Aktuelle Themen vom 24. Dezember 2007 bis 13. Januar 2008

   

Forschung
Neues aus der Forschung am Menschen, am Tier und in-vitro

  • UMTS-Basisstationsexposition zeigt keinen Einfluss auf kognitive Funktionen
    Ingunn S. Riddervold, Gert F. Pedersen, Niels T. Andersen, Anders D. Pedersen, Jørgen B. Andersen, Robert Zachariae, Lars Mølhave, Torben Sigsgaard, Søren K. Kjærgaard: Cognitive function and symptoms in adults and adolescents in relation to rf radiation from UMTS base stations, Bioelectromagnetics, Early View Published Online: Dec 28 2007
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • Psychomotorische Leistung wird durch kurze wiederholte Handy-Exposition nicht beeinflusst
    G. Curcio, E. Valentini, F. Moroni, M. Ferrara, L. De Gennaro, M. Bertini: Psychomotor performance is not influenced by brief repeated exposures to mobile phones, Bioelectromagnetics, Early View Published Online: Dec 28 2007
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • Untersuchung von In vitro-Wirkungen einer gepulsten 900 MHz-GSM-Befeldung auf menschliche Spermien
    Nadia Falzone, Carin Huyser, Francois Fourie, Tim Toivo, Dariusz Leszczynski, Daniel Franken: In vitro effect of pulsed 900 MHz GSM radiation on mitochondrial membrane potential and motility of human spermatozoa, Bioelectromagnetics, Early View Published Online: Dec 28 2007
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • GSM-Befeldung zeigt in Mäusehirnen keinen Einfluss auf die Genexpression
    A. Paparini, P. Rossi, G. Gianfranceschi, V. Brugaletta, R. Falsaperla, P. De Luca, V. Romano Spica: No evidence of major transcriptional changes in the brain of mice exposed to 1800 MHz GSM signal, Bioelectromagnetics, Early View Published Online: Jan 3 2008
    Abstract
     
  • Hochfrequente Expositon oberhalb der Teilkörper-Grenzwerte zeigt athermische Genveränderungen
    Mazor R, Korenstein-Ilan A, Barbul A, Eshet Y, Shahadi A, Jerby E, Korenstein R: Increased levels of numerical chromosome aberrations after in vitro exposure of human peripheral blood lymphocytes to radiofrequency electromagnetic fields for 72 hours, Radiat Res 2008; 169 (1): 28 - 37
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • Hochfrequente Exposition verursacht erhöhte Zelltodrate
    Joubert V, Bourthoumieu S, Leveque P, Yardin C: Apoptosis is Induced by Radiofrequency Fields through the Caspase-Independent Mitochondrial Pathway in Cortical Neurons, Radiat Res 2008; 169 (1): 38 - 45
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • Protein-Analyse der menschlichen Linsen-Epithelzellen unter Mikrowellen-Exposition
    Li HW, Yao K, Jin HY, Sun LX, Lu DQ, Yu YB: Proteomic analysis of human lens epithelial cells exposed to microwaves, Jpn J Ophthalmol 2007; 51 (6): 412 - 416
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
 

Forschung
Neues aus dem Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm

Im Rahmen des Deutschen Mobilfunk-Forschungsproramms wurden weitere Studien aus dem Bereich Biologie fertiggestellt, ihre Zusammenfassungen und Abschlussberichte können den folgenden Seiten entnommen werden.

  • Untersuchungen zu Wirkungsmechanismen an Zellen unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunktechnologie
    A. Demodulation / Kommunikation

    Fazit: Die vorliegende Studie hat einige Angaben zur mikroskopischen Feldverteilung in Zellen präzisiert. Infolge ihrer geschichteten Struktur und des Wassergehaltes absorbiert die Zellemembran mehr Energie als zuvor erwartet. Ein Ionenausfluss aus Zellen wurde nur bei sehr hohen SAR-Werten beobachtet. Eine Demodulation des UMTS Signals an Nervenzellen wurde nicht gefunden, es zeigte sich aber, dass diese Zellen mit ihrer Aktivität sehr langsamen und schwachen feldbedingten Temperaturschwankungen folgen können. Insgesamt handelt es sich um neue und teilweise unerwartete physiologische Beobachtungen, die beobachteten Veränderungen sind aber unterhalb der gültigen Grenzwerte so gering, dass sie keinerlei gesundheitliche Bedeutung haben.
     
  • Untersuchungen an Probanden unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobiltelefonen
    Fazit: Insgesamt konnte die vorliegende Studie die bisher publizierten Arbeiten zu Einflüssen des GSM Signals auf Schlaf und Kognition nicht bestätigen. Zu UMTS gab es bisher keine vergleichbaren Arbeiten. Die hier beschriebenen wenigen signifikanten Effekte deuten, sofern sie nicht zufällig sind, höchstens auf minimale physiologische Anpassungen und nicht auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung hin. Es wurden keine schlafstörenden Effekte gefunden. Während der Tagestests war der Einfluss der Tageszeit bei allen untersuchten Parametern deutlich stärker als der Einfluss der Mobilfunkexposition.
     
  • Untersuchung der Schlafqualität bei elektrosensiblen Anwohnern von Basisstationen unter häuslichen Bedingungen
    Fazit: Die Ergebnisse der Studie sind im Einklang mit aktuellen Arbeiten, die durchweg keinen kausalen Zusammenhang zwischen subjektiv empfundener Elektrosensibilität und dem vorhanden sein elektromagnetischer Felder finden. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass der Glaube an eine Schirmung zwar die subjektiv empfundenen, aber nicht die objektiv gemessenen Schlafparameter signifikant verbesserte.
  

Kurz & Bündig
Kurznachrichten und neue Links aus dem EMF-Geschehen

  • Neue Homepage der europäischen COST-Aktion "Emerging EMF Technologies and Health Risk Management"
    Diese neue COST-Aktion "Emerging EMF Technologies and Health Risk Management" wurde im November 2007 verabschiedet und ist mit der Nummer BM0704 dem Fachbereich "Biomedicine and Molecular Biosciences" zugeordnet worden. Das Hauptziel der Aktion ist der Aufbau eines Netzwerkes, das es Forschern erleichtert, Wissen und Informationen zum Thema Elektromagnetische Felder und Gesundheit auszutauschen.
     
  • Berichte von nationalen EMF-Forschungs- und Gesetzgebungsaktivitäten auf der Homepage der WHO
    Von dieser Mitgliederübersicht des EMF-Projektes der Weltgesundheitsorganisation kann man von jedem teilnehmenden Land neben den zugehörigen Ansprechpartnern und Links zu nationalen Institutionen auch Jahresberichte der jeweiligen nationalen Aktivitäten auf dem Gebiet der EMF-Forschung und Gesetzgebung herunterladen. Aktuell erschien der Jahresbericht der Russischen Föderation.
     
  • Neuer Newsletter #199 November/Dezember 2007 der Bioelectromagnetics Society (pdf, 1 MB)
     
  • "Hühnereiversuch" als Video
    Im Frühjahr 2006 machte die Satire "Kann man mit Handies Eier kochen" Karriere in Mobilfunkkritikerkreisen, wobei nicht wenige dank ihrer mangelhaften Sachkenntnis diesen Spaß für bare Münze hielten und sie selbst auf "Informations"veranstaltungen weiterverbreiteten. Aufgrund dessen befassten sich in Folge auch seriöse Institutionen mit diesem Experiment und so veröffentlichte z. B. das Mobile Manufacturers Forum im Januar 2007 eine Stellungnahme dazu.
    Nun kann man das Misslingen dieses Experiments auch als Video anschauen, es entstand im Oktober 2007 während der Veranstaltung "Science Week" des "Australian Centre for RF Bioeffects Research" an der australischen Swinburne University.
   

Gesundheit & Politik
Französische Regierungsorgane mahnen zur Vorsicht bei der Handynutzung durch Kinder

Im Frankreich haben sich zuerst der wissenschaftliche Beirat der französischen Fondation Santé et Radiofréquences besorgt über einen zu frühen Gebrauch von Mobiltelefonen durch Kinder gezeigt und danach warnte auch französische Gesundheitsministerium vor einer zu häufigen Handy-Nutzung:

  

Mobilfunkkritiker
Mobilfunkkritische Aktionen und Veröffentlichungen

  • Wahlkampfveranstaltung in München mit Dr. Carlo
    Mit der Einleitung "Einige Menschen haben die Angewohnheit Informationen ungeprüft zu übernehmen. Dieses Phänomen ist häufig die Basis für jede Art der Meinungs-Manipulation" wird im Forum des h.e.s.e-project auf einen anstehenden Auftritt des amerikanischen Mobilfunkkritikers Dr. Carlo auf einer Wahlkampfveranstaltung von Dr. Scheiner für seine Partei "Aufbruch" hingewiesen, um dann diesem Mechanismus jedoch in Umkehr der Realität ausgerechnet sich selbst und Dr. Carlo entgegensetzen zu wollen. In der nachfolgenden Passage werden wie zur Bestätigung dieser eigenen Methode der Irreführung falsche oder veraltete Angaben zu gerichtlichen Vorgängen in den USA gemacht, die sich. u. a. auch in einer falsch genannten Schadensersatzsumme eines in Mobilfunkkritikerkreisen oft interpretierten Gerichtsurteils äussern: Den genannten 300.000$ stehen tatsächliche 30.000$ entgegen, die anderen genannten zusammengefassten 6 Hirntumor-Klagen gegen verschiedene Mobilfunkfirmen sind vom Obersten Gericht in Columbia im August 2007 abgelehnt worden.
     
  • «Die Glocken von Sankt Mamerta»
    Dieser im Jahr 2004/2005 für den Liechtensteinischen "Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk" realisierte Film wrd derzeit anlässlich des im März 2008 anstehenden Umweltschutzgesetzes im Fürstentum neu beworben. Inhaltlich trifft die Bewertung des Webmasters des mobilfunkkritischen "Informationszentrum gegen Mobilfunk (IZGMF) voll zu:
    " ...ist der Film ein wertvolles Zeitzeugnis dafür, wie Fundis oder Mobilfunkkritiker der ersten Generation in den Jahren 2004/2005 argumentiert haben und wie sie, wenn sie nichts dazugelernt haben, noch heute argumentieren."
   

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Mobiltechnologienutzung in den Medien

Zitate

  • "Kurz"interview mit dem Präsidenten von Gigaherz, Hans-Ulrich Jakob
    Im Gegensatz zu anderen mobilfunkkritischen Interviewpartnern wie Bernd Rainer Müller (BUND) oder Siegfried Zwerenz (Bürgerwelle e. V.) gelang es dem Präsidenten der schweizerischen Kritikerorganisation Gigaherz nicht, auf die von einem Fachmagazin gestellten Fragen vernünftige Antworten zu geben, er beließ es bei einer einzigen:
    "Ihre Fragenstellung zeugt nicht gerade von besonderem Fachwissen und lässt eher auf eine arglistige Lügenpropagandaaktion der Mobilfunker schliessen. Für so etwas ist mir meine Zeit zu kostbar."
       
    Weitere Interviews und andere Beiträge im connect-Themenspecial Alles über Handy-Strahlung vom 10.01.08 (siehe unten).

 

Elektrosmog

  • Alles über Handy-Strahlung (connect vom 10.01.08)
    Ein mehrteiliges Themenspecial mit etlichen Interviews: Beim Thema Strahlung hört für viele der Spaß auf. Vom Panikmacher bis zum Mobilfunkbetreiber, der keinerlei Gefahr sieht, sind alle Positionen vertreten. Wer hat Recht und wie schützt man sich vor zu viel Strahlung?
     
  • Nicht nur Zugvögel nehmen das Erdmagnetfeld wahr (Pressemitteilung der Universität Bielefeld vom 10.01.08)
    Neue Hypothesen zur Wirkung von elektromagnetischen Feldern auf den Organismus
      
  • Salzburger klagte Hausbesitzer wegen UMTS-Sendeanlage (derStandard.at vom 09.01.08)
     Ein sich von einer benachbarten Sendeanlage geschädigt fühlendes Ehepaar aus Salzburg hat auf Herabminderung der Sendeleistung geklagt, das Urteil könnte für viele Sendeanlagen in ganz Österreich richtungsweisend sein.
     
  • Urteil zu Standorten für Mobilfunkanlagen (Der Westen vom 08.01.08)
    In diesem Zeitungsartikel wird auf aus mobilfunkkritischer Sicht positiv interpretierbare Randaspekte einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) vom August 2007 eingegangen, in welcher die Stadt Dachau im Streit mit Mobilfunkbetreibern unterlegen war.

 

Mobiltechnologienutzung

  • Schweiz: Freie Handygespräche für die Jugend (Heise Newsticker vom 10.01.08)
    Der schweizerische Mobilfunk-Netzbetreiber Sunrise bietet ab sofort allen Privatkunden bis zum 27. Geburtstag die Möglichkeit, gratis im eigenen Mobilfunknetz zu telefonieren.
     
  • Berliner SPD will Freifunk für alle in der Hauptstadt (Heise Newsticker vom 07.01.08)
    Geht es nach der Berliner SPD, soll die Hauptstadt bald mit einem freien WLAN innerhalb des S-Bahn-Rings aufwarten. Zwischen Charlottenburg und Friedrichshain sowie zwischen Schöneberg und Prenzlauer Berg könnten Einwohner und Touristen bei Verwirklichung des ambitionierten Plans kostenlos etwa über ihr Laptop im Park oder im Straßencafé surfen oder E-Mails abrufen.
     
  • Stauursache Handy (Wissenschaft.de vom 03.01.08)
    Telefonieren am Steuer erhöht nicht nur das Unfallrisiko, sondern kann auch den Verkehrsfluss bremsen und Staus auslösen. Das folgt aus Experimenten amerikanischer Forscher, die 36 Freiwillige in einem Fahrsimulator beobachtet hatten.
     
  • Bitkom kritisiert Handy-Störsender in Gefängnissen (Golem vom 02.01.08)
    Zwei Bundesländer wollen ab Januar 2008 den Einsatz von Mobilfunk-Blockern in Gefängnissen erlauben. Damit soll unterbunden werden, dass die Insassen weiter ihre kriminellen Geschäfte betreiben oder ihre Flucht planen können. Die Installation ist jedoch nicht unumstritten: Laut Branchenverband der IT- und Telekommunikationsindustrie Bitkom wird dabei auch der Funkempfang außerhalb der Gefängnismauern beeinträchtigt.
    Siehe auch: Störsender in NRW-Gefängnissen kosten 9 Millionen Euro (Teltarif vom 04.01.08)
     
  • Handy-Leuchten weist Rettern Weg zu verirrter Familie (Die Welt vom 31.12.07)
    Das Leuchten eines Handys hat eine verirrte Harburger Touristenfamilie im Allgäu möglicherweise vor dem Erfrieren gerettet.

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 51/2007)

 

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Zuletzt geändert: 13.01.08