Aktuelle Themen der Woche 9

26. Februar - 4. März 2007

   

Forschung
Neues aus der Forschung in-vitro und zur EMV

  • Mobiltelefonexposition induziert in Zellen keine Bildung reaktiver Sauerstoffspezies
    Zeni O, Di Pietro R, d'Ambrosio G, Massa R, Capri M, Naarala J, Juutilainen J, Scarfi MR: Formation of Reactive Oxygen Species in L929 Cells after Exposure to 900 MHz RF Radiation with and without Co-exposure to 3-Chloro-4-(dichloromethyl)-5-hydroxy-2(5H)-furanone, Radiat Res 2007; 167 (3): 306 - 311
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • Mobiltelefone beeinflussen implantierte EKG-Recorder
    Trigano A, Blandeau O, Dale C, Wong MF, Wiart J.: Risk of cellular phone interference with an implantable loop recorder, Int J Cardiol. 2007 Mar 2;116(1):126-30.
    Abstract
    Informationen zu "Implantable loop recorder"
  

Forschung
Handy und Gehirntumor: Einzelne Ergebnisse werden aus dem Zusammenhang gerissen

In einem Beitrag des Deutschen Ärzteblatts äussern sich die Epidemiologen Maria Blettner und Joachim Schüz zu den jüngsten Veröffentlichungen bzw. Interpretationen zu Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Mobiltelefonnutzung und Hirntumoren.

 

Gesundheit
Krebserkrankungen durch Radar und Richtfunk?

Im Kreis Cuxhaven gibt es Diskussionen um eine als ungewöhnlich hoch bezeichnete Anzahl von Krebserkrankungen in mehreren Gemeinden, die von manchen einer mittlerweile stillgelegten Radaranlage sowie Richtfunkstrecken der Bundeswehr zugeschrieben werden.

In der Mitteilung aus Börde Lamstedt wird auch kurz auf Anlagen der Bundeswehr eingegangen, wie etwa das HAWK-Radarsystem oder Richtfunkanlagen. Solchen Systemen bzw. deren Emissionen widmete sich der Bericht zu der Studie Gesundheitliche Auswirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf die Bevölkerung in Niedersachsen des Landes Niedersachsen aus dem Jahr 2002 in jeweils eigenen Abschnitten im Kapitel 3, mehr zu Radaranlagen findet sich auch in dem Abschlussbericht der Radarkommission aus dem Jahr 2003..

 

Politik und Forschung
Fragenkatalog des Bayerischen Landtags "Einfluss des Mobilfunks auf die menschliche Befindlichkeit"

Am 7. Dezember 2006 fand eine Anhörung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz des Bayerischen Landtags zum Thema "Einfluss des Mobilfunks auf die menschliche Befindlichkeit" statt. In diesem Zusammenhang hat das Bundesamt für Strahlenschutz zu den Fragen der Parlamentarier Stellung bezogen.

 

Veranstaltung
Unterlagen vom ICNIRP-Workshop zur beruflichen Exposition erschienen

Vom 14. - 16. Februar veranstaltete die ICNIRP zusammen mit der WHO, dem EMF-NET und weiteren Sponsoren in Mailand einen Workshop zu gesundheitlichen Aspekten und Risikobewertungen beruflicher Exposition mit elektromagnetischen Feldern. Die Abstracts und Präsentationen der dort vorgestellten Beiträge können jetzt von der Homepage der ICNIRP heruntergeladen werden.

Für berufliche Exposition gelten höhere Grenzwerte als für die Öffentlichkeit. Einige Informationen hierzu sowie weiterführende Links sind in dem Abschnitt Arbeitsschutzrechtliche Grenzwerte auf der Seite Grenzwerte in Deutschland zusammengestellt.

  

Mobilfunkindustrie
Aktionen und Veröffentlichungen der Mobilfunkindustrie

  

Mobilfunkkritiker
Mobilfunkkritische Aktionen und Veröffentlichungen

  • Peitinger Mobilfunkstudie: Ergebnisse alarmierend
    Jetzt liegen die Ergebnisse der Peitinger Mobilfunkstudie vor, bei welcher erneut der Versuch unternommen wurde, die Ergebnisse von Blutuntersuchungen in Zusammenhang mit Mobilfunkexpositionen zu setzen.
     
  • Proteste am Weltkongress der Mobiltelefonie
    Diesmal waren es spanische Mobilfunkkritiker, welche heimatnah auf dem 3GSM World Congress in Barcelona die Gründung einer Aktions-Plattform ankündigten, mit dem Ziel "eine Senkung der gesetzlichen Grenzwerte für Mobilfunk-Anlagen herbeizuführen und unabhängige Studien zur Erforschung der Auswirkungen solcher Anlagen auf den Menschen zu fordern".
     
  • Die falschen Studien für einen echten Alarm
    In dieser weiteren, bereits dritten Studienkritik des Mysteriums W. Kuhn nimmt sich dieser den neuesten Hirntumorstudien in einer Weise an, die man bei eher mobilfunkkritischen Studien und deren Interpretationen bisher vermisst. Ein Zitat daraus, wie es in seiner Anwendung auch wünschenwert bezüglich den oft zitierten Studien von L. Hardell wäre:
    "Jede Aussage zu längerem als 8-jährigem Mobiltelefongebrauch in den Interphone-Studien und zu längerer als 6- bis 7-jähriger Anwendung in der dänischen Massenstudie ist falsch, irreführend und im schlimmsten Fall eine vorsätzliche Täuschung der Öffentlichkeit, sofern nicht immer wieder und mit Nachdruck darauf hingewiesen wird, dass die frühere analoge Strahlung eine gänzlich andere als die heutige GSM-Strahlung war."
     
  • Dr. George Carlo ist wieder in aller Munde
    Nachdem es mehrere Jahre still um ihn geworden war, machte der US-amerikanische ehemalige Forscher Dr. George Carlo in der letzten Zeit wieder durch öffentliche moblfunkkritische Auftritte
    von sich reden. Von der Homepage der Bürgerwelle Schweiz kann man jetzt eine deutsche Übersetzung seines "berühmten Brief an die US-Mobilfunkindustrie" aus dem Jahr 1999 sowie einige Textauszüge aus dem von ihm teilweise mitgestalteten Films "Der Handykrieg" herunterladen.
     
  • Brüssel ist streng gegenüber den GSM-Antennen
    Die Bürgerwelle Schweiz stellt in diesem Beitrag einige Aspekte des neuen Beschlusses des Brüsseler Regionalparlamentes vor, der (nur) für Brüssel für Mobilfunkanlagen einen deutlich tieferen Grenzwert als bisher vorsieht. Das Parlament muss basierend auf diesem Beschluss innerhalb von zwei Jahren ein entsprechendes Gesetz einführen, das dann jedoch angefochten werden kann.
     
  • Mobilfunkgegner warnen vor neuer Sendetechnik (Donaukurier vom 21.02.07)
    Auch dieser Beitrag befasst sich mit der derzeit ebenso gerne wie irrtumsbehaftet diskutierten Technik von EDGE, wofür die folgende Passage geradezu beispielhaft ist:
    "Nach Auskunft der Messtechnikfirma Gigahertz kann mit den derzeitigen Messgeräten diese Strahlung noch nicht gemessen und von anderen Mobilfunkstrahlungen unterschieden werden", so Ulrich Mayer vom BN-Vorstand. Auch die Firma "Biologa", die sich auf Abschirmtechniken spezialisiert hat, kann bisher keine Abschirmung empfehlen."
     
    Dazu erschien in der selben Zeitung wenige Tage später folgender Artikel:

    T-Mobile fordert "Fakten statt Furcht" (Donaukurier vom 25.02.07)
    "Man muss es leider so deutlich sagen: Hier spricht jemand, der die Technik nicht einmal in Ansätzen verstanden hat. Hier spricht aber auch jemand, der mit der Angst bei einem Teil der Bevölkerung Schindluder treibt."
   

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Mobiltechnologienutzung in den Medien

Elektrosmog

 

Mobiltechnologienutzung

 

Elektrosmog-Historie
Der Blick zurück: Was war vor fünf Jahren? - "Salzburger Vorsorgewert" existiert in Salzburg nur auf dem Papier

Seit seiner erstmaligen Vorstellung im Jahr 1998 geistert er in immer wieder verschiedenen Interpretationen durch die Lande: Der "Salzburger Vorsorgewert" mit einer ursprünglich maximal erlaubten Immission aller Mobilfunkanlagen von 1 mW/m². Trotz zu keiner Zeit gesetzlichen Verpflichtung selbst in Salzburg, wurde (und wird) dieser Wert von manchen immer wieder als vebindlich sogar für ganz Österreich dargestellt und als in Salzburg erfolgreich eingeführt beschrieben.

Nach verschiedenen kleineren Messaktionen in Salzburg, welche immer wieder die Nichteinhaltung dieses unverbindlichen maximalen Immissionswertes aufzeigten, ließ das schweizerische Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) im Zuge einer Diskussion zu eventuellen Übernahme dieses Vorsorgewertes in der Schweiz im Lauf des Jahres 2001 eine umfangreiche Messaktion in Salzburg durchführen, um genauere Kenntnis über die Umsetzung dieses Vorsorgewertes zu erhalten.
Der Abschlussbericht dieses Projektes, welches auch einige theoretische Betrachtungen enthält, wurde schließlich am 4. März 2002 der Öffenlichkeit vorgestellt, worin an 8 von 13 Messorten dieser Vorsorgewert als bis um das 40-fache überschritten beschrieben wurde.

Kurz vor dieser Veröffentlichung, im Februar 2002, wurde von der Landessanitätsdirektion Salzburg aufgrund von "empirischen Erkenntnissen der letzten Jahre" eine erneute Senkung des Wertes von 1 mWm² vorgeschlagen, nämlich für Innenräume ein Wert von 1 Mikrowatt/m² und im Freien ein Höchstwert von 10 Mikrowatt/m². Dies wurde den GSM-Netzbetreibern und der Politik in Salzburg mitgeteilt, ohne jedoch eine weitere Beachtung bzw. Berücksichtigung zu finden.
Bei eigenen Messungen der Stadt Salzburg wurde im Herbst 2003 ebenfalls bei einigen Standorten Überschreitungen des Wertes von 1 mW/m² festgestellt, der Rekord lag bei einer 660-fachen Überschreitung. In Folge und aufgrund eines verunmöglichten UMTS-Ausbaus wurde schließlich in Salzburg im Frühjahr 2005 von der Idee eines starren Immissionsgrenzwertes Abschied genommen und mit einer flexibleren Lösung eine immer noch immissonsverminderte, aber realisierbare Mobilfunkversorgung ermöglicht.

 

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    Aktuelle Themen der Woche 9 (26. Februar - 4. März 2007)
 
Zuletzt geändert: 04.03.07