Mobilfunkkritische Ärzteinitiativen und -appelle

 
Einführung

Zur Übersicht eine Stellungnahme des Bundesamts für Strahlenschutz vom Juli 2008::

Mobilfunkkritische Ärzteinitiativen
stellen einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und unspezifischen gesundheitlichen Beschwerden her und legen Material vor, das diesen von ihnen postulierten ursächlichen Zusammenhang beweisen soll. (v. a. Frau Dr. Waldmann-Selsam und Herr Dr. Eger, die Mitglieder vom "Bamberger Appell" und dessen Vorläufer "Freiburger Appell" waren.)

Aussagen
Eine Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden, v. a. Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen, aber auch Tinnitus, Herzbeschwerden, Sehstörungen, Gelenkschmerzen, Juckreiz, Hautausschläge, Wachstumsstillstand, Allergien, Schwindel, Gewichtsabnahme, Störungen der Schilddrüse, Haarausfall, Nasenbluten, Schlaganfälle, Charakterveränderungen u. v. m. werden auf die Exposition gegen elektromagnetischen Feldern v. a. des Mobilfunks ursächlich zurückgeführt.

Stellungnahme
In einem unter der Leitung des BfS unter Anwesenheit von BMU, Wissenschaftlern und mobilfunkkritischen Ärzten geführten Fachgesprächs im August 2006 wurden Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit medizinischen Befundberichten erörtert. Die bisher vorgelegten Fallbeschreibungen genügen nach wie vor nicht den von Ärzten formulierten RKI-Kriterien für medizinische Kasuistiken. Berichtete Beschwerden und Erkrankungen werden nicht systematisch und konsequent durch medizinisch anerkannte diagnostische Verfahren objektiviert. Eine vorurteilsfreie, nachvollziehbare Untersuchung alternativer Erklärungen und deren systematischer Ausschluss erfolgt nicht.
Aus den vorliegenden Unterlagen ergeben sich insgesamt keine Ansätze, die über das hinausführen, was bereits innerhalb des DMFs und in anderen wissenschaftlichen Studien untersucht wurde. Die Fallbeschreibungen sind nicht geeignet, die behaupteten ursächlichen Zusammenhänge zu belegen, zumal aktuelle wissenschaftliche Studien (z.B. die Schlafstudien des DMF) gegen solche Zusammenhänge sprechen.
Das BfS ist unabhängig von diesen Fakten, auch weiterhin daran interessiert, den z. T. von starken Beschwerden betroffenen Einzelpersonen zu helfen und sucht u. a. in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer hierfür geeignete Wege zu finden.

Original: Zusammenstellung der Studien, die öffentliches Interesse erweckt haben, und deren Bewertung durch das BfS (pdf, 56 KB)

 

Der "Freiburger Appell"

Mit dem "Freiburger Appell" forderten als Verfasser 22 Ärzte und Unterstützer aus den Reihen von Baubiologen und bekannten Mobilfunkkritikern Ende 2002 unter anderem eine drastische Senkung der Grenzwerte für Mobilfunkanlagen, den Stopp des Netzausbaus sowie ein Mitspracherecht für Bevölkerung und Kommunen. Darüber hinaus sah der Appell ein Handyverbot für Kinder sowie eine Nutzungseinschränkung für Jugendliche vor.
Dieser Appell wurde anschliessend von über 100 Ärzten und Unterstützern als Erstunterzeichner unterschrieben und zur weiteren Unterschriftensammlung international breit gestreut. Im Verlauf des darauffolgenden, mehrmonatigen offensiven Werbefeldzugs wurde er bundesweit von ca. 40.000 Personen unterschrieben, darunter 1.200 Ärzten und sollte nach einigen Verzögerungen schließlich im November 2003 in Berlin Vertretern verschiedener Ministerien übergeben werden. Die Annahme wurde jedoch von den Adressaten, allen voran Umweltminister Trittin, letztendlich abgelehnt. Im Juni 2005 wurde sie schließlich im Rahmen einer Veranstatung der Weltgesundheitoganisation in Genf an diese übergeben.

Freiburger Appell (5 Seiten, 73 KB)

Der Freiburger Appell - ein neuer Aspekt in der öffentlichen Diskussion über elektromagnetische Felder
Eine kritische Stellungnahme aus umweltmedizinisch-wissenschaftlicher Sicht von Prof. Thomas Eikmann und Dr. Caroline Herr (3 Seiten, 62 KB)

Stellungnahme zur Kritik am Freiburger Appell von Thomas Eikmann und Caroline Herr

 
 

Weitere Ärzteinitiativen und -appelle

Auf den Freiburger Appell folgten in den Jahren darauf eine ganze Reihe weitere Appelle in kürzerer Form, die sich mit teilweise den gleichen Initiatoren inhaltlich an den Freiburger Appell anlehnten:

Appell Allgäu-Bodensee-Oberschwaben Allgäuer Ärzteappell (2006) Coburger Mobilfunkappell (2005) Oberammergauer Ärzteppell (2005)
Haibacher Appell (2005) Pfarrkirchener Appell (2005) Freienbacher Appell (2005) Lichtenfelser Appell (2005)
Hofer Appell (2005) Stockacher Appell (2005) Maintaler Ärzte-Appell (2004) Bamberger Appell (2004)

 

Dr. Waldmann-Selsam

Diese praktische, aber nicht praktizierende Ärztin aus Bamberg hat sich nach vorangegangenen Umweltschutzaktivitäten seit dem Jahr 2004 der Mobilfunkkritik verschrieben und ist seither zur sicher bekanntesten Vertreterin ihrer Art geworden. Zu diesem Zweck sammelt sie bundesweit Gesundheitsbeschwerden von über "Elektrosmog" besorgten Mitbürgern und setzt diese mit den von ihr in deren Umfeld erfassten hochfrequenten elektromagnetischen Feldern in Zusammenhang. Basierend auf diesen "Kasuistiken" ist sie Verfasserin zahlreicher Briefe z. B. an Politiker, Mit-Initiatorin zahlreicher Initiativen sowie gefragte Rednerin auf mobilfunkkritischen Veranstaltungen vor Laienpublikum.

Esowatch zu Dr. Waldmann-Selsam
Akute Gesundheitsgefährdung für die Anwohner der unten aufgeführten Mobilfunkbasisstationen - Sofortiges Einschreiten der Behörden geboten
Mit dem hier wiedergegebenen Brief vom Februar 2006 an den bayerischen Gesundheitsminister wird deutlich, auf welcher fachlichen Ebene die Tätigkeiten von Dr. Waldmann-Selsam anzusiedeln sind.
Der Hamster ist Zeuge
In diesem Beitrag vom April 2007 befasste sich "DER SPIEGEL" kritisch mit den Aktivitäten von Dr. Waldmann-Selsam.
Das Mobilfunksyndrom und die Bürgerangst
Dieser Beitrag auf der unabhängigen Plattform Indymedia befasst sich ebenfalls mit den Aktivitäten von Dr. Waldmann-Selsam.

 
 

Mehr Information

Protokoll des Fachgesprächs zum Thema „Gesundheitliche Auswirkungen der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks – Befundberichte“
Dieses Fachgespräch im Rahmen des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms fand im August 2006 statt.
Entwicklung der Herz-/Kreislaufkrankheiten und neurologischen Erkrankungen in Deutschland von 1993 bis 2005
Das Ziel dieser Studie war die Überprüfung der Entwicklung von Krankheiten und Beschwerden, die in öffentlichen Aufrufen von Ärzteverbänden mit der Hochfrequenzbelastung durch Mobilfunkbasisstationen in Verbindung gebracht wurden (z.B.: "Freiburger Appell" von 2002).
Evidence base for concerns stated by physicians in public appeals on mobile phone technology
Dieser Vortrag auf dem FGF-Workshop zu Schlaf, EEG und kognitiven Funktionen in Stuttgart aus dem Jahr 2007 geht auf einige der oben beschriebenen Ärzteappelle ein und zeigt anhand von Statistiken und Untersuchungen, dass die darin beschriebenen "dramatisch ansteigenden gesundheitlichen Beschwerden" nicht der Realität entsprechen (3.5 MB).
Ärzte und "Elektrosmog"

 

 

Navigation zu
  dieser Seite:
        
Homepage Elektrosmoginfo
Menüseite: Diverses
  Mobilfunkkritische Literatur und Links
      Mobilfunkkritische Ärzteinitiativen und -appelle
 
Zuletzt geändert: 09.01.10