Aktuelle Themen der Woche 49

4. - 10. Dezember 2006

   

Forschung
Dänische Studie findet kein erhöhtes Krebsrisiko durch Handynutzung

Auch in der Fortsetzung einer landesweiten Kohortenstudie aus dem Jahr 2001 fanden dänische Forscher bei 420.095 Handynutzern keinen Hinweis auf ein erhöhtes Krebsrisiko.

  • Joachim Schüz , Rune Jacobsen , Jørgen H. Olsen , John D. Boice Jr , Joseph K. McLaughlin , Christoffer Johansen: Cellular Telephone Use and Cancer Risk: Update of a Nationwide Danish Cohort, Journal of the National Cancer Institute, Vol. 98, No. 23, 1707-1713, December 6, 2006
    Abstract
     
  • Studie findet keinen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonie und Krebs (Heise Newsticker vom 07.12.06)
    Dieser Beitrag fasst die Studienergebnisse kompakt zusammen und erläutert dabei auch einige ihrer Schwächen.

Wie immer bei Studien mit einem solchen Ergebnis fanden etablierte Mobilfunkkritiker keinen Gefallen an den festgestellten Resultaten und versuchten sich auch diesmal schnell wieder mit verschiedenen Kritiken, wie dieser Sammlung vom Tag nach der Studienveröffentlichung zu entnehmen ist.

 

Forschung
Newsletter 4/2006 der Forschungsgemeinschaft Funk (FGF) erschienen

Die diesmaligen Themen dieses Newsletters sind neben den ständigen Rubriken mit Nachrichten, Terminen und "Neues aus der Wissenschaft":

  • Spektrum: Leiden Spermien durch Handynutzung?
  • Bericht vom FGF-Workshop: „Vorgeschlagene Mechanismen für die Wechselwirkung hochfrequenter Felder mit lebender Materie – Demodulation in biologischen Systemen“
  • Warum widmet sich die FGF dem Thema „nichtthermische Wirkungsmechanismen“?
  • Ist der Sehapparat des Menschen durch gepulste elektromagnetische Felder beeinflussbar?
  • Mobilfunkmessreihe Thüringen
  • Das EMF-Kataster Saar
  • EMF-NET - Aktion zieht Halbzeit-Bilanz
     
  • Zum Download der Gesamtausgabe sowie alternativ der Einzelartikel
  

Forschung & Gesellschaft
Fünfter "Science brunch" der schweizerischen Forschungsstiftung Mobilkommunikation

Das Thema dieser Vormittagsveranstaltung in Zürich am 1. Dezember war "Handynutzung und Hirntumorrisiko: Interphone-Studie".

 

Umweltinstitut München
Überarbeitete Broschüre "Mobilfunk-Strahlung: Wie schädlich ist Elektrosmog?

Das Umweltinstitut in München hat die fünfte Auflage seiner Broschüre "Mobilfunk-Strahlung: Wie schädlich ist Elektrosmog?" herausgegeben. Die Inhalte wurden aktualisiert und um neue Grafiken ergänzt.

   

Veranstaltung
Rapporteurs Report vom Workshop der FGF: "Wirken Mobilfunkfelder auf Zellen und Körpermoleküle?"

Auf dieser von der Forschungsgemeinschaft Funk e. V. (FGF) ausgerichteten Expertentagung an der Universität Rostock befassten sich im November 2006 Fachleute mit möglichen Mechanismen für Einflüsse elektromagnetischer Felder unterhalb der thermischen Grenze auf den Organismus.

Im aktuellen Newsletter 4/2006 der FGF (siehe oben) erscheint auch ein deutschsprachiger Bericht von dieser Tagung (pdf, 61 KB).
   

Gesellschaft
Das Mobilfunksyndrom und die Bürgerangst

Von Indymedia erschien nun bereits der vierte Mobilfunkkritiker-kritische Beitrag:
"Die Bamberger Ärztin Dr. Cornelia Waldmann-Selsam hat es mit ihren zahlreichen Fallbeispielsammlungen über angeblich mobilfunkgeschädigte Bürger zum Star der Mobilfunkgegner-Szene gebracht. Ihre von Fachleuten als unseriös kritisierten Fallsammlungen verbreiten Angst unter Bürgern, die in der Nähe von Mobilfunksendern wohnen. Der Beitrag kritisiert die zweifelhafte Vorgehensweise und beschreibt das Umfeld, in dem diese ihren Zuspruch erntet."

  

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Mobiltechnologienutzung in den Medien

Elektrosmog

  • Die erste Antenne ist gefallen (Beobachter.ch 25/06 vom 08.12.06)
    Nach jahrelangem Hin und Her baut Orange eine Mobilfunkantenne ab, obwohl der Vertrag noch läuft. Sind kranke Kälber daran schuld?
     
  • Münchner Gericht weist Klägerin ab (Frankenpost vom 07.12.06)
    Die Frau aus Naila, die gegen den neuen Mobilfunkmast auf dem Eon-Gelände am Kugelfang geklagt hat, ist auch beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München gescheitert.
     
  • Risiko für Kinder im Kaufhaus (Kölner Stadtanzeiger vom 06.12.06)
    Warensicherungsanlagen, die an den Eingängen von Kaufhäusern und Supermärkten Diebstähle verhindern sollen, sind möglicherweise viel gefährlicher als Mobilfunkantennen und Handys.Die Feldstärken dieser Sicherungsdetektoren sind deutlich höher und wirksamer und nutzen Frequenzen, die viel tiefer ins Gewebe eindringen. Studien, ob und zu welchen Schädigungen das beim Menschen führen kann, fehlen bislang und sind nach Ansicht eines Experten dringend notwendig.
     
  • Schlaflos in Oberammergau: Bürger gegen Mobilfunkstrahlen (Heise Newsticker vom 05.12.06)
    Die Aufregung um einen aufgerüsteten Mobilfunkmasten in Oberammergau hat nun auch überregionale Medien erreicht.
    Siehe auch: Aktuelle Messungen des LFU: keine erhöhte Strahlung in Oberammergau (pdf, 38 KB)

 

Funktechnik

  • Funkübertragung mit 6 GBit/s (Golem vom 08.12.06)
    Forscher der australischen "Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation" (CSIRO) haben über eine drahtlose Punk-zu-Punkt-Verbindung bei 86 GHz Daten mit 6 GBit/s übertragen. Dabei erreichten sie mit 2,4 Bit/s/Hz die bislang höchste erreichte Effizienz.
     
  • CAT-iq: DECT-Standard zur Breitband-Datenkommunikation erweitert (Teltarif vom 06.12.06)
    Infineon hat eine neue Produktreihe vorgestellt, die den kürzlich vom DECT-Forum eingeführten Standard CAT-iq (Cordless Advanced Technology) unterstützt. CAT-iq bietet unter anderem auch eine Sendeleistungsregelung, setzt allerdings einen Breitbandzugang wie ADSL oder VDSL voraus.
    Siehe auch: Nachfolger von DECT: CAT-iq (Infineon vom 05.12.06)
     
  • Schweiz: Ausschreibung von 2 Konzessionen für den drahtlosen Breitbandanschluss (BAKOM vom 05.12.06)
    Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) eröffnet im Auftrag der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) die Ausschreibung von 2 landesweiten Konzessionen für den drahtlosen Breitbandanschluss (Broadband Wireless Access BWA). Bei einer ausreichenden Anzahl Bewerber werden die Konzessionen mittels Auktion vergeben.
     
  • Neues TKG: Mobilfunkfrequenzen dürfen gestört werden (Teltarif vom 04.12.06)
    Das neue Telekommunikationsgesetz beinhaltet auch die Freigabe für den erweiterten Einsatz von Störsendern für Mobilfunkfrequenzen. Allerdings geht es dabei nach Angaben des Störsenderherstellers SESP nicht wie in anderen Ländern um Mobilfunkblocker in Theatern, Kinos oder Restaurants. Der Einsatz bleibt in Deutschland ausschließlich Behörden vorbehalten.

 

Mobiltechnologienutzung

  • FTD: Start von Handy-TV beschlossen (Financial Times Deutschland vom 08.12.06)
    Länder, Rundfunkanstalten, Aufsichtsbehörden und Mobilfunkbetreiber haben sich auf die Vergabe von Frequenzen für das Handy-TV in Deutschland geeinigt.
     
  • VoIP per Handy kommt (Teltarif vom 07.12.06)
    Das Telefonieren über das Internet, das vor einigen Jahren noch als skurriles Hobby von Online-Geeks abgetan wurde, hat auch in Deutschland längst ein breites Publikum erreicht. Nun soll VoIP auch die Welt des Mobilfunks umkrempeln.
     
  • Deutsche lieben simple Handys (Financial Times vom 06.12.06)
    Handys können viel - aus der Sicht der Deutschen offenbar zu viel. Denn längst nicht alle Funktionen auf dem mobilen Telefon werden von den Bundesbürgern genutzt. Andere Nationen sind laut einer Studie wesentlich technikfreundlicher.
     
  • Studie: Das Handy wird zum Multimedia-Center (Xonio.com vom 06.12.06)
    Eine Umfrage des eco Verbandes der deutschen Internetwirtschaft unter sechzig Experten aus den Bereichen Telekommunikation, IT und Fernsehen ergab, dass die Mobiltelefone immer mehr Funktionen im Zusammenhang mit dem Medienkonsum übernehmen werden.

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 48/2006)

 

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    Aktuelle Themen der Woche 49 (4. - 10. Dezember 2006)
 
Zuletzt geändert: 10.12.06