Aktuelle Themen der Woche 4

22. - 28. Januar 2007

   

Forschung
Neues vom Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm

Aus dem Bereich Biologie erschien zu folgendem Projekt ein neuer Zwischenbericht:

Neue Projekte in den Bereichen Biologie und Dosimerie:

   

Forschung
Echo auf die neueste Studie aus dem Interphone-Projekt

Die Veröffentlichung der neuesten Studie aus dem Interphone-Projekt zu möglichen Risiken von Hirntumoren durch Mobiltelefonnutzung hat erwartungsgemäss unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen: Während sich neutrale Organisationen und auch Mobilfunkbetreiber an die relativierenden Aussagen der Studienautoren hielten, glaubten mobilfunkkritische Kommentatoren trotz offensichtlicher Unkenntnis des kompletten Originaltextes durch Interpretation des Abstracts weitergehende Schlussfolgerungen ziehen zu können.
Für diese Studie haben die Länder Großbritannien, Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen gemeinsam ihre Resultate zu einem möglichen Zusammenhang von Handynutzung und Gliomen, einer bösartigen Hirntumorart, zusammengefasst.

Eine etwas ausführlichere Darstellung der gefundenen Ergebnisse als im öffentlich zugänglichen Abstract der neuen Studie kann man einer Zusammenfassung des EMF-Portals finden:

  

Dosimetrie
Schweizer Bundesamt für Metrologie: Immissionen durch UMTS sind zuverlässig messbar

Vom Bundesamt für Metrologie (METAS) organisierte Vergleichsmessungen haben ergeben, dass die Signale von UMTS-Antennen zuverlässig gemessen werden können. Die Resultate bestätigen, dass die in der Messempfehlung der Bundesämter für Metrologie (METAS) und Umwelt (BAFU) aus dem Jahr 2003 vorgeschlagene, code-selektive Messung für die Beurteilung der UMTS-Strahlung von Basisstationen geeignet ist. Bei dieser Messempfehlung wird eine maximal zulässige erweiterte Unsicherheit von 45% und die als Pauschalbeitrag einzubeziehende Standardunsicherheit der Probenahme von 15% angesetzt, die von den 12 angetretenen Messlaboren ohne weiteres erreichbar schien.

Bei einer Messkampagne im Jahr 2005 wurden vom METAS bei Anwendungen in der Praxis noch Abweichungen von bis zu 7 dB (124 Prozent bei der el. Feldstärke) gefunden, worauf verschiedene Überlegungen zur Verminderung dieser Ungenauigkeiten angestellt wurden. Nach einem Bundesgerichtsurteil vom September 2006 wurde die erreichbare Genauigkeit durch Nachkalibrierung der Messgeräte als ausreichend betrachtet.

   

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Mobiltechnologienutzung in den Medien

Elektrosmog

  • Ober-Werber werden zu Studienobjekten (HNA vom 25.01.07)
    Als Ärgernis wird von vielen Ober-Werbern empfunden, dass es in ihrem Ort keinen Handyempfang gibt ­ in keinem der vier Mobilfunknetze. Aber genau das macht Ober-Werbe interessant für die Wissenschaftler der Berliner Charité. Sie haben die Einwohner des Orts eingeladen, an ihrer bundesweiten Studie teilzunehmen.
     
  • ZürcherInnen fordern Eindämmung der Mobilfunkstrahlung: Petition «Risiko Mobilfunk» an den Stadtrat übergeben (Pressemitteilung der Züricher Grünen vom 23.01.07)
    Das Komitee «Risiko Mobilfunk» hat am 24. Januar ihre Petition «Risiko Mobilfunk» mit 6'059 Unterschriften dem Stadtrat übergeben. Dabei ist gegenüber Robert Neukomm nochmals bekräftigt worden, dass die Gesundheit der Bevölkerung endlich Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen bekommen muss.

 

Mobiltechnologienutzung

  • Handy-Sucht: Angst und Depression als Folgen (Pressetext.de vom 23.01.07)
    Für eine immer größer werdende Zahl an Handynutzern wird der kleine Begleiter in Sachen Mobilfunkkommunikation zur unabkömmlichen Notwendigkeit.
 

Elektrosmog-Historie
Der Blick zurück: Was war vor fünf Jahren? - Großbritannien startet nationales Forschungsprogramm

Die Vorgeschichte des britischen "Mobile Communications & Health Research Programme" (MTHR) begann in Jahr 1999, als die britische Regierung eine unabhängige Expertengruppe, die Independent Expert Group on Mobile Phones, gebildet und damit beauftragt hatte, den Stand der Forschung zu gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks zu ermitteln. Diese Gruppe unter Leitung von Sir William Stewart legte darauf im Mai 2000 den vielbachteten "Stewart-Report" mit dem Titel "Mobile Phones and Health" vor, der auch einige Forschungsempfehlungen enthielt. Diesen folgend wurde schließlich im November 2001 das mit ca. 7 Mio Pfund ausgestattete "Mobile Communications & Health Research Programme (MTHR)" ins Leben gerufen und im Januar 2002 mit einer ersten Pressemitteilung allgemein bekannt gemacht.

In diesem seither laufenden Programm werden über 20 Studien unterschiedlicher Forschungsgebiete durchgeführt, die neben dosimetrischen Betrachtungen eventuelle Auswirkungen sowohl der Mobiltelefonnutzung als auch durch Sendemasten untersuchen. Die zwischenzeitlich abgeschlossenen Projekte werden zuerst in peer-review Fachzeitschriften und nachfolgend auch auf der eigenen Homepage vorgestellt.
Aktuell kann man in britischen Medien über eine geplante Langzeitstudie mit 200.000 Mobiltelefonnutzen nachlesen, bei denen über einen Zeitraum von 5 Jahre eventuelle gesundheitliche Einflüsse protokolliert werden sollen. In Deutschland wurde die Beteiligung an einer solche Studie als nicht durchführbar bewertet. In einer weiteren Untersuchung des MTHR sollen speziell Kinder betrachtet werden sowie eventuelle Auswirkungen von TETRA.

   

Off-Topic
Kontroverse Funkanwendungen: RFID-Plaketten für Krankenhauspatienten und Mikrowellenkanonen für das Militär

  • Für jeden Patienten eine Etikette (espace.ch vom 25.01.07)
    Immer mehr Warenhäuser versehen ihre Produkte mit Radio-Frequenz-Etiketten. Dieselbe Technologie nutzt nun das Spital Thun für seine Patienten. Bis Ende Jahr soll das elektronische Armband in jeder Station eingeführt sein, mit diesem will es dem Ziel einer «Null-Fehler-Kultur» näher kommen.
     
  • US-Militär stellt Mikrowellen-Kanone vor (Spiegel online vom 25.01.07)
    Das US-Militär macht Ernst mit seinen Plänen zum Einsatz von Energiewaffen. Eine Mikrowellen-Kanone, die bei Menschen unerträgliche Schmerzen verursacht, soll künftig in Krisengebieten - etwa im Irak - Demonstranten und potentielle Angreifer in Schach halten.

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 3/2007)

 

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    Aktuelle Themen der Woche 4 (22. - 28. Januar 2007)
 
Zuletzt geändert: 28.01.07