Aktuelle Themen der Woche 23

6. - 12. Juni 2005

   

Forschung
Studien zum Schutz von Personen mit Implantaten und Körperhilfen in elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks veröffentlicht

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) hat die IMST GmbH untersucht, inwiefern Personen mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren durch elektromagnetische Felder des GSM Mobilfunks, DECT, UMTS, Power Line Communication und Induktionsfunkanlagen beeinträchtigt werden können. In einer Ergänzungsstudie wurde im Rahmen des Projekts die Störfestigkeit von Cochleaimplantaten in elektromagnetischen Feldern untersucht.
Beide Ergebnisse wurden jetzt auf der Homepage des BMWA veröffentlicht und über dessen neue Ausgabe 3/2005 des Mobilfunk-Newsletters bekannt gemacht.

 

Forschung
Neues vom Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogamm

Es sind zwei weitere Zwischenberichte aus dem Bereich Dosimetrie erschienen, die beide vom gleichen Forschungsnehmer erstellt wurden:

Weiterhin werden auf der Jahresversammlung der BEMS die Ergebnisse zweier weiterer Studien des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms vorgestellt, sie können bereits im zugehörigen Abstract-Band nachgelesen werden (siehe die zugehörige Meldung weiter unten). Im Einzelnen sind dies Berichte zu folgenden Studien:

 

Forschung
Abstracts zur Jahresversammlung 2005 der BEMS erschienen

Die Bioelectromagnetics Societity (BEMS) hat die Abstracts zu ihrer diesjährigen Jahresversammlung vom 19. - 24. Juni in Dublin (Irland) herausgegeben. Der 568 Seiten starke Band wird in zwei textlich zwar inhaltsgleiche, aber unterschiedlich stark komprimierte pdf-Dateien zum Download angeboten und beinhaltet eine Fülle von aktuellen Forschungsergebnissen und Darstellungen zu allen Aspekten biologischer Wirkungen elektromagnetischer Felder, inklusive des Mobilfunks.

 

Forschung
Studie: Handys in der Hosentasche beeinträchtigen die Samenqualität

Bei einer von der britischen Royal Society veranlassten Studie untersuchten australische Forscher an 52 freiwilligen Samenspendern zwischen 18 und 35 Jahren anhand eines von diesen auszufüllenden Fragebogens zu ihrem Lebenstil, welche Faktoren neben dem zur Samenspende stimulierenden Bildmaterial die Samenqualität beeinflussen könnten. Dabei fanden sie u. a. auch heraus, dass Männer, welche ihr Handy in der Hosentasche trugen, eine verminderte Samenqualität aufwiesen.
Kilgallon SJ, Simmons LW.: Image content influences men's semen quality. Biology Letters. 10 June 2005

  

Mobilfunkbetreiber
Studie: Gesundheit ist für Mobilfunkbetreiber kein Tabuthema mehr

In einer Studie wurden insgesamt 18 dass europäische Mobilfunkunternehmen daraufhingehend untersucht und bewertet, wie sie sich in ihrer Berichterstattung und Offenheit zum gesundheitlichen Risiko durch Mobilfunkstrahlung unterscheiden.

 

Grenzwerte
IEEE gibt Stellungnahme zu seinem Grenzwert-Standard C95.1 ab

Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) hat in einer Stellungnahme die Gültigkeit des von ihm herausgegebenen Standards C95.1 zur Begrenzung elektromagnetischer Felder begründet, welcher im Wesentlichen den ICNIRP-Richtlinien entspricht und z. B. in den USA die Basis für nationale Grenzwerte bildet.
In dieser Stellungnahme nimmt es auch Bezug auf von Kritikern geäusserten Vorwürfe wie etwa eine industrielastige Zusammensetzung des Kommittees und die Nicht-Berücksichtigung nichtthermischer Effekte, sowie auf den Verweis auf niedrigere Grenzwerte mancher Länder.

Der im Jahr 1991 vorgestellte und 1999 leicht modifizierte IEEE C95.1 Standard "IEEE Standard for Safety Levels with Respect to Human Exposure to Radio Frequency Electromagnetic Fields, 3 kHz to 300 GHz" befindet sich derzeit in Überarbeitung, über den aktuellen Stand wird auf der Jahresversammlung 2005 der BEMS berichtet werden. Demnach werden die bisherigen Grenzwerte voraussichtlich im Wesentlichen beibehalten bzw. an die ICNIRP-Richtlinien angeglichen.

    

Technik
Astronomen für Handy-Verbot in Flugzeugen

Amerikanische Astronomen haben sich gegen Überlegungen ausgesprochen, die Nutzung von Handys während des Fluges zu erlauben. Sie weisen darauf hin, dass die Handys die ohnehin schwache Radiostrahlung aus dem All beeinträchtigen könnten. Eine »Picocell« an Bord ist nach Meinung der Forscher jedoch geeignet, das Problem zu entschärfen.

Die vorgeschlagene Lösung von bordeigenen Picozellen ist freilich auch für die Fluggesellschaften der einzig gangbare Weg, die Handynutzung an Bord zu gestatten, da wegen der Flughöhe und Geschwindigkeit eine nur sehr eingeschränkte Kommunikation mit Sendemasten am Boden möglich wäre. Deshalb werden bei allen aktuellen Überlegungen und Versuchen auch solche Picozellen eingesetzt, wie etwa beim Projekt Wireless Cabin, welches auch in dem Artikel von Heise erwähnt wird.

                  

Information
Neuer Leitfaden für Recherchen - dargestellt am Fallbeispiel Mobilfunk

In der Reihe FMK-dokumente stellt das österreichische Forum Mobilkommunikation als achte Ausgabe einen von verschiedenen Experten verfassten Leitfaden vor, der die für eine ausgewogene Berichterstattung und Meinungsbildung wesentlichen Mittel und Kriterien der Recherche erläutert.

                     

Buchankündigung
"Mobilfunk" von Dr. Hans-Christoph Scheiner

Der ganzheitliche Allgemeinmediziner und engagierter Mobilfunkgegner Dr. Hans-Christoph Scheiner hat ein neues Buch "Mobilfunk" verfasst, das bereits jetzt vorbestellt werden kann.

Eine Leseprobe aus dem Buch zum Thema Melatonin kann von der Homepage von Dr. Scheiner heruntergeladen werden.
Bei dem herausgebenden Michaels-Verlag wird dieses Buch bemerkenswerterweise in einer Rubrik zum sogenannten Gabriel-Chip geführt, den der Verlag ebenfalls anbietet und wo es sich inmitten von solchen Themen wie "Freie Energie" und "Geheimgesellschaften" wiederfindet.

         

Off-topic: Krebsforschung
Neues Krebsregister in NRW und neues europäisches Netzwerk

In Münster nahm mit dem Epidemiologischen Krebsregister NRW zum 1. Juni 2005 das europaweit größte Krebsregister seine Arbeit auf. Es wird künftig alle in Nordrhein-Westfalen neu auftretenden bösartigen Krebserkrankungen aufnehmen und mit der Auswertung eventueller regionaler Häufungen auch Rückschlüsse auf die Gefährlichkeit spezifischer Umweltfaktoren vor Ort erlauben.

Auf europäischer Ebene wurde Ende Mai ein neues internationales Netzwerk zur Bewertung des Krebsrisikos in Zusammenhang mit Umwelt- und Ernährungsfaktoren sowie der individuellen Anfälligkeit eingerichtet. Sein Ziel ist es, die derzeit fragmentierten Forschungsaktivitäten zu koordinieren und die Qualität und Relevanz der Forschung zu verbessern. Die Netzwerkteilnehmer kommen aus verschiedenen Bereichen, darunter Epidemiologie, chemische Analyse, Genetik, Molekularbiologie, Ernährungswissenschaften, Belastungsbewertung, Risikobewertung und Analysetechniken.

    

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Handys in den Medien

  Strahlenschützer rücken Handys zu Leibe ( Handelsblatt vom 09.06.05)
  Handypickerl soll Fruchtbarkeit sichern ( Mein Tirol online vom 08.06.05)
Ein kleines Pickerl, der Safer Call, sondern soll vor schädlichen Handystrahlen schützen.
  Vatikan: Elektrosmog-Urteil - Hintergrund ( Radio Vatikan vom 11.05.05)

  1 Gbps per Mobilfunk übertragen ( Golem vom 24.06.06)
In Japan hat NTT DoCoMo seine Feldversuche für die nächste Mobilfunkgeneration 4G ausgeweitet und in einem Experiment eine drahtlose Übertragungsgeschwindigkeit von 1 Gbps im Downlink erreicht.
  Lucent und ZTE bieten CDMA-Technik für digitalen Behördenfunk ( Heise Newsticker vom 09.06.05)

  USA: Government studies find hands-free is not risk free ( RCRNews vom 09.06.05)
Zwei neue, von der National Highway Traffic Safety Administration veranlasste Studien haben erneut herausgefunden, dass die Nutzung von Mobiltelefonen beim Autofahren eine wesentliche Ablenkung darstellt und dass die Verwendung von Freisprecheinrichtungen die Situation sogar noch eher verschlechtern kann.
  Mobilfunkbranche im Umbruch ( Heise Newsticker vom 09.06.05)
Die deutsche Mobilfunkbranche steckt nach dem Ende des rasanten Kundenwachstums in einer tiefen Umbruchphase, nun setzen die Anbieter auf eigene Billigmarken.
  Forscher knacken Bluetooth-PINs gekoppelter Geräte ( Heise Newsticker vom 08.06.05)
  Finnen spielen Lotto per Handy ( Xonio vom 08.06.05)
Die handybegeisterten Finnen können nun auch ihren wöchentlichen Lottoschein per Mobilfunk einreichen.
  Mobilfunk Notfallcontainer ( Telekom-Presse vom 08.06.05)
mobilkom austria zeigt auf der Sicherheitsmesse Rescue 2005 einen Notfallcontainer mit Satellitenverbindung und Notstromaggregat zur Kommunikation in Krisengebieten.
 

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 22/2005)

 

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    Aktuelle Themen der Woche 23 (6. - 12. Juni 2005)
 
Zuletzt geändert: 12.06.05