Störbeeinflussung im Alltag
- Der Abstand zwischen Herzschrittmacher und elektrischen Geräten
(Fön, Elektrorasierer etc.) sollte 30 cm betragen.
- Keine Bohrmaschinen benutzen!
- Der Abstand zu Induktionskochherden sollte 50 cm betragen.
- Ein Abstand zu Handys von 20 cm wird empfohlen. Kein Handy empfangsbereit
über dem Herzschrittmacher tragen! Die Antennen von Mobiltelefonen
größerer Leistung - sogenannte Portables - sollten mindestens
einen Abstand von 50 cm zum Schrittmacher aufweisen.
- Der Abstand zu Sendeanlagen im Kurz-, Mittel- und Langwellenbereich
sollte 1 km betragen. Im Auto oder Flugzeug werden die Felder von solchen
Sendern oder Radaranlagen abgeschirmt.
- Keine großen metallischen Gegenstände berühren, die
sich in elektromagnetischen Feldern befinden, wie z. B. direkt in der
Nähe von Hochspannungsleitungen. Keine elektrischen Weidenzäune
anfassen oder sich nahe daran aufhalten!
- Magnetische Halterungen von Modeschmuck oder Namensschildern nicht
direkt über dem Herzschrittmacher tragen! Vorsicht auch bei anderen
Magneten, etwa zur Werkstofftrennung!
- Von Magneten in Lautsprechern sollten mindestens 20 cm Abstand gehalten
werden.
- Kein Aufenthalt direkt an der Wand von Trafohäuschen und unter
Hochspannungsleitungen hoher Spannung! Deren Einflußbereich zügig
verlassen. Ein Unterfahren im Auto ist ungefährlich.
- Warnsicherungsanlagen, etwa in Kaufhäusern, sollten rasch durchquert
werden.
Störbeeinflussung im Berufsleben
Herzschrittmacherträger sollten sich durch das Implantationszentrum
ausführlich über mögliche Auswirkungen auf die Schrittmacherfunktion
durch berufliche Störquellen beraten lassen.
- Eine Beeinflussung bis zu mehreren Metern ist durch folgende Arbeitsmittel
möglich: Elektroschweißgeräte und Schutzgasschweißgeräte,
große Permanentmagnete (z. B. Hubmagnet) oder Magnetfelder von
Spulen, Schaltanlagen, z. B. von Hochspannungs-Betriebsanlagen, Induktionsöfen,
Elektrolyseanlagen, hochfrequenzbetriebenen Klebevorrichtungen und Elektromotoren.
- Kein Aufenthalt auf dem Gelände von Sendeanlagen für Rundfunk
und Fernsehen oder auf militärischem Gelände!
Störbeeinflussung bei medizinischer Diagnostik und Therapie
Bestimmte medizinische Anwendungen sollten nur mit besonderer Überwachung
und Beratung durch den Arzt erfolgen. Dazu zählen:
- Kernspintomographie: Bei bestimmten Kernspinntomographen mit Magnetflußdichten
von mehr als 1 Tesla kann der Beeinflussungsradius bis zu 15 m betragen.
Dies kann sogar das Personal oder Begleitpersonen gefährden, soweit
diese Schrittmacher tragen.
- Physiotherapie: z. B. Niederfrequenztherapie (z. B. Diadynamik) und
Hochfrequenztherapie (z. B. Kurzwellentherapie).
- Bestimmte Heimanwendungen: z. B. Muskelstimulatoren und TENS-Geräte
(transkutane elektrische Nervenstimulation).
- Ergometer, soweit ihre Leistung mit elektrischen Wirbelstrombremsen
oder Permanentmagneten gesteuert wird.
- Bestimmte chirurgische Eingriffe, z. B. durch Elektrokoagulation
oder Ablation mit Hochfrequenzfeldern. In der Zahnheilkunde weisen Zahn-Vitalitätsprüfungen
und Elektrochirurgie ein gewisses Gefährdungspotential auf.
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