Info: Baubiologen

Bei Diskussionen um "Elektrosmog" treten häufig Baubiologen auf und ihre Ansichten bzw. ihr Rat wird entsprechend gerne als Referenz genommen.
Doch was sind Baubiologen eigentlich?


Eine etwas provokative Beschreibung ihrer Qualifikation:

Was nicht jedem klar ist und manche vielleicht sogar etwas überrascht:
Es darf sich jeder, der seinen Namen schreiben kann, Baubiologe nennen. Es gibt weder die Notwendigkeit einer Ausbildung, geschweige einer Prüfung und die Berufsbezeichnung als solche ist nicht geschützt.
Daher tummeln sich unter dieser Bezeichnung ebenso kompetente Fachleute wie leider auch genügend Scharlatane ohne jedem Sachverstand, welche sich durch die Führung dieses "Titels" irgendwelche Vorteile versprechen.


Etwas weniger provokativ:

Dieses Problem einer zweifelhaften Qualifikation, welches auch die seriös arbeitenden Baubiologen trifft, haben diese bereits vor einiger Zeit erkannt und im Jahr 1998 einen Berufsverband gegründet: Den Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB) e. V.
Um hier Mitglied werden zu können, wird eine Ausbildung z. B. in den Bereichen Medizin, Biologie, Chemie oder Hochbautechnik vorausgesetzt. Zudem muss eine baubiologische Zusatzausbildung absolviert werden.

Eine solche Zusatzausbildung wird als (staatlich zugelassener) Fernlehrgang von dem Institut für Baubiologie und Ökologie Neubeuern (IBN) angeboten und steht auch jedem anderen offen, welcher die einzige Voraussetzung eines Mindestalters von 18 Jahren erfüllt.
Dieser Fernlehrgang dauert ein Jahr und vermittelt mit 25 Lehrheften sowie ergänzendem Nahunterricht das vom VDB als notwendig erachtete Wissen. Danach besteht die Möglichkeit einer Prüfung, nach deren erfolgreichen Abschluss sich der stolze Kandidat "Geprüfter Baubiologe (IBN)" nennen darf.

An dieser Stelle sollte zum Vergleich erwähnt werden, dass akademische Titel oder Grade, wie etwa die von Ärzten, Biologen oder Diplom-Ingenieuren nur nach einem langjährigen Fachstudium mit einer Vielzahl von Pflichtprüfungen und einer vorherigen Hochschulreife erlangt werden können.
Dieser Gesichtspunkt sollte zumindest nicht völlig aus den Augen verloren werden, wenn die Expertisen von fachlich anerkannten Experten mit denen von Baubiologen verglichen werden.

Im Jahr 2002 waren von den geschätzten 1.500 -2.000 Baubiologen (in Deutschland) etwa 70 als Mitglied in ihrem Berufsverband VDB organisiert, davon haben ca.drei Viertel ein Hochschulstudium abgeschlossen. Hinzu kommen ca. 1.200 Absolventen des oben genannten Lehrgangs.


Das Berufsbild des Baubiologen

Die Baubiologie versteht sich als eine Schnittstelle zwischen Architektur und Medizin: Das Wohnumfeld des Menschen soll so gestaltet werden, dass die Gesundheit gefördert wird und erhalten bleibt.

Dementsprechend gestaltet sich auch der Inhalt der 25 Lehrhefte des oben genannten Fernlehrgangs:

An dieser umfassenden Auflistung ist zu erkennen, dass sich ein Baubiologe als Generalist sieht, der im Wohnumfeld des Menschen eventuelle Probleme aus einer ganzheitlichen Position zu erkennen vermag. Darin ist er bei entsprechender Kompetenz dem Spezialisten überlegen, der oftmals zu übermässiger Konzentration auf sein Sachgebiet neigt.

Bei vielen Fragen des "Elektrosmogs", etwa der fachkundigen Messung oder Berechnung von elektromagnetischen Feldern oder auch der Bewertung von komplexen wissenschaftlichen Untersuchungen zu deren biologischen Wirkungen ist jedoch sehr viel weiterführendes Fachwissen notwendig, als alleine in den doch recht kurz gefassten Lehrgangsheften vermittelt wird.
Ein guter Baubiologe kennt daher auch seine Grenzen und zieht in entsprechenden Fällen einen geeigneten Fachmann hinzu.


Baubiologische Richtlinien und Empfehlungen

Die Empfehlungen und Richtlinien von Baubiologen beruhen nicht auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf Erfahrungswerten und selbstgeschaffenen Interpretationen inklusive manchmal esoterischer Betrachtungsweisen. Dadurch sind sie zwar geradezu berühmt für ihren ausgesprochenen Vorsorgecharakter, doch in einer realen Welt nur wenig praxistauglich.
So gefallen die extrem niedrigen baubiologischen Richtwerte für elektromagnetischen Felder dem gesundheitsbewussten Bürger im Vergleich mit den gültigen Grenzwerten zwar auf den ersten Blick, bei näherem Betrachten bedeuten sie bei konsequenter Umsetzung jedoch auch ein Ende der heutigen Zivilisation, da nicht nur Mobilfunk sondern z. B. auch jede Leuchtstoffröhre oder Halogenlampe in ihrer Nähe bereits eine "starke Anomalie" erzeugt, welche nach baubiologischem Verständnis irgendwann ein wie auch immer geartetes Leiden ihres Nutzers zur Folge haben könnte.
Dem Baubiologen wiederum gefallen diese Richtwerte aus dem einfachen Grund, weil es dank ihnen in beinahe jedem Haushalt irgendeinen "Handlungsbedarf" zu finden gibt, der in Form einer Dienstleistung von seiner Seite gegen Bezahlung befriedigt werden kann.
Daher können derartige Empfehlungen nicht mit wissenschaftlich erarbeiteten Grenzwerten verglichen oder gar als Gesetzesvorlage verwendet werden.


Mehr Information

Netzwerk Baubiologie
Homepage des Berufsverbandes Deutscher Baubiologen e. V., mit einer eigenen Elektrosmog-Seite.
Baubiologische Richtwerte für Schlafräume
Dies ist eine Aufstellung der Vorsorgewerte für Umweltbelastungen aller Art des Baubiologen Wolfgang Maes.

 

 

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Zuletzt geändert: 18.05.12