Aktuelle Themen der Woche 22

30. Mai - 5. Juni 2005

   

Gesellschaft
Neue Internetplattform "Mobilfunk in Bayern"

Interessierte Kreise aus Wirtschaft und Gesellschaft haben eine neue Internetplattform "Mobilfunk in Bayern" geschaffen, auf der sie unter anderem über das ödp-Begehren zum Mobilfunk informieren möchten.

Unterdessen mehren sich die Aktivitäten der ödp und deren Unterstützer, um zum Gelingen der im Juli angesetzten Unterschriftenaktion beizutragen. So entstehen im Internet zusätzlich zur Homepage des Koordinationsbüros jetzt auch regionale Plattformen, wie etwa im Landkreis Bad Tölz.

 

Forschung
Neue Ausgabe von "frequentia" des Forum Mobil beschreibt das REFLEX-Projekt

In der neuen Ausgabe von "frequentia", der Faktenblattreihe zu Mobilfunk und Medizin des schweizerischen Forum Mobil, beschreiben Mitarbeiter der Wiener Arbeitsgruppe, Alexander Pilger und Hugo W. Rüdiger, überschaubar die Inhalte und Ergebnisse des im Jahr 2004 abgeschlossenen internationalen REFLEX-Projekts zu genotoxischen Wirkungen elektromagnetischer Felder.

 

Forschung
SAR-Werte von Kindern und Erwachsenen unterscheiden sich nicht wesentlich

Eine Gruppe von amerikanischen und japanischen Wissenschaftlern hat an verschiedenen realitätsnahen Phantomköpfen untersucht, wie sich die SAR-Werte von Erwachsenen und Kindern unterscheiden. Dabei fanden sie je nach Modell verschiedene Egebnisse, die von einem bis zu 20% höheren SAR-Wert bei einem 5-jährigen gegenüber einem Erwachsenen einerseits und anderseits bis zu einem 12% geringererem SAR-Wert bei einem 10-jährigen reichten. Sie erklären das u. a. mit ihrer Messungenauigkeit und stellen in Summe fest, dass sich die SAR-Werte von Kindern und Erwachsenen nicht signifikant unterscheiden.
Bit-Babik G, Guy AW, Chou C-K, Faraone A, Kanda M, Gessner A, Wang J, Fujiwara O.: Simulation of exposure and SAR estimation for adult and child heads exposed to radiofrequency energy from portable communication devices. Radiation Research 163(5):580-590, 2005.
Abstract

  

Forschung
Neues vom Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm

Es wurden für zwei Projekte aus dem Bereich Biologie und Risikokommunikation weitere Zwischenberichte veröffentlicht:

 

Forschung
Grossbritannien möchte weitere Gelder in die Forschung investieren

Laut Zeitungsberichten plant das britische Mobile Telecommunications Health Research (MTHR) Program weitere 10 Mio. £ in die Erforschung eventueller Auswirkungen der Mobilfunknutzung auf die Gesundheit von Kindern und Langzeitnutzern auszugeben.

 

Forschung
Studie: Leukämierisiko unter Hochspannungsleitungen höher

Im British Medical Journal wurde jetzt eine gross angelegte Studie zu einem erhöhten Leukämierisiko von Kindern in der Nähe von Hochspannungsleitungen veröffentlicht, deren Ergebnisse bereits bei ihrer Vorstellung im Jahr 2004 schon einmal erhebliches Medieninteresse hervorgerufen hat (siehe Aktuelle Themen der Woche 44/2004).
Kinder, die zum Zeitpunkt ihrer Geburt weniger als 200 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt wohnen, haben demnach ein 70 Prozent höheres Risiko an Leukämie zu erkranken als Kinder, deren Zuhause mehr als 600 Meter davon entfernt liegt. In einer Entfernung von 200 bis 600 Metern zu den Überlandleitungen ist das Risiko einer Leukämie-Erkrankung gegenüber der weiter entfernt wohnenden Vergleichsguppe laut Studie um 20 Prozent größer.
Die Forscher räumen jedoch ein, dass der gefundene Zusammenhang auch auf statistischen Effekten oder bisher unbekannten Faktoren beruhen könnte.

Gerald Draper,, Tim Vincent, Mary E Kroll, John Swanson: Childhood cancer in relation to distance from high voltage power lines in England and Wales: a case-control study, BMJ 2005;330:1290 (4 June), doi:10.1136/bmj.330.7503.1290

 

Mobilfunkkritiker
Vortrag von Dr. Eger auf der Anhörung der bayerischen Grünen April 2005

Von der Homepage des h.e.s.e-projects kann man jetzt den Vortrag von Dr. Eger, dem Initiator der Naila-Studie, auf der Anhörung "Mobilfunk und Gesundheit" der bayerischen Grünen vom April 2005 herunterladen.

 

Buchankündigung
Kommerz, Gesundheit und demokratische Kultur. Gewinner und Verlierer in einer Modellregion des Mobilfunks

Laut der Verlags-Info soll dieses noch im Juni erscheinende Buch am Beispiel des Saarlandes, das zu einem Modelland des Mobilfunks gemacht werden soll, modellhaft die damit einhergehende Verwilderung demokratischer Kultur aufzeigen und zudem über jenen Teil wissenschaftlicher Wahrheit informieren, der von den Verantwortlichen ignoriert oder der Bevölkerung verschwiegen würde.

Der Autor dieses Buchs, der im Jahr 2002 emeritierte Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Karl Richter sowie dessen Herausgeber, der Rechtsanwalt Hermann Wittebrock, sind Sprecher des Bündnisses saarländischer Bürgerinitiativen Mobilfunk und Mit-Initiatoren des im April 2005 an die Staatskanzeil übergebenen Saarländer Appells. Einen Vorgeschmack auf das neue Buch kann man durch einen Gastbeitrag von Prof. K. Richter in der Saarbrücker Zeitung vom 22.04.04 gewinnen, der bereits mit dem Titel "Freilandversuch an Millionen Menschen" einen Hinweis auf eine der Quellen seines Wissens gibt und mit dem Untertitel "Der Umgang mit Mobilfunk-Anlagen zeigt die Deformationen unserer Demokratie" einige Schlagworte vorwegnimmt.

   

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Handys in den Medien

  Sturm auf die Antennen ( Der Beobachter (Schweiz) 11/05)
Die Angst vor der Verstrahlung nimmt zu: Überall im Land versuchen Bürgerinnen und Bürger, neue Handyantennen zu verhindern. Meist sind sie machtlos.
  Ärzte fordern: „Stoppt den Ausbau!“ ( Frankenpost Online vom 02.06.05)
Nach dem Freiburger-, dem Bamberger- und dem Saarland-Appell gibt es jetzt einen "Hofer Appell": 64 Mediziner aus Hof und Umgebung trugen sich in Unterschriftslisten ein.

  CEPCA: Allianz für Heimvernetzung per Steckdose wächst ( Golem vom 03.06.05)
Spezifikationen für einen neuen Powerline-Standard sollen bis Ende 2005 feststehen.
  Österreich gibt 5-GHz-Frequenzen für WLAN frei ( Heise Newsticker vom 31.05.05)
In Österreich können ab sofort bestimmte Frequenzen im 5-GHz-Bereich für WLAN genutzt werden. Damit ist IEEE 802.11h, sozusagen die europäische Variante des WLAN-Standards 802.11a, nun auch in Österreich legal und ohne spezielle Lizenzen nutzbar, in Deutschland ist dies seit dem Herbst 2002 möglich.
Mehr Information zu Frequenzen und Sendeleistungen auf der Homepage der österreichischen Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH

  MINDS-Projekt der dpa-infocom reif für den Markt: Nachrichtenagenturen wollen mit neuen Konzepten zum Durchbruch mobiler Mediendienste beitragen ( dpa vom 03.06.05)
Zum Abschluss der mit Mitteln der Europäische Kommission geförderten Projektphase präsentierten die beteiligten Nachrichtenagenturen aus fünf Ländern sowie vier
technische Partner zukunftsweisende mobile Informationsdienste sowie neue Geschäftsmodelle für die Zusammenarbeit zwischen Medienhäusern und Mobilfunk-Netzbetreibern.
  Nachfrage nach mobilen Breitband-Diensten noch gering ( Pressetext.de vom 03.06.05)
Jüngere Verbraucher sind sehr an Radio- und Musikdownloads für ihr Mobiltelefon interessiert, generell ist die Nachfrage nach mobilen Breitband-Diensten aber noch gering, wie eine neue amerikanische Studie ergeben hat.
  Billigst-Handys in Sichtweite ( ZDNet.de vom 03.06.05)
Billigst-Handys, die 25 Dollar und weniger kosten, sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre auf den Markt kommen. Dies zumindest geht aus einer Umfrage hervor, die der texanische Technologie-Spezialist Portelligent unter Industrie-Kunden aus dem Wireless- und Elektronik-Bereich durchgeführt hat.
  BIELEFELD: Das Handy endlich mal weit wegwerfen ( Neue Westfälische Zeitung vom 02.06.05)
Noch ist Zeit zum Üben: Wer sein Handy so auf 75 Meter werfen kann, darf sich bei der ersten Deutschen Meisterschaft im Handy-Weitwurf in Bielefeld gute Chancen ausrechnen - und als Sieger zu den Weltmeisterschaften nach Finnland fahren.
  Bluttest am Handy ( Pressetext Deutschland vom 02.05.05)
Wissenschaftler der schwedischen Universität von Uppsala haben ein neuartiges portables Bluttestgerät entwickelt, das mit einem Handy Daten überträgt. Damit sollen in Zukunft Kosten gespart werden und rasch Entzündungen im Körper entdeckt werden können.
 

Digitaler Behördenfunk: Regierung gründet Bundesanstalt ( Heise Newsticker vom 01.06.05)
Laut Beschluss des Bundeskabinetts soll künftig eine neu zu gründende "Bundesanstalt für den Digitalfunk" für den Aufbau und den Betrieb eines Digitalfunknetzes in Deutschland zuständig sein. Laut einem späteren Bericht gibt es aber auch Widerstand: Digitaler Behördenfunk: CDU/CSU blockiert BOS-Bundesanstalt ( Heise Newsticker vom 03.06.05)

  Jugendschutz für mobile Angebote aufs Handy ( Teltarif vom 31.05.05)
Die deutschen Mobilfunkanbieter wollen in Kürze gemeinsame Jugendschutz-Standards für kostenpflichtige Dienste einführen.

 

 Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 21/2005)

 

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    Aktuelle Themen der Woche 22 (30. Mai - 5. Juni 2005)
 
Zuletzt geändert: 05.06.05