen, der Wissenschaft oder „den
Politikern“ ist, sollte die gleiche Menge an Vorbehalten auch gegen Bürgerinitiativen
und Berufskritikern mobilisieren.
Eine gesunde Skepsis, gepaart mit dem Mut einer Nachprüfung von gemachten
Aussagen bewahrt am ehesten vor Irrwegen und falschen Überzeugungen.
| Siehe auch diese Stellungnahme von fünf renommierten schwedischen Wissenschaftlern zu dem Umgang mit wissenschaftlicher Forschung und deren Ergebnissen. |
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