Aktuelle Themen der Woche 24

13. - 19. Juni 2005

   

Forschung & Gesellschaft
BfS bietet Beteiligung an der Diskussion der "Leitlinien Strahlenschutz" an

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) möchte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit stärker auf die gesundheitlichen Wirkungen von Strahlung richten und hat dazu in den letzten Monaten mit den "Leitlinien Strahlenschutz" Positionen zu 18 grundsätzlichen Fragen erarbeitet, in denen es die Grundlagen des Strahlenschutzes sowie die zukünftigen Herausforderungen darlegt. Neben den Schwerpunkten ionisierende Strahlung geht es dabei auch um hochfrequente elektromagnetische Felder wie etwa durch neue Technologien oder die Grenzwertfindung.
Bevor diese Leitlinien als Handlungsmaxime für die nationalen und internationalen Diskussionen im Strahlenschutz für die nächsten Jahre zu Grunde gelegt werden, sollen die darin vertretenen Ansichten und Konzepte öffentlich zur Diskussion gestellt werden.

 

Forschung
Neues vom Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm

Nach dem Abschluss zweier Projekte aus den Bereichen Biologie und Dosimetrie sind deren Abschlussberichte herausgegeben worden:


Forschung
Neue Hirntumorstudie aus Schweden zeigt erhöhtes Risiko durch Mobiltelefonieren

Bei einer neuen Fall-Kontrollstudie mit 413 Krebspatienten fand der schon durch frühere Untersuchungen dieser Art bekannte schwedische Krebsforscher Dr. Lennart Hardell ein sowohl durch analoge oder digitale Mobiltelefone sowie schnurlose Telefone erhöhtes Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken.
Lennart Hardell, Michael Carlberg, Kjell Hansson Mild: Case-Control Study on Cellular and Cordless Telephones and the Risk for Acoustic Neuroma or Meningioma in Patients Diagnosed 2000-2003, Neuroepidemiology 2005;25:120-128 (DOI: 10.1159/10.1159/000086354)

Abstract

Die weltweit bisher grösste Untersuchung zu "Hirntumor durch Handynutzung", die internationale Interphone-Studie mit ihren bisher vier Teilergebnissen soll bis Ende 2005 abgeschlossen werden, auf deren Basis will die WHO dann eine Wertung dieser Thematik vornehmen.

   

Forschung
Französische Behörde für Umwelt und Gesundheit veröffentlicht neuen Bericht zum Mobilfunk

Die französische "Agence française de sécurité sanitaire environnementale" (AFSSE) hat ihren zweiten Bericht zum Mobilfunk vorgelegt. Darin erläutert und bewertet sie nicht nur den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu eventuellen gesundheitlichen Wirkungen von elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks, sondern beschreibt auch die grundlegenden technischen Eigenschaften der verschiedenen Technologien, soweit sie auf deren Emissionen Einfluss haben.
Insgesamt kommt sie zu dem Schluss, dass noch keine abschliessende Bewertung der Auswirkungen von Mobiltelefonen möglich ist und empfiehlt ähnlich wie das deutsche BfS einen vorsorglichen Umgang damit sowie eine bessere Information der Öffentlichkeit. In Bezug auf Sendemasten sieht sie keine Nachweise für eine Gesundheitsgefährdung, weist aber dennoch auf die Notwendigkeit von Vorsorgemassnahmen sowie dem Dialog mit allen bei deren Installation betroffenen Beteiligten hin.

Die AFSSE wurde im Herbst 2002 gegründet und hat ihren ersten Bericht zum Mobilfunk im April 2003 herausgegeben.

  

Forschung
Newsletter #184 der Bioelectromagnetics Society erschienen

In dieser Ausgabe #184 gib es neben Kurzinformationen aus der Wissenschaft wieder Details zu bevorstehenden Konferenzen sowie Nachrichten aus der Society selbst.

  

Forschung
Neue Studien in der Juli-Ausgabe von "Bioelectromagnetics"

In der aktuellen Juli-Ausgabe 2005 der Fachzeitschrift Bioelectromagnetics sind drei Untersuchungen zu elektromagnetischen Feldern im Frequenzbereich des Mobilfunks:

Wie immer kann man in der Rubrik Early View einen Blick auf die Inhalte der kommende Ausgabe werfen, welche ebenfalls wieder mehrere Artikel zu Feldern des Mobilfunks enthält. Einer davon wird im untenstehenden Beitrag beschrieben:

 

Forschung
Neue Reviews zu Wirkungsmechanismen und Krebs erschienen

  1. Der Chairman des britischen Mobile Telephone Health Research (MTHR) Program, Lawrie Challis, beschreibt in einem Artikel der kommenden Ausgabe 6 des Fachmagazins Bioelectromagnetics den aktuellen Wissensstand zu möglichen Wirkungsmechanismen elektromagnetischer Felder. Darin diskutiert er sowohl thermische als auch nichtthermische Mechanismen von elektrischen und magnetischen Feldern. Für zukünftige Forschung empfiehlt er dabei Effekte in lokal exponierten Gewebeteilen zu untersuchen, welche thermisch von dem umliegenden Gewebe isoliert sind, die mögliche Öffnung von Ionenkanälen durch Bewegungen von magnetischen Partikeln, den Einfluss auf die Konzentration von freien Radikalen sowie die Möglichkeit der Demodulation von gepulsten Mobilfunkfeldern.
    Challis LJ.:Mechanisms for interaction between RF fields and biological tissue. Bioelectromagnetics [epub ahead of print].
     
  2. Vier bekannte amerikanische Wissenschaftler haben ein Review "Mobile phones, mobile phone base stations, and cancer" veröffentlicht, in dem sie sowohl epidemiologische Untersuchungen, als auch Tier- und Zellversuche analysieren. Insgesamt kommen sie dann zu dem Schluss, dass ein eventueller kausaler Zusammenhang zwischen hochfrequenten Feldern und Krebs nur schwach und nicht überzeugend ist. Allerdings fügen sie hinzu, das Untersuchungen am Menschen zu Langzeiteffekten noch ausstehen.
    Moulder JE, Foster KR, Erdreich LS, McNamee JP.: Mobile phones, mobile phone base stations and cancer: a review. International Journal of Radiation Biology 81(3):189-203, 2005
 

Gesellschaft
Zweiter "Science brunch" der schweizerischen Forschungsstiftung Mobilkommunikation

Diese dreistündige Veranstaltung mit dem Inhalt "Vorsorgeprinzip und EMF-Diskussion: Wieviel Wissen erfordert Vorsorge?" wurde von insgesamt 46 Teilnehmern unterschiedlichster Ausrichtung besucht, von der Homepage können neben den verschiedenen Vorträgen auch Teilnehmereinschätzungen heruntergeladen werden.

 

Messungen
Mobilfunkfelder in Niedersachsen liegen weit unter den Grenzwerten

Das Informationszentrum Mobilfunk veröffentlichte die Ergebnisse seiner beim TÜV beantragten Messungen von Mobilfunkfeldern in Niedersachsen. Diese wurden in 25 Kommunen an 100 von diesen vorgeschlagenen Messorten durchgeführt, es zeigte sich durchweg eine nur minimale Grenzwertausschöpfung.

   

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Handys in den Medien

  Grünes Licht für Sunrise ( St. Galler Tagblatt vom 17.06.05)
Dieser Beitrag zur Genehmigung einer umstrittenen Antennenanlage zeigt die zugehörigen typischen Vorgänge in der Schweiz.

  Fliegender Wellenwechsel ( Financial Times Deutschland vom 16.06.05)
Künftige Notebooks und Handys suchen sich automatisch die schnellste oder billigste Verbindung - und wenn eine wegfällt, wechseln sie nahtlos zu einer anderen.
  Funkmasten mit Bauchansatz ( Financial Times Deutschland vom 14.06.05)
Dieser Artikel beleuchtet wieder einmal das Konzept von Luftschiffen als Telekommunikations-Stationen sowie den aktuellen Stand eines amerikanischen Projektes.
  Lauschen nach freien Frequenzen ( Medieninfo der TU Berlin vom 15.06.05)
Frequenzen für neue Dienste sind rar. TU-Professor Adam Wolisz forscht deshalb zusammen mit der Universität in Berkeley, wie lizensierte Funk-Frequenzen durch Zweite mitgenutzt werden können
  Die Open Mobile Alliance veröffentlicht ersten offenen Industriestandard für "Push To Talk Over Cellular" ( Presseportal vom 13.06.05)
Die Open Mobile Alliance (OMA) gab die Verfügbarkeit des Open Mobile Alliance "Push To Talk Over Cellular" 1.0 Candidate Enabler (Open Mobile Alliance PoC 1.0) bekannt, der der Mobil-Branche zusätzliche Möglichkeiten verschafft, neue Dienste über verschiedene Betreiber, Gebiete und Geräte weltweit anzubieten.
  GSM-System für Flugzeuge ( Innovations Report vom 13.06.05)
Der schwedische Telekomausrüster Ericsson hat ein neu entwickeltes GSM-System für Flugzeuge präsentiert. Die Mobilfunk-Basisstation RBS 2708 soll es Passagieren ermöglichen, ihre Mobiltelefone auch während des Fluges an Bord von Verkehrsmaschinen zu benützen.
Siehe auch Heise Newsticker vom 13.06.05

  Keine Strafe für mangelhaften UMTS-Ausbau in Schweden ( Heise Newsticker vom 17.07.05)
Obwohl die schwedischen UMTS-Netzbetreiber ihre Lizenzauflagen nicht erfüllt haben, werden sie vorerst nicht bestraft. Dies hat die dortige Regulierungsbehörde PTS entschieden.
  Niederösterreich will Mobilfunksender besteuern ( Heise Newsticker vom 17.07.05)
Ab 2006 sollen in Österreichs größtem Bundesland in Tarifstufe 1 jährlich 21.000 Euro pro Sendeanlage anfallen. Tarifstufe 2 (13.000 Euro je Unternehmen und Jahr) kommt zur Anwendung, wenn zwei verschiedene Mobilfunker auf einem Bauwerk vertreten sind; 9.000 Euro (Stufe 3) müssen schließlich jährlich pro Sendeanlage und Betreiber bezahlt werden, wenn sich drei oder mehr Netzbetreiber einen Standort teilen.
  Telekomunternehmen erwarten wenig von UMTS im kommenden Weihnachtsgeschäft ( de.internet.com vom 14.06.05)
Gemäss einer Umfrage sind europäische Telekommunikationsunternehmen sehr zurückhaltend in ihren Prognosen zum gegenwärtigen Gewinnpotential mit UMTS.
  GSM in der Antarktis ( Heise Newsticker vom 14.06.05)
Die Wissenschaftler der australischen Forschungsstation Casey haben selbst eine GSM-Basisstation installiert, die via Satellit mit dem Hauptquartier der Australian Antarctic Division auf Tasmanien verbunden ist.

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 23/2005)

 

Navigation zu
  dieser Seite:
        
Homepage Elektrosmoginfo
Aktuelle Themen
    Aktuelle Themen der Woche 24 (13. - 19. Juni 2005)
 
Zuletzt geändert: 18.06.05