Neue Forschungsergebnisse: Rückblick 4/2005

 
Auf dieser Seite der Rubrik Wirkungen elektromagnetischer Felder werden in vierteljährlichen Blöcken neue Forschungsergebnisse in-vivo und am Menschen zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder, insbesondere des Mobilfunks vorgestellt. Damit soll alleine eine Übersicht geschaffen werden, daher werden sie hier weder detailliert beschrieben noch bewertet, sondern mit Verweisen zu weiterführenden Quellen versehen.
Die Auflistung der Studien erfolgt chronologisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte beachten Sie, dass auch die als Verweise angegebenen "Abstracts" die Ergebnisse der Studien immer nur sehr vereinfacht zusammenfassen und deren Einschränkungen etc. nur sehr begrenzt wiedergeben.

In-Vitro und weitere neue Studien sind stets aktualisiert im EMF-Portal zu finden.

 
Einzelstudien zu hochfrequenten Feldern

Wirkungen elektromagnetischer 1800 MHz-Felder auf die Melatonin-Freisetzung aus isolierten Zirbeldrüsen

   

Bei dieser Studie wurden die direkten Wirkungen hochfrequenter Felder von 1800 MHz mit verschiedenen SAR-Werten auf die Melatonin-Freisetzung bei isolierten Zirbeldrüsen aus dem Dschungarischen Hamster untersucht werden. Dabei erhöhten sowohl ungepulste als auch GSM-gepulste Felder die Melatonin-Freisetzung bei 800 mW/kg, wogegen bei 2700 mW/kg und somit im thermischen Bereich die Melatonin-Gehalte bei dem ungepulsten Signal erhöht waren, aber bei den GSM-Signal unterdrückt waren.
Sukhotina I, Streckert JR, Bitz AK, Hansen VW, Lerchl A: 1800 MHz electromagnetic field effects on melatonin release from isolated pineal glands, J Pineal Res 2006; 40 (1): 86 - 91
Abstract
Beschreibung im EMF-Portal
 

Krebsinzidenz im Umkreis von Mobilfunkbasisstationen ist nicht erhöht

   

Auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds) und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae) vom 12. - 15. September 2005 in Freiburg wurde eine Analyse des Krebsregisters Bayern vorgestellt, in welcher aufgrund der Untersuchungen in 48 Gemeinden die Ergebnisse der sog. Naila-Studie nicht bestätigt werden können: Weder bei der Inzidenz aller bösartigen Neubildungen noch bei der Inzidenz von strahlenempfindlichen Tumoren (Schilddrüse bzw. Gehirn/Nervensystem) wurde ein Zusammenhang mit der Senderdichte in den Gemeinden erkennbar.
Meeting Abstract: Krebsinzidenz im Umkreis von Mobilfunkbasisstationen und die dazugehörige Präsentation (pdf, 300 kB)
 

Felder von Mobiltelefonen haben keinen Einfluss auf das Gehör

    Bei dieser Studie aus dem europäischen GUARD-Projekt wurde bei Versuchen mit Ratten unter der Langzeitexposition eines Mobiltelefons kein Einfluss auf die Gehörfunktion gefunden.
Galloni P, Parazzini M, Piscitelli M, Pinto R, Lovisolo GA, Tognola G, Marino C, Ravazzani P.: Electromagnetic Fields from Mobile Phones do not Affect the Inner Auditory System of Sprague-Dawley Rats, Radiat Res. 2005 Dec;164(6):798-804.
Abstract
 

Kognitive Funktionen: Mobiltelefon-Exposition beeinträchtigt nicht die Aufmerksamkeit

   

Forscher der Universität Essex untersuchten im Rahmen des britischen Mobile Telecommunications and Health Research Programme (MTHR) mit insgesamt 168 Personen, ob sich durch die Exposition eines Mobiltelefons die Aufmerksamkeit verändert. Dabei fanden sie im Vergleich mit nicht-exponierten Kontrollen keine solchen Einflüsse.
Riccardo Russo, Elaine Fox, Caterina Cinel, Angela Boldini, Margaret A. Defeyter, Dariush Mirshekar-Syahkal, Amit Mehta: Does acute exposure to mobile phones affect human attention?, Bioelectromagnetics Early View, Published Online: 22 Nov 2005
Abstract
Effects of mobile phones on attention ( News-Medical.Net vom 07.12.05)
 

Mobiltelefonexposition zeigt teilweise Einfluss auf kognitive Funktionen

   

Israelische Forscher exponierten für diese Studie Versuchspersonen gezielt auf verschiedenen Seiten des Kopfes mit einem Mobiltelefon und stellen dabei fest, dass bei manchen Tests kognitiver Funktionen ein Einfluss festzustellen war, wenn dabei Gehirnfunktionen in dem exponierten Bereich in Anspruch genommen wurden.
Ilan Eliyahu, Roy Luria, Ronen Hareuveny, Menachem Margaliot, Nachshon Meiran, Gad Shani: Effects of radiofrequency radiation emitted by cellular telephones on the cognitive functions of humans, Bioelectromagnetics Early View, Published Online: 22 Nov 2005
Abstract

Nervensystem von gegenüber Mobiltelefonen empfindlichen Personen und anderen reagiert unterschiedlich

   

Bei dieser Studie untersuchten schwedische Forscher sowohl sich gegenüber den Expositionen von Mobiltelefonen als empfindlich bezeichnende als auch "normal" empfindliche Personen daraufhin, ob sie in Anhängigkeit von der Exposition Veränderungen solcher Parameter wie der Herzpulsrate oder bei den kognitiven Funktionen hatten. Dabei wurden keine Einflüsse der hochfrequenten Felder gefunden, jedoch wiesen die empfindlichen Personen unabhängig von der Exposition ein unterschiedliches Verhalten des Nervensystems auf.
Jonna Wilén, Amanda Johansson, Nebojsa Kalezic, Eugene Lyskov, Monica Sandström: Psychophysiological tests and provocation of subjects with mobile phone related symptoms, Bioelectromagnetics Early View, Published Online: 22 Nov 2005
Abstract
 

Beeinflussen nahe Kurzwellensender die Schlafqualität und die Melatoninproduktion?

   

Eine schweizerische Forschergruppe hat ihre Analysen zur Verbesserung der Schlafqualität und Melatoninproduktion von Anwohnern des im Jahr 1998 abgeschalteten Kurzwellensenders Schwarzenburg vorgestellt.
Ekkehardt-Siegfried Altpeter, Martin Röösli, Markus Battaglia, Dominik Pfluger, Christoph E. Minder, Theodor Abelin: Effect of short-wave (6-22 MHz) magnetic fields on sleep quality and melatonin cycle in humans: the Schwarzenburg shut-down study,
Bioelectromagnetics Early View, Published Online: 8 Dec 2005
Abstract
 

Mobiltelefonexposition beeinflusst bei Mäusen die Keimzellenfunktion und die Blutbildung

   

Bei dieser ungarische Studien mit männlichen Mäusen wurde festgestellt, dass die Exposition mit einem GSM-ähnlichen Signal bei 1800 MHz einen Einfluss auf die Keimzellenfunktion und die Blutbildung hatte.
Forgacs Z, Kubinyi G, Sinay G, Bakos J, Hudak A, Surjan A, Revesz C, Thuroczy G.: Effects of 1800 MHz GSM-like exposure on the gonadal function and hematological parameters of male mice, Magy Onkol. 2005;49(2):149-51. Epub 2005 Oct 24.
Abstract
 

Mobiltelefonexposition beeinflusst bei Mäusen nicht die Blutkörperchenausbildung

   

Bei dieser Studie wurde durch die Exposition mit dem Feld durch ein Mobiltelefon bei Mäusen weder ein Einfluss auf die Ausbildung von roten Blutkörperchen noch auf die Mikrokernentstehung oder weiterer Parameter gefunden.
Görlitz, B. D., Müller, M., Ebert, S., Hecker, H., Kuster, N. and Dasenbrock, C. Effects of 1-Week and 6-Week Exposure to GSM/DCS Radiofrequency Radiation on Micronucleus Formation in B6C3F1 Mice. Radiat. Res. 164, 431– 439 (2005).

Abstract
 

Mobilfunkexposition hat keinen Einfluss auf das Schlaf-EEG

   

In einer Studie der Universität Magdeburg wurde in einer mit 13 Teilnehmern doppeltblind ausgeführten Studie untersucht, ob die zufällige Exposition eines GSM1800-Feldes mit der Leistungsflussdichte von 2,3 W/ in zwei von vier aufeinanderfolgenden Nächten einen Einfluss auf das Schlaf-EEG hatte. Dabei wurde kein statistisch signifikanter Einfluss des hochfrequenten Feldes festgestellt.
Hermann Hinrichs, Hans-JochenHeinze and Michael Rotte: Human Sleep Under the Influence of a GSM 1800 Electromagnetic Far Field., Somnologie (Somnology) 2005; 9 (4): 185 - 191
Beschreibung im EMF-Portal
 

Mobilfunkexposition hat Einfluss auf das Schlaf-EEG

   

Bei einer australischen Pilotsudie zum möglichen Einfluss des Mobiltelefonierens auf die Gehirnwellen und den Schlaf wurde festgestellt, dass Mobiltelefonieren vor dem Schlafengehen den Schlaf zwar nicht störten, gleichwohl jedoch einen Einfluss auf die Gehirnwellen hatte.
Loughran SP, Wood AW, Barton JM, Croft RJ, Thompson B, Stough C.: The effect of electromagnetic fields emitted by mobile phones on human sleep; Neuroreport. 2005 Nov 28;16(17):1973-6.

Dosimetrieberechnungen im Nahfeld von Mobilfunkantennen

    Bei einer spanischen Studie zur Einhaltung von Grenzwerten im Nahbereich von Mobilfunkantennen wird gezeigt, dass unter bestimmten Bedingungen der Grenzwert für die Ganzkörper-Exposition in bestimmten Körperregionen überschritten werden kann, auch wenn der mittlere Ganzkörper-SAR Wert unterhalb des Grenzewretes liegt.
Martinez-Burdalo M, Martin A, Anguiano M, Villar R.: On the safety assessment of human exposure in the proximity of cellular communications base-station antennas at 900, 1800 and 2170 MHz, Phys Med Biol. 2005 Sep 7;50(17):4125-37

Abstract
 

Zypern: Studie zur Gesundheit um einen militärischen Sender

   

Die Universität von Bristol (GB) hat eine unter Federführung von Prof. Alan Preece entstandene Untersuchung vorgelegt, welche den Gesundheitszustand von Einwohnern zweier in der Nähe einer seit einigen Jahren arbeitenden militärischen Sendeanlage gelegenen Gemeinden im Vergleich zu einer anderen Gemeinde vergleicht. Der Bericht umfasst auch ein umfangreiches Literaturreview zu biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder.
Executive Summary (doc, 30 kB)
Kompletter Report (pdf, 924 kB)

 

Weitere Veröffentlichungen

Sonderausgabe der Fachzeitschrift Bioelectromagnetics zum Thema "Elektromagnetische Felder und Kinder" (Volume 26, Issue S7)
 
"Neues aus der Wissenschaft " aus dem Newsletter 4/2005 der Forschungsgemeinschaft Funk
 
Kein theoretisches Modell kann bisher die Wirkung von HF-Feldern unterhalb der Grenzwerte erklären.
Challis, L. J.: Mechanisms for interaction between RF fields and biological tissue. Bioelectromagnetics 26, S98 - S106, 2005
Wirken Felder des Handys auf das Innenohr?
Galloni, P.; Lovisolo, G. A., Mancini, S., Parazzini, M.; Pinto, R.; Piscitelli, M.; Ravazzani, P.; Marino, C.: Effects of 900 MHz electromagnetic fields. Exposure on cochlear cells’ functionality in rats. Evaluation of distortion product oto acoustic emissions. Bioelectromagnetics 26, 536-547, 2005
Wie reagiert das Gehirn von Kindern auf das Feld eines Mobiltelefons?
Preece, A. W., Goodfellow, S. Wright M. G., Butler, S. R., Dunn, E. J., Johnson, Y., Manktelow, T. C., Wesnes, K. : Effect of 902 MHz mobile phone transmission on cognitive function in children. Bioelectromagnetics 26, S138-S143, 2005
Haarala, Ch., Bergman, M., Laine, M., Revonsuo, A., Koivisto, M., Hämäläinen, H.: Electromagnetic field emitted by 902 MHz mobile phones shows no effects on children’s cognitive function. Bioelectromagnetics 26, S144-S150, 2005
Zusammenfassend: Sind Kinder durch Handys stärker gefährdet?
Martens, L.: Electromagnetic safety of children using wireless phones. A literature review. Bioelectromagnetics 26, S133-S137, 2005
Verursacht das Handy Nierenschäden? Gibt es Veränderungen der Schilddrüsen-Hormone?
Koyu, A.; Cesur, G.; Ozguner, F.; Akdogan, M.; Mollaoglu, F.; Ozen, S.: Effects of 900 MHz electromagnetic field on TSH and thyroid hormones in rats. Toxicology Letters 157, 257-262. 2005
Wirken die Felder eines Handys auf die neuronalen Prozesse des Hörens?
Maby, E.; Jeannes, R. L.; Faucon, G.; LiegoisChauvel, C., and DeSeze, R.: Effects of GSM signals on auditory evoked responses. Bioelectromagnetics 26, 341-350. 2005
  Download aller Beiträge (pdf, 44 kB)


 

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Zuletzt geändert: 05.01.06