Aktuelle Themen der Woche 1

25. Dezember 2006 - 7. Januar 2007

   

Forschung
Studien am Menschen zu kognitiven Funktionen und EEG während Mobiltelefonieren

  • Mobiltelefonieren zeigt keinen Einfluss auf kognitive Funktionen
    Christian Haarala, Fiia Takio, Taija Rintee, Matti Laine, Mika Koivisto, Antti Revonsuo, Heikki Hämäläinen: Pulsed and continuous wave mobile phone exposure over left versus right hemisphere: Effects on human cognitive function, Bioelectromagnetics. 2007 Jan 3; [Epub ahead of print]
    Abstract
     
  • Mobiltelefonieren zeigt undifferenzierten Einfluss auf das EEG
    Christina M. Krause, Mirka Pesonen, Christian Haarala Björnberg, Heikki Hämäläinen: Effects of pulsed and continuous wave 902 MHz mobile phone exposure on brain oscillatory activity during cognitive processing, Bioelectromagnetics. 2007 Jan 3; [Epub ahead of print]
    Abstract
 

Niederfrequenz
Hinweise auf genetisch bedingt unterschiedliche Reaktionen auf niederfrequente Magnetfelder

Ein mexikanischer Forscherteam hat bei Kindern mit dem genetisch bedingten Down-Syndrom bei einer Magnetfeldexposition von 0,6 µT (oder mehr) ein fast vierfaches Risiko einer Leukämieerkrankung gegenüber weniger exponierten Kindern mit dem Down-Syndrom gefunden. Da Kinder mit dem Down-Syndrom bereits von vornherein das 20-fache Risiko einer Leukämieerkrankung gegenüber normalen Kindern haben, werten die Forscher dies als Hinweis darauf, dass diese genetischen Unterschiede auch Einfluss auf die Wirkung von Magnetfeldern haben könnten.
Mejia-Arangure, Juan Manuel et al: Magnetic Fields and Acute Leukemia in Children With Down Syndrome, Epidemiology. 18(1):158-161, January 2007
Abstract

  

Forschung
Neue Veröffentlichungen vom EMF-NET

Das im Jahr 2004 von der Europäischen Kommission gestartete EMF-NET hat mehrere neue Berichte zu elektromagnetischen Feldern herausgegeben:

  • Fact sheet on Lipoatrophia EMF
    In diesem Papier befasst sich das EMF-NET mit der erstmalig von flämischen Wissenschaftlern im Jahr 2001 mit elektromagnetischen Feldern in Verbindung gebrachte seltenen idiopathischen Krankheit Lipoatrophia semicircularis, die durch halbrunde überwiegend an den Oberschenkeln auftretende Vertiefungen gekennzeichnet ist und allgemein als „gewellte Oberschenkel“ bezeichnet wird.
     
  • Fact sheet on Distance from Radio Base Station
    Dies ist eine Meinungsäusserung zu einem eventuellen Gesundheitsrisiko in der engeren Nachbarschaft zu Mobilfunk-Sendeanlagen (60ft = 18m).
     
  • Fact Sheet on Radio Frequency Identification
    Dieser Bericht geht auf die derzeitige Forschungssituation speziell zu elektromagnetischen Feldern ein, wie sie durch RFID-Anwendungen erzeugt werden.
     
  • Fact sheet on Mobile Telephone Base Station
    Eine kurze Stellungnahme zur Sicherheit von Mobilfunk-Sendeanlagen.
     
  • Zum Download der Berichte
    

Gesellschaft
Repräsentative Umfrage zum Elektrosmog veröffentlicht

Eine schweizerische Forschergruppe hat die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des BUWAL aus dem Jahr 2005 nun auch in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Damals wurden 2048 Schweizerinnen und Schweizer darüber befragt, ob sie sensibel auf "Elektrosmog" reagieren. Das Ergebnis: Rund 5 Prozent der Befragten sind davon überzeugt und glauben dadurch gesundheitlich beeinträchtigt zu sein. Als Beschwerden werden hauptsächlich unspezifische Krankheitssymptome wie Schlafstörungen oder Kopfschmerzen angegeben.
Schreier N, Huss A, Roosli M.: The prevalence of symptoms attributed to electromagnetic field exposure: a cross-sectional representative survey in Switzerland, Soz Praventivmed. 2006;51(4):202-9.
Abstract

 

Mobilfunkkritiker
Weiter Wirbel um die Züricher Wiederholung der niederländischen TNO-Studie

Während bei sogenannten "kritischen" Studienergebnissen vielen Mobilfunkkritikern bereits der Abstract zur Meinungsbildung ausreicht und spätestens deren Text in einer Fachzeitschrift nicht mehr in Frage gestellt wird, ist dies bei umgekehrten Ergebnissen anders: Hier werden andere Maßstäbe angelegt und, wie im hier beschriebenen Fall der Züricher Wiederholung der niederländischen TNO-Studie zu Befindlichkeitsstörungen durch UMTS-Mobilfunkanlagen, die Herausgabe der Rohdaten bzw. internen Unterlagen verlangt.
Da dies natürlich jedoch nicht wie selbstverständlich geschieht, ist dies Anlass für weitere Vorwürfe, in diesem Fall ursprünglich aus den Niederlanden:

    

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Mobiltechnologienutzung in den Medien

Elektrosmog

 

Funktechnik

  • NTT DoCoMo nimmt Super 3G in Angriff (Teltarif vom 05.01.06)
    Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo will seinen Kunden ab dem Jahr 2010 die mobile Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s anbieten. Bis zum Jahr 2009 will das Unternehmen die Entwicklung des Standards 3.9G, UTRAN LTE ("Universal Terrestrial Radio Access Network Long Term Evolution") - auch Super 3G genannt - abgeschlossen haben.
     
  • Auch ohne Provider: Funker sind mit der Welt in Kontakt (Lübecker Nachrichten vom 24.12.06)
    Früher schufen Funker wichtige Verbindungen, heute werden sie vom Internet verdrängt. In Büchen gibt es noch begeisterte Funkamateure.

 

Mobiltechnologienutzung

  • Netzbetreiber geben ihre Mobilfunknetze ab (Handelsblatt vom 04.01.07)
    Noch vor wenigen Jahren war es undenkbar, dass Mobilfunker das Kernelement ihres Geschäfts außer Haus geben. Doch der zunehmende Wettbewerb in der Mobilfunkbranche zwingt die Anbieter, zu sparen. Dabei entsteht ein Trend, der auf den ersten Blick bizarr wirkt: Die Netzbetreiber prüfen ein Outsourcing ihrer Netze.
     
  • Autos werden zu WLAN-Hotspots (ZDnet vom 04.01.07)
    Autos könnten schon bald als rollende Hotspots die Straßen erobern. Nach einem Bericht des "Herald Tribune" will Autonet Mobile in einer Kooperation mit dem Autovermieter Avis Mietwagen mit WLAN-Hotspots ausstatten.
     
  • Mobile Payment lässt auf sich warten (Teltarif vom 02.01.07)
    Bezahlsysteme über das Handy, auch Mobile Payment genannt, werden sich wohl auch in den nächsten Jahren nicht in Deutschland etablieren. Dies geht zumindest aus einer Studie der Beratungsgesellschaft Steria Mummert Consulting hervor.
     
  • "Der Mobilfunk wird schneller werden” (Hannoversche Allgemeine vom 24.12.06)
    Die Bundesnetzagentur will zusätzliche Frequenzen für UMTS und Folgetechnologien bereitstellen, um dem Bedarf nach mehr Übertragungskapazität Rechnung zu tragen. Dafür sei ein zusätzliches neues Frequenzspektrum bei 2,6 Gigahertz vorgesehen.

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 51/2006)

 

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Aktuelle Themen
    Aktuelle Themen der Woche 1 ( 1. - 7. Januar 2007)
 
Zuletzt geändert: 07.01.07