Aktuelle Themen der Woche 10

7. - 13. März 2005

   

Forschung & Politik
Schweiz: Neues Nationales Forschungsprogramm

Der Bundesrat hat am 11. März 2005 über die Lancierung eines neuen Nationalen Forschungsprogramms entschieden. Mit einem Budget von insgesamt 5 Millionen Franken soll das Thema „Nichtionisierende Strahlung; Umwelt und Gesundheit“ während der kommenden vier Jahre wissenschaftlich untersucht werden.

Weitere Forschung in der Schweiz zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder wird von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation koordiniert. Beschreibungen und Ergebnisse der jeweiligen Untersuchungen werden auf einer zugehörigen Projektseite auf deren Homepage vorgestellt.
Einen Überblick über den internationalen Forschungsstand zu diesem Thema wurde im Jahr 2003 in Form einer Literaturstudie vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel vorgelegt. Die darin ausgewerteten 200 Studien wurden im März 2004 durch einen Nachtrag um weitere 24 zwischenzeitlich neu erschienene Untersuchungen ergänzt.

 

Forschung & Politik
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin legt Arbeitsplan 2005 vor

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat ihren Arbeitsplan 2005 vorgelegt, der eine aktuelle Konkretisierung ihres 4-jährigen Arbeitsprogramms 2002 - 2005 in Form von Projekten und Veranstaltungen darstellt.
Darin sind auch Beschreibungen zu neunen bzw. noch laufenden Projekten aus dem Bereich der elektromagnetischen Felder:

  • Einfluss niederfrequenter gepulster elektromagnetischer Felder des kommerziellen Mobilfunkstandards TETRA (380-400 MHz) auf das Befinden und die Leistung in verschiedenen Anforderungssituationen
    Projekt F 5179, Laufzeit bis 30.06.2005
  • Einfluss niederfrequent modulierter elektromagnetischer Felder des zukünftigen Mobilfunksystems UMTS (1800-2800 MHz) auf das Befinden und die Leistung in verschiedenen Anforderungssituationen
    Projekt F 5212, Laufzeit bis 31.12.05
  • Erarbeitung von Bewertungs- und Regelungsgrundlagen für Sicherheit, Gesundheitsschutz und Produktsicherheit an EMF-Arbeitsplätzen
    Projekt F 1991, Laufzeit bis 31.12.05
  • Untersuchungen des Einflusses von höchstfrequenter Strahlung des Mobilfunksystems UMTS auf das Mittel und Innenohr des Menschen
    Projekt F 1935, Laufzeit bis 01.06.06
  • Abschätzung des Expositionsrisikos an Arbeitsplätzen und die Bestimmung der Exposition gegenüber elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern unter Berücksichtigung neuer Technologien
    Projekt F 5072, Laufzeit bis 30.06.2005
     
  • Zum Download des Arbeitsplans, des Arbeitsprogramms und der Jahresberichte der BAuA
  

Forschung
Hochfrequente Felder im nichtthermischen Bereich haben Einfluss auf Tabakpflanzen

Bei dieser italienischen Studie wurde festgestellt, dass das Verhalten von Tabakpflanzen auf das Tabakmosaikvirus sich unter dem Einfluss eines elektromagnetischen Mikrowellen-Feldes im nichtthermischen Bereich änderte, wobei niederfrequent modulierte Felder noch stärker wirkten als kontinuierliche.
Betti L, Trebbi G, Lazzarato L, Brizzi M, Calzoni GL, Marinelli F, Nani D, Borghini F.: Nonthermal microwave radiations affect the hypersensitive response of tobacco to tobacco mosaic virus, J Altern Complement Med. 2004 Dec;10(6):947-57.

  

Forschung
Indische Studie zur Beeinflussung der Samenqualität kommt wegen Teilnehmermangel nicht zustande

Die im Juli 2004 angekündigte indische Studie zur Beeinflussbarkeit der Samenqualität durch verschiedene Umweltfaktoren inklusive Mobilfunknutzung kommt nicht zustande: Einer für ein repräsentatives Ergebnis gewünschten Anzahl von 300 Samenspendern stehen lediglich 30 Freiwillige gegenüber.

Mehr zur Forschung: Fortpflanzung und Entwicklung

 

Gesellschaft
Grossbritannien: Premierminister warnt vor ungerechtfertigter Panik

Der britische Premierminister Tony Blair warnte in den letzten Tagen bei unterschiedlichen Gelegenheiten vor ungerechtfertigter Panik bei vielen Themen von Lebensmittelsicherheit bis hin zur Mobiltelefonie. Dabei fordert er eine Besinnung auf die Realität und warnt vor einer Verschwendung von Mitteln für vergleichsweise geringfügige Probleme, die oft nur von den Medien hochgespielt werden.

In ähnlicher Weise drückt er sich auch gegenüber der britischen Zeitung Echo aus, die vor einiger Zeit eine Aktion gegen einen bestimmten Mobilfunkmasten begonnen hat. Dabei hält er fest, dass die Menschen auf eine solide wissenschaftliche Beurteilung warten und nicht alles annehmen sollten, was über dieses Thema geschrieben wird.

 

EU
Neues von der Europäischen Kommission zu Forschungstätigkeiten in der EU

Im Rahmen der Arbeit der Europäischen Kommission sind im Verlauf der letzten Tage und Wochen mehrere Aktivitäten zum Umgang mit der Forschung innerhalb der Europäischen Gemeinschaft hervorgehoben worden:

  • Verhaltenskodex für europäische Forscher ( Die Welt vom 11.03.05)
    Die in drei Teile gegliederte EU-Charta fordert auf 16 Seiten neben den ethischen Grundsätzen und der Berufsverantwortung auch die Offenlegung von Einschränkungen der Forschung.
     
  • Die Rolle wissenschaftlicher Erkenntnisse in politischen Entscheidungsprozessen ( EurActiv vom 10.03.05)
    Ein von einem unabhängigen Think Tank veröffentlichter Bericht weist auf die Schwächen der Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch EU-Institutionen zum Zweck des Risikomanagements hin.
     
  • SINAPSE: Ein neues Instrument zur wissenschaftlichen Unterstützung der politischen Entscheidungsfindung (Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 09.03.05)
    Die Europäische Kommission hat am 9.3.2005 ein elektronisches Netz in Betrieb genommen, durch das politische Entscheidungsträger leichter Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen erhalten sollen. SINAPSE („Scientific INformAtion for Policy Support in Europe“ – wissenschaftliche Informationen zur Unterstützung der Politik in Europa) ist ein Instrument für den Informationsaustausch zwischen Wissenschaftsgemeinschaft und Entscheidungsträgern. Es dient als interaktive Bibliothek wissenschaftlicher Stellungnahmen und Gutachten und als Frühwarnsystem für ein besseres Erkennen potenzieller Krisen und eine stärkere Sensibilisierung für wichtige wissenschaftliche Fragen.
     
  • EU sollte mangelndem Vertrauen in Wissenschaft und Technologie entgegenwirken ( EurActiv vom 14.02.05)
    Ein Expertengremium zur Forschung in der EU ist der Meinung, dass Versuche, das Vertrauen in und die Legitimität von Wissenschaft und Technologie zu erhöhen, zu einem größeren Verständnis und mehr Unterstützung für Wissenschaften führen würden.
  

Medien
Elektrosmog, Funktechnik und Handys in den Medien

  Wake-up Call ( The University Of Washington Alumni Magazine March 2005)
Can Radiation from Cell Phones Damage DNA in Our Brains? When One UW Researcher Found Disturbing Data, Funding Became Tight and One Industry Leader Threatened Legal Action
See in addition: Comment from Microwave News, March 11, 2005
  Gemeinde in der "Zwickmühle": Mitspracherecht ist nicht gewollt ( Schongauer Nachrichten vom 10.03.05)
 

Weniger Strahlung beim Telefonieren ( Pressemitteilung des BfS vom 09.03.05)
Anlässlich der CeBIT in Hannover empfiehlt das BfS wieder einmal den bewussten Umgang mit modernen Technologien.

  Fünf Schüler leisten wichtige Basisforschung ( Schwäbische Zeitung 07.03.05)
Abiturienten erhielten Preise beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" für ihre Untersuchungen von Blutbildveränderungen durch Handynutzung.

  Ende des Kabelsalates in Wohnzimmern rückt dank "Pulsers" in greifbare Nähe ( saxxess.com vom 08.03.05)
Das Ultrabreitband-Funktechnologie-Forschungsprojekt "Pulsers" verzeichnet erste Erfolge und wird bis 2009 mit rund 45 Mio. Euro, davon 22 Mio. aus EU-Kassen, weiter gefördert.
  Anwender sind von neuem Schüttgutradar VEGAPULS 68 begeistert ( Industrie.de Produktvorstellung)
Auch eine der neuen Anwendungen, die "niemand" kennt: Radar-Sensoren, die speziell für Anwendungen der Schüttgutindustrie entwickelt wurden

  Handywerfer küren den Europameister ( Teltarif vom 12.03.05)
Die IAMPT (International Association of Mobile Phone Throwers) sucht auch in diesem Jahr wieder die Europameister im Handywerfen.
  Hotline ins All ( Wissenschaft.de vom 12.03.05)
Wer Außerirdischen immer schon einmal eine persönliche Botschaft zukommen lassen wollte, benötigt dazu jetzt nur noch ein Telefon: Eine Gruppe amerikanischer Ingenieure hat ein System entwickelt, mit dem Telefongespräche direkt in den Weltraum weitergeleitet werden.
  WLAN-Zug startet im Herbst zwischen Köln und Dortmund ( Heise Newsticker vom 11.03.05)
Im Herbst 2005 soll auf der Bahnstrecke Köln -- Düsseldorf ein Pilotversuch mit WLAN-versorgten Zügen starten, ab 2006 sollen deutschlandweit die ICE-Züge und zwanzig Großstadtbahnhöfe mit diesem Dienst versorgt werden.
  Die Luft über dem Trottoir ist teuer ( Tagesanzeiger vom 10.03.05)
Schweiz: Weil einzelne Mini-Antennen an Hausfassaden leicht in den öffentlichen Grund ragen, wollte Zürich jedes Jahr eine Gebühr einstreichen. Das geht zu weit, befanden nun die Richter.
  Handys pushen Afrikas Wirtschaft ( pressetext.de vom 10.03.05)
Studie hat einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und ökonomischer Entwicklung nachgewiesen
  CeBIT 2005: Die Handy-Hits der Mega-Messe ( Chip Online vom 09.03.05)
Aktualisiert: Über 110 CeBIT-Handys
  Erste Flüssig-Linse für Mobiltelefone mit integrierter Kamera ( Innovations Report vom 09.03.05)
Revolutionäre " Electrowetting"-Technologie ermöglicht bei Mobiltelefonen mit integrierter Kamera optischen Zoom- und Autofokus ohne beweglichen Teilen.
  Gesichtskontrolle beim Kamerahandy ( Wisenschaft.de vom 08.03.05)
Mit einer neuen Software sollen Kamerahandys ihre rechtmäßigen Besitzer erkennen und sich vor unbefugtem Zugriff schützen.
  Handy-Gegner befreien sich von "Spion" ( Kleine Zeitung vom 08.03.05)
Neuer Trend: Viele haben die ständige Belästigung durch ihr Mobiltelefon satt und entwickeln Strategien gegen den Einbruch ins Privatleben.
 

 
Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 9/2005)

 

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    Aktuelle Themen der Woche 10  (7. - 13. März 2005)
 
Zuletzt geändert: 13.03.05