Macht Mobilfunk krank?
Daten, Fakten, Hintergründe
A. Lerchl
1. Auflage 2007, 92 Seiten, 20 Abbildungen,
Preis: 14,90 Euro
ISBN: 3-88603-919-6
Man findet nur selten ein für die Allgemeinheit bestimmtes Buch von einem selbst in der Forschung tätigen Wissenschaftler, das seine Leser nicht mit Details langweilen möchte, die dieser weder tatsächlich versteht noch wirklich wissen möchte.
"Macht Mobilfunk krank?" von Alexander Lerchl ist eines dieser Ausnahmen - nach einer kleinen Einführung in die Grundlagen der Mobilfunktechnik und deren Strahlung samt zugehöriger Grenzwerte wird vor allem eines versucht: Dem Leser den Blick zu schärfen für die vielen Fallen im Verständnis der komplexen biologischen Zusammenhänge und der Bewertung eventueller gesundheitlicher Auswirkungen des Mobilfunks. Das Buch stellt dazu einige Beispiele von bekannten Studien und Diskussionsthemen vor, allen voran die "Naila-Studie", aber auch die vielerorts praktizierten "Blutuntersuchungen" oder die "Elektrosensibilität". Dazu werden jeweils nicht nur die von den Medien oder verschiedenen Interessenvertretern bekannt gemachten Aspekte vorgestellt, sondern auch andere, von fachlich weniger Bewanderten gerne übersehenen Fakten ins Bewusstsein gerückt und damit manches Missverständnis aufgeklärt. Ausflüge in das zugehörige wissenschaftliche Umfeld samt einer verständlichen Einführung in die Wahrscheinlichkeitsrechnung bilden den Rahmen dazu. Anschließend erfährt man, weshalb und vor allem mit welcher Interpretationsneigung sich die Medien für das alles interessieren und auszunutzen wissen. Damit wird dann auch wieder der Bogen geschlagen zur Einleitung des Buchs, nämlich dem auch gerade für Wissenschaftler schwierigen Umgang mit einer Öffentlichkeit, die durch Vereinfachungen geprägt nicht immer Interesse und Bereitschaft zeigt, wissenschaftliche oder auch technische Fakten so zu verstehen, wie sie mit ihren Einschränkungen und Zusammenhängen zu verstehen sind.
Wer anhand des Titels des Buches auf eine klare Aussage zur Schädlichkeit des Mobilfunks hofft, der wird darin nicht fündig, auch wenn eine kleine Sammlung von Argumenten ganz zum Schluss zumindest einige Irrtümer zu vermeiden hilft. Doch jeder andere Leser, der von einem Wissenschaftler nicht eine solche, heute noch unmögliche absolute Antwort erwartet, der wird bei der Lektüre manchen interessanten Aspekt entdecken und es gerne als Hilfestellung für den Umgang mit einem Diskussionsthema verwenden, das sich umso komplexer und fallenreicher darstellt, je mehr man davon versteht - oder zu verstehen glaubt.
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