Aktuelle Themen der Woche 12

21. - 27. März 2005

   

Wissenschaft
Neue Mobilfunk-Beiträge im Fachmagazin "Umweltmedizin in Forschung und Praxis"

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Umweltmedizin in Forschung und Praxis" beschäftigen sich zwei Beiträge mit der Thematik Mobilfunk und Gesundheit: Huss et al. untersuchten Patienten, die elektromagnetische Felder als Ursache für ihre Beschwerden vermuteten, im Rahmen einer umweltmedizinischen Beratung. Schütz und Wiedemann beschreiben die überaschende Tatsache, dass Vorsorgemaßnahmen die Besorgnis über elektromagnetische Felder eher verstärken und somit das Vertrauen in den Gesundheitsschutz verringern können.

Abstracts:

  

Forschung
Replikationsstudie zeigt Fehler in der Bestimmung des SAR-Werts bei ursprünglicher Studie auf

Die Präparierung der Versuchsanordnung für die von der WHO empfohlenen Replikation einer Untersuchung aus dem Jahr 1997, bei welcher der amerikanische Forscher Theodore Litovitz einen Einfluss gepulster hochfrequenter Felder auf die mit dem Krebsgeschehen in Verbindung bestehende Zellproliferationsrate gefunden hat, hat einen Fehler in der damaligen SAR-Bestimmung aufgezeigt: Der damalige Versuch wurde offensichtlich mit einem SAR-Wert von 6 W/kg statt der angenommenen 2,5 W/kg durchgeführt.
Nikoloski N, Fröhlich J, Samaras T, Schuderer J, Kuster N.: Reevaluation and improved design of the TEM cell in vitro exposure unit for replication studies. Bioelectromagnetics 26(3):215-24, 2005
Abstract

  

Sicherheit
Studie: Handys sind keine Gefahr für Tankstellen

Der Soziologe Dr. Adam Burgess von der University of Kent ist der Frage nachgegangen, ob Handynutzung an Tankstellen eine Ursache für Explosionen sein könnte. In einer Analyse von 243 Feuern auf Tankstellen, die in den letzten 11 Jahren durch Handys verursacht worden sein sollen, kam er zu dem Ergebnis, dass keines wirklich mit einem Handy in Verbindung gebracht werden kann.

Auszug aus dem Abstract zur Jahreskonferenz 2005 der British Sociological Association, auf welcher Dr. Burgess seine Studie am 23.03.05 vorgestellt hat:

In many countries mobile phone use is banned at petrol stations, adding to the uncertain sense in which mobile phones are understood to pose a health risk. In so far as an explanation for the ban is forthcoming, petrol station attendants will tell you that the ban is based upon the real possibility that the phone's battery might cause a spark and ignite petrol vapours. In some cases this is backed up with rumours of unspecified, but actual incidents. In fact the chances of such an occurrence have been shown to be virtually negligible and not warranting further investigation. But an internet rumour from 1999 has reported alleged incidents where explosions have taken place, and this rumour has subsequently been elaborated upon and turned into hoax e mails from major oil companies. Partly as a result even most fire personnel still believe that mobiles can cause explosions. It appears that the source of these rumours is often lower level staff at oil companies themselves, who uncritically send on and even 'sex up' stories and videos they receive alleging such incidents. In an important twist to this tale, there have been a number of fire incidents at petrol stations - mainly in the USA - but these have been caused by body static, not mobile phones. Many of the rumours apparently showing a mobile phone igniting petrol vapours are actually incidents involving static. As is often the case risk rumour is here not pure invention but a twisting of the truth.
Original: http://www.britsoc.co.uk/new_site/user_doc/AbstractBk11Mar.pdf
 

Politik
Nordrhein-Westfalen: Mobilfunkerlasse werden aufgehoben

Das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport NRW hat angekündigt, die Runderlasse zur baurechtlichen Beurteilung von Mobilfunkanlagen aus 2002 und 2003 ersatzlos aufzuheben.

 

Politik
Baden-Württemberg: Neues Mobilfunkabkommen zwischen kommunalen Landesverbänden und Mobilfunkbetreibern

In diesem jetzt unterzeichneten freiwilligen Abkommen verpflichten sich die Netzbetreiber, künftig Städte und Gemeinden bei der Auswahl und Installation von neuen Mobilfunkanlagen besser einzubinden.

   

Recht
Frankreich: Gericht erlaubt mobilfunkkritischen Organisationen Kampagnen gegen Kinderhandys

Ein französisches Gericht erlaubt in einem Urteil den zwei mobilfunkkritischen Organisationen Priartem und Agir contre l'environnement die Weiterführung einer Kampagne gegen den Vertrieb von in China gefertigten speziellen Kinderhandys. Der Prozess wurde von dem monegassischen Vertreiber dieser Geräte ITT angestrengt, der jetzt jeweils 1.200 Euro Verfahrenskosten an die beiden zahlen muss.

   

Information
"mobilfunk spots" Ausgabe Nr. 22 des Informationszentrums Mobilfunk erschienen

Das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) hat die März-Ausgabe seines monatlichen Newsletters mit Neuigkeiten, Hintergrundinformationen und weiterführende Links rund um die mobile Kommunikation vorgestellt.

    

Technik
WiMAX: Der Stand der Dinge

Das Fachmagazin Teltarif stellt in einem Artikel den Stand der Einführung der von einigen heiss diskutierten neuen Mobilfunktechnik WiMAX vor:

Gleichzeitig bemühen sich in Deutschland verschiedene Gemeinden bei den potenziellen Betreibern um die Einführung dieser neuen Technik, freilich nicht alle mit Erfolg, so wie hier:

  

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Handys in den Medien

  Forscher rät zu Vorsicht ( ORF vom 23.03.05)
Dieser Beitrag befasst sich mit den jüngsten Äussserungen des US-Forscher Henry Lai, wobei er eine in Teilen etwas umformulierte Zusammenfassung eines Artikels von AP vom 21.03.05 als Grundlage benutzt, der besonders in den USA in etlichen Medien verbreitet wurde. Dieser wiederum beruht auf der März-Ausgabe des an der University of Washington herausgegebenen "Alumni-Reports" (siehe "Medien" in den Aktuelle Themen der Woche 10).

  Fahndungsfotos auf dem Funkgerät ( Sächsische Zeitung vom 19.03.05)
Dieser Artikel gibt ein kleines Stimmungsbild zu der geplanten Einführung des neuen Digitalfunks für Sicherheitsdienste. Die Polizei in Aachen wollte ihr TETRA-System nach dem Ende des Pilotversuch im Dreiländereck mit den Niederlanden und Belgien Ende 2003 gar nicht mehr hergeben. „Die Erfahrungen sind super“, sagt Ulrich Rungwerth vom Innenministerium in Düsseldorf. Man habe deshalb nach dem offiziellen Versuchsende darauf verzichtet, die neue Technik wieder abzubauen - hier war nichts von der gesundheitlichen Besorgnis mancher Gegner von TETRA zu erkennen.

  Texas Instrument rechnet mit über 1 Milliarde UMTS-Kunden ( DSL-News vom 25.03.05)
Das US-Technologieunternehmen Texas Instruments rechnet aufgrund der aktuellen technischen Entwicklungen mit über 1 Milliarde UMTS-Kunden, die 3G-Handys oder noch weiterentwickelte Mobiltelefone nutzen und zwar bis zum Jahre 2015, heißt es in einer Pressemitteilung.
  Special: Internationale Mobilfunkmärkte ( Area Mobile vom 24.03.05)
Ein umfassenderÜberblick über den internationalen Mobilfunkmarkt in 29 Ländern - im Hinblick auf Umsätze, Marktdurchdringung und Kundenzahl.
  Die SMS aus dem Herz hält den Arzt auf dem laufenden ( Die Welt vom 24.03.05)
Eine Berliner Firma produziert Herzschrittmacher, die Informationen über die Herzfunktionen des Patienten und den Betriebszustand des implantierten Schrittmachers in regelmäßigen Abständen per SMS an den behandelnden Kardiologen übermitteln.
  Verbraucherzentrale: Jugendliche tappen oft in Schuldenfalle Handy ( Web.de vom 22.03.05)
  2,8 Millionen Beschäftigte im Mobilfunksektor der EU ( Newsbyte vom 21.03.05)
Dezeit sind 2,8 Millionen Angestellte der EU in den einzelnen Staaten im Mobilfunksektor beschäftigt, die Branche der Mobilfunkunternehmen trägt nach aktueller Lage rund 106 Milliarden Euro zum BIP bei.
  "Erschreckend, wie sehr das Verbot ignoriert wird" ( T-Online vom 21.03.05)
Verkehrsexperten schlagen Alarm: "Wir stellen fest, dass immer mehr gravierende Unfälle passieren, weil der Fahrer mit seinem Handy beschäftigt war", warnt beispielsweise Baden-Württembergs Polizeipräsident Erwin Hetger. "Studien belegen, dass das Unfallrisiko dadurch 14 Mal so hoch ist." Bundesweit seien 110.000 Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer gezählt worden.
 

 
Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 11/2005)

 

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Zuletzt geändert: 27.03.05