Aktuelle Themen der Woche 48

27. November - 3. Dezember 2006

   

Forschung
Neues aus der Epidemiologie zu Hirntumoren

  • Mobiltelefone und Non-Hodgkin-Lymphome
    Linet MS, Taggart T, Severson RK, Cerhan JR, Cozen W, Hartge P, Colt J: Cellular telephones and non-Hodgkin lymphoma, Int J Cancer 2006; 119 (10): 2382 - 2388
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
     
  • Untersuchung zum Zusammenhang von Akustikusneurinomen und medizinischer Vorgeschichte
    Im Rahmen des Interphone-Programms untersuchten skandinavische Wissenschaftler den Zusammenhang des Auftretens von Akustikusneurinomen mit der medizinischen Vorgeschichte der Betroffenen. Dabei wurde festgestellt, dass bei Frauen eine frühere Schwangerschaft das Risiko eines Akustikusneurinoms erhöht, ebenso Epilepsie, wogegen Raucher ein geringeres Riskio aufweisen.
    Schoemaker et al: Medical history, cigarette smoking and risk of acoustic neuroma: An international case-control study, Int J Cancer. 2007 Jan 1;120(1):103-110.
    Abstract
 

Dosimetrie
Deutsches Mobilfunk-Forschungsprogramm: Dosimetrieprojekt zu digitalen Rundfunk- und Fernsehsendern ist abgeschlossen

Die von der IMST GmbH (Kamp-Lintfort) für das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm durchgeführte Studie "Bestimmung der Exposition der Bevölkerung in der Umgebung von digitalen Rundfunk und Fernsehsendern" ist abgeschlossen. Das Fazit daraus lautet:
"Es hat sich herausgestellt, dass durch die Einführung von DVB-T keine generelle Verminderung der Exposition der Bevölkerung durch elektromagnetische Felder zu erwarten ist. Entsprechende Aussagen von Herstellern und Betreibern haben sich in den beiden untersuchten Regionen Nord- und Südbayern nicht bestätigt. In Ballungsgebieten bzw. in den Gebieten, in denen eine "portable indoor" Versorgung angestrebt wird, ist eher mit einer Erhöhung der Exposition zu rechnen. Der Codierungsgewinn von DVB-T wird offensichtlich durch die Erhöhung des Programmangebots und dem Bestreben, eine "Inhouse"-Versorgung zu gewährleisten, mehr als aufgezehrt."

  

Veranstaltung
Workshop "Stellen Kinder eine besonders sensitive Gruppe bei EMF-Exposition dar? Der Stand der Forschung"

Auf diesem in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg von der Forschungsgemeinschaft Funk organisierten Workshop wurden vom 27. - 29. November in Stuttgart aktuelle Untersuchungen präsentiert und diskutiert, die eine Antwort auf die Frage suchen, ob Kinder und Schwangere eine besonders sensible Gruppe bezüglich der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern darstellen. Ein Bericht über die Ergebnisse des Workshops wird im Newsletter 1/2007 der FGF erscheinen.

  

Veranstaltung
Präsentationen vom "3rd MOBILE COMMUNICATIONS SEMINAR "HEALTH, ENVIRONMENT & SOCIETY" in Brüssel

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Europäische Kommission am 20. und 21. November in Brüssel einen Workshop zu elektromagnetischen Feldern, in dem die verschiedenen Beteiligten aus Industrie, Politik und Öffentlichkeit ihre Positionen und Erfahrungen vortragen und austauschen konnten.Dabei ging es nicht nur um die Darstellung aus wissenschaftlicher Sicht, sondern auch um politische Konsequenzen, Befürchtungen der Öffentlichkeit und Risikokommunikation.

  

Veranstaltung
Präsentationen vom "Joint Workshop on Radio Frequency (RF) and Health" in Tokio

Am 14. und 15. November fand in Tokio ein Workshop zu hochfrequenten elektromagnetischen Felder und Gesundheit statt, in dem diesbezügliche Forschungsaktivitäten und die EMF-Gesetzgebung in Japan und Korea im Vordergrund standen. Von der Homepage von COST281 können nun die entsprechenden Präsentationen heruntergeladen werden. In Verbindung mit der Agenda kann man sich so einen Überblick über die dortige Situation verschaffen.

  

Mobilfunkkritiker
Mobilfunkkritische Aktionen und Veröffentlichungen

Unter anderem folgende Themen bewegten in der letzten Tagen und Wochen die Gemüter der Mobilfunkkritiker:

 

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Mobiltechnologienutzung in den Medien

Elektrosmog

  • Steuerrecht: Schutzmaßnahmen gegen Mobilfunkwellen bezahlt nicht der Fiskus (Valuenet vom 01.12.06)
    Errichtet ein Mobilfunkunternehmen in einem Wohngebiet eine Basisstation, so kann eine Anwohnerin nicht verlangen, dass die Kosten für die - von ihr gegen die von der Antenne ausgehende Strahlung - vorgenommenen Schutzmaßnahmen vom Finanzamt als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden.
     
  • Blauer Engel für strahlungsarme Babyfone (Pressemitteilung des BMU vom 30.11.06)
    Die Jury Umweltzeichen hat einen neuen "Blauen Engel" für Babyfone beschlossen. Erste Geräte mit dieser Auszeichnung sollen Anfang 2007 auf den Markt kommen.
     
  • Stress wegen Mobilfunkanlage (azonline.ch vom 30.11.06)
    Wer nicht glauben möchte, dass es Mobilfunkstandorte mit bewilligten Sendeleistungen im fünfstelligen Bereich gibt, hier ist ein Beispiel aus der Schweiz mit 20 Kilowatt (ERP) - mit entsprechend "Stress".
     
  • Handystrahlung laut Experten nicht gesundheitsgefährdend (derStandard.at vom 29.11.06)
    Das Telefonieren mit dem Handy ist ungefährlicher als weitläufig behauptet - zu diesem Ergebnis kommen die Experten des "Wissenschaftlichen Beirat Funk" (WBF). Zum dritten Mal haben sie 33 internationale Studien des vergangenen Jahres überprüft, die Ergebnisse wurden am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert.
    Dazu die Gegendarstellung der Wiener Ärztekammer: Ärztekammer warnt vor Verharmlosung möglicher Gefahren durch Handystrahlung
     
  • Clarins bringt Spray gegen Handystrahlung (inside-Handy vom 27.11.06)
    Gegen Funkwellen, die von Mobiltelefonen ausgehen, gibt es ab dem kommenden Jahr eine echte Neuigkeit: Das französische Kosmetik-Insitut Clarins will ein Spray auf den Markt bringen, das die Haut vor elektromagnetischer Strahlung schützen soll.
    Siehe auch: Effektiver Schutz vor Handy-Strahlung (BareboneCenter.de vom 29.11.06)

 

Funktechnik

  • Das Lampen-Lan (Technology Review vom 28.11.06)
    In Japan plant das Kommunikationsministerium mit Wissenschaftlern, Telefonnetzbetreibern und Elektronikherstellern ein Konsortium einzurichten, das die Nutzung von sichtbarem Licht zur schnurlosen Übertragung von großen Datenmengen in den kommenden fünf Jahren zur Marktreife entwickeln soll.
     
  • Bewegungsunfähig durch Mikrowellen? (Telepolis vom 28.11.06)
    Eine US-Universität erforscht mit Unterstützung des Pentagon die Entwicklung einer nichttödlichen Waffe, die mit Mikrowellen auf nichtthermische Weise Muskeln lahm legen soll

 

Mobiltechnologienutzung

  • Björn Steiger Stiftung bringt mit "i-Kids" spezielles Handy für Kinder (Portel.de vom 01.12.06)
    Die Björn Steiger Stiftung Service GmbH hat ein neues Handy mit Paniktaste speziell für Kinder auf den Markt gebracht: das "i-Kids".
     
  • Studie: Werbung auf dem Handy wird zum Milliardengeschäft (Area Mobile vom 01.12.06)
      
  • Wer will Wimax? (Hese Newsticker vom 30.11.06)
    Wenn die Bundesnetzagentur am 12. Dezember in Mainz mit der Versteigerung von Frequenzen für Broadband Wireless Access (BWA) auf den Bändern zwischen 3400 und 3600 Megahertz beginnt, wird es kein Gedränge geben.
     
  • Kein Klingeln im Unterricht (Ärzte Zeitung vom 29.11.06)
    In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Kinder-Handy entwickelt worden, das während der einstellbaren Unterrichtszeiten automatisch von Klingeln auf Vibration umschaltet.
     
  • Straßenlaternen per SMS anknipsen (Xonio vom 27.11.06)
    Fußgänger sollen Straßenlaternen künftig per SMS anknipsen können. Die Stadtwerke von Lemgo (Kreis Lippe) haben das Projekt „Dial4Light“ beim Wettbewerb T-City der Deutschen Telekom eingereicht und nun zum Patent angemeldet.
 

Off-Topic
Große Verantwortung für Politiker und Journalisten im Umgang mit Risiken

Nicht die Risiken selbst, sondern der Umgang mit ihnen stand im Mittelpunkt des fünften und letzten Dialogforums aus der Reihe "Die Risiken der Münchner", zu dem das GSF - Forschungszentrum und die Münchener Rück Stiftung am Dienstag abend geladen hatten. Über 120 Vertreterinnen aus Behörden, Ärzte, Lehrer und andere interessierte Münchnerinnen und Münchner waren der Einladung gefolgt und diskutierten mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Medien.

 

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Zuletzt geändert: 02.12.06