Aktuelle Themen der Woche 6

7. - 13. Februar 2005

   

Gesellschaft
Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Umfrage im Jahr 2004 zur Wahrnehmung des Mobilfunks

Das Bundesamt für Strahlenschutz lässt im Rahmen des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms von 2003 - 2006 jährliche Umfragen zur Ermittlung der Befürchtungen und Ängste der breiten Öffentlichkeit hinsichtlich möglicher Gefahren der hochfrequenten elektromagnetischen Felder des Mobilfunks durchführen.
Jetzt wurde der Bericht zur Umfrage 2004 vorgelegt.

  

Forschung & Politik
Ergebnisprotokoll der zweiten Sitzung des Runden Tisches zum Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm erschienen

Am 23.11.2004 fand im Bundesamt für Strahlenschutz in Neuherberg die zweite Sitzung des Runden Tisches zum Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (RTDMF) statt. Das Ergebnisprotokoll dieser Sitzung steht jetzt zum Download als PDF-Datei (22 kB) zur Verfügung.

 

Gesundheit & Politik
Frankreich: Abschlussbericht zu den Krebsfällen in Saint-Cyr l’Ecole vorgelegt

In den Jahren 2001 - 2003 erregte eine auffällige Häufung von Krebsfällen und anderen Erkrankungen in Saint-Cyr l’Ecole, einem Vorort von Paris, die Aufmerksamkeit der Behörden und besonders Anwohnern, welche als Ursache dafür Mobilfunkanlagen auf einer Grundschule vermuteten. Daraufhin wurde eine offizielle Untersuchung der Krankheitsfälle gestartet, deren Ergebnis jetzt vorgelegt wurde.
Demnach wurde nach umfangreichen Betrachtungen vieler möglichen Verursacher für diese Erkrankungen sowie statistischer Überlegungen die ursprünglich verdächtigten Mobilfunkanlagen als Auslöser ausgeschlossen. Die Ortverwaltung sowie Anwohnerinitiativen bezweifeln jedoch dieses Ergebnis und fordern nun eine zweite Untersuchung.

In Saint-Cyr l’Ecole wurden zwischen 1990 und 2002 insgesamt 11 Krebsfälle unter Kindern registriert, was mehr als das doppelte der normalen Häufigkeit ist. Darunter waren 5 seltene Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems, dies entspricht sogar dem Vierfachen der normalen Häufung.
Mehr dazu aus mobilfunkkritischer Sicht zusammengefasst findet man auf verschiedenen Seiten der Elektrosmognews, zuletzt aus dem Jahr 2003.

  

Forschung
Biologische Wirkung gepulster und kontinuierlicher Höchstfrequenz-(Mikrowellen-)Strahlung auf das Innenohr

Gegenstand dieser Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) war die Untersuchung der biologischen Wirkung der am GSM-Handy auftretenden HF-Strahlung auf das Innenohr mit seinen Sensoren des vestibulären sowie des auditiven Systems. Dabei zeigte sich, dass diese keine Wirkung auf das Innenohr und das Hörsystem bis zum colliculus inferior im Hirnstamm sowie auf die vestibulären Rezeptoren im Innenohr und das vestibuläre System hat.

 
Forschung
Mobiltelefon-Emissionen beeinflussen im Laborversuch Enzyme

Für diese Studie isolierten italienische Forscher Enzyme aus dem zentralen Nervensystems des mit elektrischen Organen ausgestatteten Zitteraals und untersuchten, ob diese auf die elektromagnetischen Felder von GSM-Mobiltelefonen reagierten. Dabei fanden sie bei einer SAR von 0,51 W/kg und einer kürzeren Einwirkungsdauer von 1 - 10 Minuten keine Veränderung, wohl aber bei 20 Minuten, die zudem dauerhaft war.
Barteri M, Pala A, Rotella S.: Structural and kinetic effects of mobile phone microwaves on acetylcholinesterase activity. Biophysical Chemistry 113(3):245--53 (2005)
Abstract

 

Veranstaltung
"Abstract book" zur Tagung über mögliche Gesundheitsaspekte nicht-sinusförmiger Signale erschienen

Am 17. - 18. Februar 2005 findet in Zürich ein Workshop von COST281 statt, in dem die Frage diskutiert werden soll, ob nicht-sinusförmige (gepulste) Signale eine besondere biologische Wirksamkeit besitzen. Dazu erschien jetzt das Abstract book mit Kurzfassungen der zu erwartenden Beiträge.

    

Veranstaltungsberichte
Berichte vom Workshop der Forschungsgemeinschaft Funk: "Erhöhen HF-Felder das Krebsrisiko?"

In diesem zusammen mit COST281 und dem Baden-Württembergischen Umweltministerium in der Nähe von Heidelberg veranstalteten Workshop diskutierten im November 2004 eine Reihe von Wissenschaftler die damit zusammenhängenden Themen.
Nach den zugehörigen Abstracts und Präsentationen und einem Kurzbericht im Newsletter 4/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk erschienen mittlerweile auch die sogenannten "Rapporteur Reports", aufgeteilt in die Bereiche "in-vivo" und "Epidemiologie".

    

Information
Mobilfunk-Newsletter 01/2005 des Bundeswirtschaftsministeriums herausgegeben

Aus dem Inhalt:

  • Regulierungsbehörde informiert zu Funkanlagen - Neue Broschüre in der Reihe regtp facts zu "Funk und Umwelt"
  • Überarbeitete Fassung der Richtlinie über elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) veröffentlicht
  • Landesregierung Baden-Württemberg beantwortet Anfrage zum Mobilfunk
  • BfS-Newsletter informiert über den "Runden Tisch" des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (RDTMF)
  • OVG Lüneburg: Rechtsschutz gegen Antennen-Genehmigung ohne aufschiebende Wirkung
  • Projekt Capanina: Mobilfunkbasisstationen der Zukunft können fliegen
     
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Medien
Elektrosmog und Funktechnik in den Medien

  Mit dem Festnetztelefon über Handy telefonieren ( Teltarif vom 11.02.05)
Der amerikanische Hersteller PhoneLabs hat eine Docking-Station herausgebracht, die das Handy mit dem Festnetztelefon verschaltet. Wird das Handy an die Dock-N-Talk-Station angeschlossen, kann das Mobilfunk-Gespräch auch auf einem angeschlossenen schnurgebundenen oder DECT-Telefon geführt werden.
  Berlin: Bald Radio über DVB-T ( Teltarif vom 09.02.05)
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) plant, neben Fernsehprogrammen und Mediendiensten künftig auch Hörfunkprogramme im DVB-T-Verfahren auszustrahlen.
 
Weder Funktechnik noch Elektrosmog
Handy & Co. in den Medien
  Deutsche hinken bei UMTS hinterher ( Teltarif vom 12.02.05)
Auch nach jahrelangen Verzögerungen läuft sich die dritte Mobilfunkgeneration nur allmählich warm.
  Bremst Technik-Angst den Erfolg von 3G? ( Teltarif vom 12.02.05)
Ein großer Teil der Briten fühlt sich von der nächsten Mobilfunk-Generation 3G überfordert. Die Technik-Angst könnte sich negativ auf Akzeptanz des 3G-Mobilfunks niederschlagen, suggerieren die Ergebnisse einer Meinungsumfrage der britischen YouGov.
  Schilys neuer Vorstoß für einen digitalen Polizeifunk ( Frankfurter Neue Presse vom 12.02.05)
Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) ging gestern im jahrelangen Streit über die Finanzierung in die Offensive und kündigte den Plan für ein «Rumpfnetz» an. Es soll vom Bund bezahlt werden und 50 Prozent der Fläche abdecken, vor allem die Ballungsgebiete. Die übrigen 50 Prozent sollen die Länder bezahlen.
  Wie gut sind die neuen Teeny-Angebote der Netzbetreiber? ( Teltarif vom 11.02.05)
Verbraucherschützer loben die Tarife - es gibt aber günstigere Angebote
  Spam auf Handys nimmt zu ( Xonio vom 11.02.05)
Mehr als 80 Prozent der Mobiltelefonbenutzer erhalten bereits jetzt regelmäßig Spam-Nachrichten. Das haben Forscher der Universität St. Gallen (Schweiz) herausgefunden.
  Studie sieht steigenden Smartphone-Absatz ( Golem vom 10.02.05)
Im Jahr 2006 soll jeder zweite Handy-Nutzer bereits ein Smartphone verwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Markteinschätzung der Mummert Consulting. Ausschlaggebend dafür soll sein, dass bereits 2005 jedes fünfte Handy mit UMTS-Technik ausgestattet ist, die derzeit überwiegend in Smartphones zum Einsatz kommt.
  Berlecon: Erfolgschancen von Music Downloads aufs Handy überschätzt ( PorTel vom 10.02.05)
Nach Einschätzung von Berlecon Research sind die Erwartungen an den Erfolg von Music Downloads auf das Handy zu hoch gesteckt. Die ausschließliche Fokussierung auf das Herunterladen von Musik kann den langfristigen Geschäftserfolg von Mobile-Music-Angeboten schmälern.
  UMTS noch am Anfang - Aber nächste Generation schon im Blick ( Stuttgarter Nachrichten vom 09.02.05)
Dieser Beitrag wirft einen Blick auf den Aktuellen Stand der Einführung voin UMTS sowie schaut etwas in die Zukunft des Mobilfunks.
  BAKOM (Schweiz): Orange, Sunrise und Swisscom Mobile erfüllen UMTS- Versorgungsauflagen
Die drei Betreiber Orange, sunrise und Swisscom versorgen mindestens 50 % der Bevölkerung mit Diensten der dritten Mobilfunkgeneration (UMTS). Damit halten sie die entsprechende Auflage in ihrer Konzession ein. Der vierte Betreiber, 3G Mobile (Telefonica), hat bisher keine Infrastruktur aufgebaut.
  EU plant Milliarden-Investition in Mobilfunkforschung ( Reuters vom 08.02.05)
Ziel der Initiative, die im Laufe des Monats offiziell vorgestellt werden soll, sei es, die führende Stellung Europas in der mobilen Kommunikation auch in Zukunft zu sichern.
  Ein Handy zum Schütteln ( Wiener Zeitung vom 08.02.05)
Wer mit den kleine Tasten eines Handys nicht zurecht kommt, kann jetzt auf Hilfe hoffen. Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat ein Gerät entwickelt, dass auf Schütteln, Drehen und Wackeln reagiert.
  Über 1.100 Anmeldungen fürs Handy-Parken in Berlin ( Xonio vom 08.02.05)
Seit Dienstag können Autofahrer Parkgebühren in den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg per Handy bezahlen.
  Luxemburg ist die Handy-Hochburg: Hier gibts 120 Mobilfunkverträge auf 100 Leute ( Networld vom 08.02.05)
Im EU-Schnitt sind es 80 Verträge auf 100 Einwohner, die Zahl der Festnetzanschlüsse ist EU-weit rückläufig.

 
Zu den aktuellen Themen der Vorwoche (Woche 5/2005)

 

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    Aktuelle Themen der Woche 6  (6. -13. Februar 2005 )
 
Zuletzt geändert: 13.02.05